Mitglieder des Fleckensrates Siedenburg beschließen Entschlammung des ortsbildprägenden Gewässers

Konsens: Mühlenteich muss erhalten werden

Noch in diesem Jahr soll der Mühlenteich entschlammt werden. 
Archivfoto: Kurth-Schumacher
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Noch in diesem Jahr soll der Mühlenteich entschlammt werden. Archivfoto: Kurth-Schumacher

Siedenburg – Nach jahrelanger Diskussion über die Zukunft des Mühlenteichs ist jetzt ein gangbarer Weg gefunden: Am Donnerstagabend beschlossen die Mitglieder des Rates des Fleckens Siedenburg einstimmig die Entschlammung. Die Maßnahme soll noch in diesem Jahr abgewickelt werden.

Bürgermeister Detlef Metzlaff hatte in seinem Rückblick an die zahlreichen „Anläufe“ erinnert, die entweder an den Gesetzesvorgaben oder an den extrem hohen Kosten gescheitert waren. Konsens aller Beteiligten war, dass der ortsbildprägende Mühlenteich erhalten werden muss. Neben den Behörden hatte sich unter anderem der Angelsportverein „Früh auf“ Siedenburg, Pächter des Gewässers, eingebracht.

In Abstimmung mit dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) und dem Unterhaltungs- und Landschaftspflegeverband Große Aue (ULV) wurde eine ganzheitliche Lösung gesucht. Basierend auf einer in Auftrag gegebenen Schadstoffmessung, die deutlich erhöhte Cadmiumwerte ergeben hatte, war man noch vor einem Jahr davon ausgegangen, dass die Entsorgung die finanziellen Möglichkeiten übersteigt: „Der Schlamm ist Sondermüll, eine landwirtschaftliche Verwertung ist nicht möglich“, hieß es seinerzeit; im Gespräch waren Kosten in Höhe von 160 000 Euro. Inzwischen habe sich herausgestellt, dass ein Messfehler vorlag, sagte Gemeindedirektor Rainer Ahrens: „Das Komma war verrutscht...“

Bauamtsleiter Michael Schubert erklärte die geplante Ausführung. Anders als bei der letzten großen Maßnahme im Jahr 1996 sei es nicht mehr gesetzeskonform, den Teich „trockenzulegen“. Beabsichtigt ist, 3 000 Kubikmeter Schlamm auf einen 5 000 Quadratmeter großen Polder zu pumpen, eine Kompensationsfläche am Speckenbach. Der jetzige Zeitpunkt sei ideal, da der Störfaktor für Flora und Fauna in den Wintermonaten relativ gering ist.

Das NLWKN, beauftragt mit der Planung, hat zwischenzeitlich Kosten in Höhe von 62 000 Euro ermittelt, 12000 mehr als im Budget des Fleckens vorgesehen. Die Deckung erfolgt durch Einsparungen im Haushaltsansatz für die Ortsplanung. Da ungewiss ist, ob Zuschüsse gewährt würden, beantragt man keine Fördermittel. Die Entschlammung soll noch in diesem Jahr abgerechnet werden, um von dem vergünstigten Mehrwertsteuersatz zu profitieren. Planungskosten in Höhe von 5 000 Euro werden im Haushaltsplan 2021 berücksichtigt.

Der Fleckensrat, der ohne Mitwirkung von Bianca Stratmann und Steffen Gerdes tagte, stellte sich einstimmig hinter den Beschlussvorschlag.

Ausschlaggebend für die seltene Einmütigkeit der Ratsmitglieder waren offensichtlich die unerwartet geringen Kosten und die Erleichterung darüber, endlich einen Punkt hinter eine vermeintlich unendliche Geschichte setzen zu können.

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