„KULTURbunt“ bietet auf Hof Wiechmann besonders stimmungsvolle Lesung

Kulisse wie ein Krippenspiel

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Auch Hausmusik nach alter Tradition erklang auf der Diele.

Brake - Der Weg zum Veranstaltungsort führte vorbei an einem Fackelspalier und an Ponys und Esel, die neugierig durch die Luken schauten. Aus der ebenso schlicht wie festlich geschmückten und mit Kerzen beleuchten Diele des Bauernhauses zog der Duft von Apfelpunsch und Selbstgebackenem. Die Gäste staunten über das nicht alltägliche Ambiente. So etwas gibt es noch? Die Verwunderung stand manchem Besucher ins Gesicht geschrieben.

Rund 30 Zuhörer nahmen erwartungsvoll auf Strohballen, Bänken und Stühlen Platz. Eingeladen hatten der Verein „KULTURbunt der Samtgemeinde Siedenburg“ in Kooperation mit Familie Wiechmann, die ihren Hof zur Feier des Tages auf Hochglanz gebracht hatte. „Unser Ziel ist, an wechselnden Orten der Samtgemeinde Veranstaltungen anzubieten“, sagte Vorsitzende Ute Gerull. Sie und ihr Organisationsteam zeigten sich begeistert, dass sich Sabine Kuhlmann und Achim Wiechmann als Gastgeber zur Verfügung gestellt hatten. Den Kontakt hatte Ulrike Reinsch geknüpft, die seit Jahresmitte den Vorstand des Kulturvereins verstärkt.

„Viele Menschen wissen heutzutage nur noch sehr vage um den Ursprung des Weihnachtsfestes. Der Gang zur Kirche am Heiligen Abend ist wie ‚Dinner for one‘ schauen zu Silvester“, sagte Ute Gerull, die das Publikum mit ausgesuchter Lyrik und Prosatexten in Weihnachtsstimmung versetzte. Auf ihrer Liste standen etwa das „Kaschubische Weihnachtslied“ von Werner Bergengruen, die Satire „Das Geschenkpapier“ von Hans Scheibner oder eine Weihnachtsgeschichte aus der märkischen Heide („Der Christenmensch“) von Ilse Gräfin von Bredow.

In den Pausen gab es „Hausmusik“ nach alter Tradition. Eberhard Gerull griff zu Ziehharmonika oder Gitarre und rief die Zuhörer zum Mitsingen von Weihnachtsliedern auf. Er hatte eigens für diesen Abend Texthefte zusammengestellt.

Den ultimativen Tipp für das „richtige Schenken“ übermittelte Ute Gerull mit den Worten von Joachim Ringelnatz: „Schenke groß oder klein, aber immer gediegen. Schenke dabei, was in dir wohnt an Meinung, Geschmack und Humor, so dass die eigene Freude zuvor dich reichlich belohnt.“

mks

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