Sohlabsturz in Päpsen wird Sohlgleite

Ein Meilenstein für die Fließgewässerentwicklung

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Der Sohlabsturz in Päpsen stellte für Fische und wirbellose Kleinorganismen ein unüberwindliches Hindernis dar – der Höhenunterschied von rund 1,10 Metern wurde nun durch 14 Riegel aus Bruchsteinblöcken überbrückt, ihre Öffnungen gewährleisten einen Fischaufstieg. Die Länge der Sohlgleite beträgt rund 90 Meter.

Siedenburg - Das Verbandsgebiet des Unterhaltungs- und Landschaftspflegeverbands Große Aue (ULV) erstreckt sich auf 92.000 Hektar in den Landkreisen Diepholz und Nienburg. In diesem Gebiet ist der Verband für die Pflege und Entwicklung von rund 660 Kilometern Gewässern von überörtlicher Bedeutung zuständig. Ein „Meilenstein“ für die Fließgewässerentwicklung wurde jetzt mit dem erfolgreichen Rückbau des Sohlabsturzes S3 im Siedenburger Ortsteil Päpsen erreicht.

„In den Jahren 2012, 2013 und 2017 hat der ULV bereits vier vergleichbare Maßnahmen im Unterlauf der Siede durchgeführt“, erklärt Verbandsingenieur Sascha Nolte. Der bewährte Umbau zu einem Raugerinne mit Beckenstruktur war Vorbild für das jüngste Projekt. 

Durch die Sohlgleite wurden der Oberlauf der Siede und der Päpser Bach an das Gewässersystem der Siede, größtes Nebengewässer der Aue, angeschlossen. „Schon die ersten vier Sohlgleiten haben sich sehr positiv ausgewirkt“, sagt Geschäftsführer Rainer Ausborn: „In Teilen des Gewässersystems ist die Bachforelle zurück, sie vermehrt sich eigenständig.“

Der Sohlabsturz in Päpsen stellte für Fische und wirbellose tierische Kleinorganismen ein unüberwindliches Hindernis dar, im Bauwerksbereich herrschten darüber hinaus naturferne Substrat- und Sohlverhältnisse. Der Höhenunterschied von rund 1,10 Metern wurde nun durch 14 Riegel aus Bruchsteinblöcken überbrückt, ihre Öffnungen gewährleisten einen Fischaufstieg. Die Länge der Sohlgleite beträgt rund 90 Meter. 

Verbandsingenieur Nolte bezifferte die Kosten des Umbaus mit 114.600 Euro, die zu 90 Prozent durch Fördergelder des Landes Niedersachsen und der EU abgedeckt werden, den Eigenanteil von zehn Prozent trägt der Unterhaltungsverband. Die Maßnahme wurde in der Zeit zwischen Anfang August und Ende September realisiert, die Abnahme durch die Untere Wasserbehörde beim Landkreis Diepholz erfolgte am 19. Oktober.

Zwei weitere für Fische und Makrozoobenthos (am Gewässerboden lebende, mit bloßem Auge noch erkennbare Organismen) unüberbrückbare Hindernisse an der Siede sollen mittelfristig entfernt werden. Der Umbau des Sohlabsturzes S4 (Siedenburg) ist für 2019 geplant. 

Nach der Umgestaltung des Mündungsbauwerks in Voigtei (Siede/Große Aue) ist die gesamtökologische Durchgängigkeit der Siede dann auf der Gesamtlänge von 24 Kilometern gewährleistet. „Gerade die Zugänge zum Eschbach und zum Speckenbach haben ein hohes ökologisches Potenzial. Hier bleibt noch viel zu tun“, unterstreicht Sascha Nolte.

Die Maßnahmen seien unerlässlich, um die Ziele der europäischen Wasserrahmenrichtlinie zu erreichen, betont Rainer Ausborn. Leider sei die Antragstellung kompliziert und der Etat des Landes Niedersachsens für die finanzielle Förderung sehr begrenzt. 

mks

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