1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Diepholz
  4. Siedenburg

Sebastian Klare: „Ich möchte aktiv gestalten“

Erstellt:

Von: Martina Kurth-Schumacher

Kommentare

Sebastian Klare ist seit gut 100 Tagen Bürgermeister in Mellinghausen.
Sebastian Klare ist seit gut 100 Tagen Bürgermeister in Mellinghausen. © privat

Mellinghausen – Mellinghausen, 1.000-Seelen-Gemeinde im Nordwesten der Samtgemeinde Siedenburg, besteht aus dem „Kirchdorf“ und den ländlich geprägten Ortslagen Brake und Ohlendorf. Auf seiner konstituierenden Sitzung am 11. November 2021 wählte der Gemeinderat Sebastian Klare (33) einstimmig zum politischen Repräsentanten und zum Verwaltungschef der eingleisig geführten Gemeinde. Er hatte 26,67 Prozent der Wählerstimmen erhalten – ein klares Votum, die Nachfolge von Bürgermeister Günther Riedemann anzutreten, der nicht mehr kandidiert hatte. 2016 war Sebastian Klare erstmals in den Gemeinderat eingezogen.

Sie haben das Bürgermeisteramt in einer eingleisig geführten Gemeinde übernommen. Das ist mit sehr viel Verantwortung verbunden, oder?

Das ist es, ja. Dessen musste ich mir vorher erstmal bewusst werden. Zwischen der Kommunalwahl und der konstituierenden Sitzung habe ich viele Gespräche geführt und mich informiert, was das für mich, für den Gemeinderat und vor allem für die Gemeinde Mellinghausen bedeutet. In Anbetracht des engagierten und fachlich breit aufgestellten Teams haben wir in dieser Sache die absolut richtige Entscheidung getroffen!

Worin sehen Sie den Vorteil der Eingleisigkeit?

Wir haben in unseren eigenen Reihen hervorragend geschultes Personal und für jedes Fachgebiet unsere Ansprechpartner. Und genau hier sehe ich den großen Vorteil: Der Kommunikationsweg ist kurz, Ergebnisse sind schnell und fundiert erläutert und für den Rat vorbereitet. Außerdem wollte ich nicht nur dem Rat vorsitzen und repräsentative Aufgaben übernehmen. Ich bin jung und möchte aktiv gestalten! Auch der Rat steht voll hinter dieser Entscheidung.

Die Dorfregion Samtgemeinde Siedenburg wurde im Dorfentwicklungsprogramm des Landes Niedersachsen berücksichtigt. Wo sehen Sie Potenzial in der Gemeinde Mellinghausen?

Wir werden einen Dorfentwicklungsplan als Entscheidungsgrundlage für spätere Förderungen investiver Projekte erstellen. In diesem Zuge machen wir uns Gedanken über das Potenzial der Gemeinde. Ich persönlich könnte mir sehr gut die Realisierung eines Erholungspfads in unserem Gemeindegebiet vorstellen, gern auch in Zusammenarbeit mit Vereinen, Verbänden und Institutionen. Wir haben sehr schöne versteckte Ecken, die es wert sind, zu erschließen und zu bewerben.

In der Gemeinde Mellinghausen werden Wohnbauflächen erschlossen, in Kürze stehen 18 Bauplätze zu Verfügung. Ist der Bedarf tatsächlich gegeben?

Die Anfragen sind im Moment da, ja. Es spielen in diesem Bereich so viele Faktoren eine Rolle, dass es schwer zu sagen ist, ob in zwei Jahren immer noch Bedarf da ist. Für mich steht allerdings fest, dass wir eine sehr attraktive Gemeinde sind, die gerade in Zeiten der Pandemie gezeigt hat, dass es hier lebenswert ist! Mit dem Breitbandausbau ist Homeoffice kein Problem mehr; warum dann nicht auf dem Land arbeiten, entspannt mit einer Tasse Kaffee auf der eigenen Terrasse?! Klingt doch verlockend.

Sind Sie der Meinung, dass ein Dorf wie Mellinghausen wachsen muss?

Wir möchten nicht um jeden Preis wachsen, würden es aber auch schade finden, wenn wir Bauwilligen eine Absage erteilen müssen, weil wir nicht wachsen wollen. Wir schaffen Angebote, die genutzt werden können. Wenn wir Mellinghausen attraktiv und lebendig gestalten, dann wachsen wir von alleine. Und dann ist es für mich ein gesundes Wachstum.

Wie würden Sie potenziellen Neubürgern Mellinghausen beschreiben und als Wohnort empfehlen?

Als ein beschauliches, ruhiges aber modernes Örtchen inmitten einer idyllischen Naturkulisse. Wir halten Angebote für Jung und Alt vor, haben aktive Vereine, Gastronomie und Einzelhandel. Alles in allem sind wir der perfekte Wohnort für junge Paare, Familien und Menschen jeden Alters, die dem Trubel der Stadt entkommen wollen.

Welche großen Projekte stehen in nächster Zeit an?

Da befinden wir uns in den Planungen. Wir erleben als Gemeinderat zurzeit einen Umbruch und arbeiten einige Sachen auf, damit alle auf dem gleichen Stand sind. Der aktuelle Haushalt lässt uns nicht viel Spielraum für größere Projekte. Es sind aber viele Ideen vorhanden, die wir zu gegebener Zeit konkretisieren.

Die Gemeinde Mellinghausen stellt dem Heimatverein einen Teil der Grundschule zu Verfügung. Worin liegen die Chancen?

Wir können den Vereinen unserer Gemeinde für verschiedene Zwecke Räumlichkeiten anbieten – als Übungsraum, als Ausstellungsraum oder für kleinere Veranstaltungen. Ein noch intensiverer Austausch zwischen den Vereinen wäre natürlich ein schöner Nebeneffekt. Das Angebot soll aber auf keinen Fall als Konkurrenz zu bestehender Gastronomie gesehen werden.

Was fehlt an Infrastruktur in der Gemeinde?

Mit Augenmerk auf die jungen Familien wäre für unsere Gemeinde eine Krippe nicht verkehrt. Viel wichtiger ist aber, dass wir als Gemeinde von der vorhandenen Infrastruktur Gebrauch machen, um sie zu stärken und zu erhalten.

Corona hat das öffentliche Leben fast zum Erliegen gebracht. Wie sieht es in Mellinghausen aus?

Natürlich ist auch hier einiges eingeschlafen, das war gar nicht zu verhindern. Mut macht mir, dass inmitten der Pandemie immer wieder kleine Highlights innerhalb unserer Gemeinde zugelassen und umgesetzt wurden. Das wiederum ist den aktiven Vereinen geschuldet, die sich erfolgreich Wege und Mittel gesucht haben. Entscheidend ist, dass wir nach überstandener Pandemie alle wieder aufwachen und aktiv am Gemeindeleben teilnehmen! Start hierfür kann die Aktion „Wir räumen auf“ sein. Für Sonntag, 13. März, sind alle Mitbürger herzlich eingeladen, unseren schönen Ort wieder „aufzupolieren“ und vom Müll zu befreien.

Auch interessant

Kommentare