Kirchenvorstand pflanzt Baum zu Reformationsjubiläum

Luther-Eiche steht in Staffhorst

Elvira Bartels, Joachim Schütte und Andrea Boymann (v. l.) aus dem Vorstand der Kirchengemeinde Staffhorst pflanzten die Luther-Eiche auf dem Friedhof. - Foto: Bartels

Staffhorst - Rechtzeitig zum Reformationstag am 31. Oktober werden in Niedersachsen Luther-Eichen gepflanzt – und eine davon steht jetzt auf dem Friedhof in Staffhorst.

Mitglieder des Staffhorster Kirchenvorstandes setzten den Baum aus dem Kirchenkreis Holzminden-Bodenwerder nun zentral im östlichen Teil der Anlage in die Erde. In diesem Bereich hatten bis Anfang des Jahres noch Bäume gestanden, die wegen einer Krankheit gefällt werden mussten.

Zum Auftakt der Feierlichkeiten am 31.Oktober anlässlich des 500. Jahrestags der Reformation im kommenden Jahr werden in der Hannoverschen Landeskirche über 200 Luther-Eichen gepflanzt.

Aufgegriffen wird damit jetzt eine alte Tradition, die bis in die Zeit Luthers zurückreicht: Im Jahr 1520 verbrannte Martin Luther in Wittenberg öffentlich die päpstliche Bannandrohungsbulle, die den endgültigen Bruch mit dem Papst in Rom symbolisierte. Am Ort der Verbrennung wurde später die erste Luther-Eiche gepflanzt.

Um Spaltung geht es bei der Aktion im Oktober nicht. „Es entstehen Orte, die nachhaltig an das Reformationsjubiläum erinnern“, sagt Ulrich Wöhler, Superintendent des Kirchenkreises Holzminden-Bodenwerder, der gemeinsam mit dem Förster Andreas Kretschmer die Pflanz-Aktion ins Leben gerufen hat.

Die Bäume wurden genau vor zehn Jahren und damit zu Beginn der sogenannten Reformationsdekade, aus dem Samen der Luther-Eiche von 1917 in Polle an der Weser gezogen.

Die meisten der heute noch existierenden Luther-Eichen wurden im Jahr 1883 anlässlich des 400. Geburtstags von Martin Luther gepflanzt. Oft stehen sie auf Plätzen vor Kirchen oder sonstigen zentral gelegenen Standorten.

Aktuell gibt es in ganz Deutschland über 100 Luther-Eichen, 20 davon in der Hannoverschen Landeskirche.

Die allererste Luther-Eiche in Wittenberg wurde während der Freiheitskriege Anfang des 19. Jahrhunderts von französischen Truppen gefällt – und dann von den Wittenbergern durch eine Neupflanzung ersetzt. 

hb

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