Olaf Lies folgt Einladung des NLWKN

Umweltminister informiert sich über Renaturierung im Siedener Moor

Minister Olaf Lies (links) nahm sich Zeit für Gespräche.
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Minister Olaf Lies (links) nahm sich Zeit für Gespräche.

Borstel-Sieden – Olaf Lies, Niedersächsischer Minister für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, zeigte sich am Freitag beim Ortstermin im Siedener Moor ebenso interessiert wie gesprächig. Zwei Stunden waren schnell vergangen, Zeit für „Kaffee und Schnittchen“ blieb am Ende kaum noch.

Projektleiterin Anne Richter-Kemmermann vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) hatte Umweltminister Lies, Vertreter des Landkreises Diepholz, der Stadt Sulingen, der Samtgemeinde Siedenburg, des Landesamts für Bergbau, Energie und Geologie sowie des BUND, des Amtes für regionale Landesentwicklung Leine-Weser (ARL) und des Landvolks als „verlässliche Partner“ der aktuellen Renaturierungsmaßnahmen begrüßt.

Auch Berthold Paterak, stellvertretender Direktor des NLWKN, unterstrich die konstruktive Zusammenarbeit mit Behörden und Institutionen, dank derer „17 Monate nach dem Start die Bagger rollen konnten“. Man habe im Vorfeld viele Herausforderungen meistern müssen, unter anderem den Ausschluss von Kampfmittelaltlasten und die Berücksichtigung archäologischer oder naturschutzrechtlicher Belange. Ein Teil des Projektgebiets werde wiedervernässt, an anderen Stellen sei ein strukturreicher Moorwald eine Option für die künftige positive Entwicklung. Um Fördergelder beanspruchen zu können, muss die Maßnahme innerhalb von zwei Jahren abgerechnet sein. 200 Hektar des 825 Hektar großen Siedener Moores sind im Eigentum der NLWKN, das Projektgebiet umfasst 32 Hektar. Projektbearbeiter Dr. Jan-Erik Dickopp (NLWKN) erklärte den Besuchern an praktischen Beispielen die Konzepte von Wiedervernässung und Moorwaldpflege.

Samtgemeindebürgermeister Rainer Ahrens zeigte sich beeindruckt von dem Projekt. Er sei stolz, dass die Samtgemeinde einen Beitrag leisten könne. Neben der Wiedervernässung sollte man langfristig das Problem der Wasserentnahme zur Beregnung landwirtschaftlicher Flächen „nicht aus den Augen verlieren“.

Die Konzepte von Wiedervernässung und Moorwaldpflege erklärte Projektbearbeiter Dr. Jan-Erik Dickopp an praktischen Beispielen.

Der Landkreis Diepholz habe den Moorschutz, neben dem Glasfaserausbau und der Errichtung einer Zentralklinik, zu seinem Schwerpunktthema erklärt, sagte Detlef Tänzer von der Unteren Naturschutzbehörde. Wichtig sei die enge Abstimmung mit den Landwirten, unabdingbar eine Verlässlichkeit in der Projektförderung: „Die Lücken zwischen Antragstellung und Bewilligung sind oft so groß, dass uns die Mitarbeiter verlassen, weil ihre Zukunft ungewiss ist.“

Olaf Lies lobte die Maßnahmen im Siedener Moor als Vorzeigeprojekt. Wo keine Renaturierung möglich sei, komme auch eine klimaschonende Bewirtschaftung in Betracht – ein Beitrag der Landwirtschaft, der finanziell ausgeglichen werden müsse. Gefragt sei eine kluge Kommunikation mit den Flächeneigentümern, um Nutzungskonflikte zu überwinden.

Die Klimaziele erreiche man nicht mit schönen Reden, von daher komme das Projekt im Siedener Moor gerade zum richtigen Zeitpunkt. Die Themen Klima-, Umwelt-, Natur- und Artenschutz seien hochaktuell und würden auf bundespolitischer Ebene in den nächsten Monaten eine zentrale Rolle spielen. Lies dankte allen, die an der Planung und der Umsetzung beteiligt waren: „Es ist ein tolles Beispiel dafür, dass es nicht an Flächen, Mut und Partnern mangelt.“

Projektleiterin Anne Richter-Kemmermann vom NLWKN begrüßte die Gäste.

Allein in Niedersachsen werde man in den kommenden Jahren weit über 100 Millionen Euro jährlich für das Erreichen von Klimazielen und Klimafolgeanpassung investieren müssen, sagte Minister Lies. Allerdings sei nicht nur die finanzielle Ausstattung entscheidend: „Aktuell können wir manche Projekte nicht realisieren, weil uns das Fachpersonal fehlt.“

Peter Germer (BUND Diepholzer Moorniederung) appellierte, nicht auf den „ganz großen Wurf“ zu warten, sondern – wie im Siedener Moor –  mit überschaubaren Projekten anzufangen, die kurzfristig umzusetzen sind. Seine Aussage, dass „Nichtstun ebenfalls Geld kostet“, fand Zustimmung – auch von Umweltminister Lies.

Direkt vor Ort im Siedener Moor informierten sich die Teilnehmer über dessen Renaturierung.

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