Matthias Kuhlmann startet am Sonntag bei der „Tour Trans-Alp“

Per Rennrad über die Alpen

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Matthias Kuhlmann startet am Sonntag bei der Trans-Alp: Hinter den Bergen, nach 800 Kilometern, wartet der Gardasee.

Siedenburg - Nicht wenige der älteren Einwohner im Landkreis werden sich erinnern an jene Zeiten, als es nur einfache Landstraßen gab und davon wenige. Gänzlich ohne Radwege natürlich – und dennoch wurde mit dem Rad auch die lange Strecke zurückgelegt. Etwa zum Schulbesuch in Bremen, aus beruflichen Gründen. Radfahren konnten sich schlicht mehr Menschen leisten als Autofahren.

Radfahren heute indes kann – trotz erheblicher Fortschritte in der Technik und im Radwegenetz – durchaus immer noch die lange Strecke umfassen: Mit Matthias Kuhlmann startet am Sonntag ein Siedenburger bei der „Tour Trans-Alp 2014“, 822 Kilometer in sieben Etappen. Die Strecke führt vom deutschen Mittenwald im Allgäu ins italienische Arco am nördlichen Ende des Gardasees. Um die Strecke mit Pässen und „fiesen Rampen“ (wie der Veranstalter es formuliert) meistern zu können, trainiert Kuhlmann seit dem Winter.

Heute wohnt der Siedenburger mit Lebensgefährtin Annett Rau in Lemwerder. Bergetappen kann man in der Wesermarsch nicht trainieren, „da ist dann Kreativität gefragt.“ Kuhlmann schaltet einfach in die hohen Gänge und fährt gegen die Windrichtung an. Er hat sich erst vor drei Jahren ein Rennrad gekauft, fuhr in der Bremen Challenge mit, einem Jedermann-Rennen, – und kann seitdem nicht mehr von dem Hobby lassen. Ein Auto besitzt das Paar nicht – alle Wege werden per Fahrrad zurückgelegt. Das gilt dann auch für die Besuche bei seiner Mutter im heimischen Siedenburg, 70 Kilometer für eine Strecke. Angesteckt vom Rennrad-Virus ist inzwischen auch Lebensgefährtin Annett, die bereits ein eigenes Rad hat und ebenfalls sportlich in die Pedale tritt, nicht nur für den Ausflug zur Schwiegermutter aufs Land. Für Matthias Kuhlmann ist die Teilnahme an der „Tour Trans-Alp“ ein Traum. Er hat viermal die Woche trainiert, fuhr im Schnitt 300 bis 400 Kilometer. Zehn Tage verbrachte er kürzlich sogar im Allgäu – Höhentraining mit Annett und weiteren Gleichgesinnten. „Ich fühle mich gut vorbereitet“, sagt er. Der 39-Jährige empfindet, dass er mit dem Rad freier sei: man habe keinen Stau, keinen störenden langsam fahrenden Trecker, man schone die Umwelt, und sei an der frischen Luft. Kuhlmann bezeichnet sich selbst schon als ein bisschen „Fahrrad verrückt“, hat eigens seinen Urlaub genommen für die Tour. Er startet im Team „Terrafit“. Die Tagesetappen lassen sich, mit Fotos und Ergebnissen im Internet verfolgen. Gewertet wird nicht jeder Fahrer einzeln, sondern im Zweierteam – erst, wenn beide im Ziel sind, wird die Zeit genommen. Kuhlmanns Wunschergebnis? „Ein guter Platz im Mittelfeld“, und viele unvergessliche Eindrücke.

sis/rb

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