Nachwuchs mit neuer Gemahlin

Familie Adebar wieder zu Gast auf dem Hof Ruröde

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Das Nest der Weißstörche auf dem Hof Ruröde.

Siedenburg – Marianne und Curt Ruröde aus Siedenburg stehen seit Jahren in engem Kontakt mit ihren Untermietern: Weißstörche haben das Nistangebot, das die Familie ihnen unterbreitet, auch in diesem Jahr angenommen. Nicht ganz klar ist, wieviele Junge das Storchenpaar aktuell aufzieht, zwei habe man sehen können. Fest steht aber, dass es einen ganz besonderen „Babysitter“ gibt – einen Schwarzstorch.

Fest steht auch, dass der Storch, den die Ehepaar Ruröde wiedererkannt hat, in diesem Jahr mit einer anderen Partnerin Junge aufzieht. „Es hat sich herausgestellt, dass Störche gar nicht so monogam sind, wie wir das angenommen hatten“, erklärt Marianne Ruröde. Am 1. Juni seien Junge geschlüpft, die Familie habe das Nest Ende April bezogen, gebrütet worden sei ab Mai.

Familie Ruröde hat eine Kamera installiert, die den Blick ins Storchenest erlaubt – allerdings habe das Gerät nach dem jüngsten Gewitter nicht mehr funktioniert. Die Familie hat die Vorkommnisse rund um den Aufenthalt von Familie Adebar dokumentiert. Gefüttert werden die Jungen sehr gut, heißt es – allerdings nicht durch den Schwarzstorch. Dass der da am Nest sitze und auf die Brut schaue – ein Novum in Siedenburg. Der Schwarzstorch, so die Recherche von Familie Ruröde, niste ja eigentlich in abgelegenen Wäldern. Rurödes wissen nicht, wo dieser Schwarzstorch nistet. Er schaue oft in den Mittagsstunden vorbei, sitze am Nestrand. Mal für wenige Minuten, mal über eine Stunden – Marianne Ruröde hat auch diese Besuche notiert. Im vergangenen Jahr habe ihr Mann Curt bereits einen Schwarzstorch in der Region beobachtet, in der Nähe der Wiese vor Maasen. Vor rund 15 Jahren sei ein Storch im sogenannten Röperwald registriert worden. Dass sich dieser Nestgast der Weißstörche nun in die Nähe von Häusern aufhalte, sei ganz außergewöhnlich.

Nach Angaben des „Nabu Niedersachsen“ stand der Schwarzstorch in Niedersachsen Mitte der 1940-er Jahre kurz vor dem Aussterben. Der Bestand habe sich jedoch besonders seit Beginn der 1980-er erholt und setze sich heute aus etwa 60 Brutpaaren zusammen.

Ein Schwarzstorch kommt täglich zu Besuch. Fotos:

Familie Ruröde hatte erstmals im Jahr 2011 einen Nistplatz geschaffen, der allerdings von Störchen nur für Kurzbesuche genutzt wurde. Krähen vertrieben mögliche Dauermieter und zerpflückten das Nest. 2015 baute Familie Ruröde eine neue Storchenresidenz – die seit Jahren immer wieder ein Storchenpaar anzog, in diesem Jahr eben mit dem bekannten Storch samt neuer Partnerin.

Mitglieder der Landesarbeitsgruppe (LAG) Weißstorchschutz des NABU Niedersachsen haben Zahlen ermittelt: In Niedersachsen/Bremen ließen sich danach im Jahr 2018 insgesamt 1 007 Weißstorchpaare nieder, etliche Neuansiedlungen haben man zählen können. Die Storchenpaare brachten 1 765 Jungstörche zum Ausfliegen. Nicht mitgezählt seien die annähernd 180 Paare im Bereich von Zoos und Vogelpflegestationen mit ihrem Nachwuchs. „Damit wurde das gute Ergebnis aus dem Jahr 2017 mit 919 Paaren und 1 484 flüggen Jungen bei den Paaren erneut um zehn Prozent und bei den flüggen Jungen sogar um 18 Prozent übertroffen. Dies ist der höchste Storchenbestand in Niedersachsen seit 60 Jahren - und das trotz des extrem trockenen Sommers“, erklärt Hans-Jürgen Behrmann von der LAG Weißstorchschutz nach Angaben des NABU Niedersachsen.

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