Neue Leitung für Trinkwasser

Keine trockenen Duschen mehr in der Samtgemeinde Siedenburg

Blick auf eine Baustelle für eine Trinkwasserleitung.
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Eine moderne Trinkwasserleitung, wie sie in den kommenden Jahren auch zwischen Brake, Staffhorst und Bockhop verlegt werden soll.

Sulingen – Die entsprechenden Beschlüsse hat die Verbandsversammlung der Wasserversorgung Sulinger Land (WSL) am Donnerstag noch nicht gefasst, aber Verbandsgeschäftsführer Andreas Geyer und sein Stellvertreter Ralf Lessig bereiteten die Mitglieder schon einmal auf das kommende Großprojekt vor: In den kommenden drei Jahren soll eine neue Ringwasserleitung die Wasserversorgung vor allem in den Bereichen Staffhorst und Bockhop verbessern.

Im östlichen Versorgungsgebiet des Verbandes in der Samtgemeinde Siedenburg komme es vor allem in den Spitzenlastfällen vor, dass der Wasserdruck in dieser Region so weit absinke, dass im ersten Obergeschoss von Gebäuden kaum noch Wasser aus der Leitung komme, erläutert Geyer. Als Beispiel für solche Fälle nennt er Sommertage gegen 17 Uhr, wenn zugleich die Rasensprenger ansprängen und die Menschen nach Feierabend unter die Dusche wollten. Diese Situation sei seit Längerem bekannt: Im Sommer 2016, gleich in seiner ersten Woche als Geschäftsführer der WSL, sei im Bereich Bockhop-Osterheide bei Tiefbauarbeiten die Wasserleitung beschädigt worden, woraufhin sich eine Kundin gemeldet habe, wie sie bei den hohen Temperaturen ihre Pferde mit Wasser versorgen solle, erinnert er sich. „Da entstehen Ängste, und da hängen auch Existenzen dran.“

Das Netz sei aktuell nicht regelkonform ausgelegt, ergänzt Lessig, auch wenn die Kunden nicht immer merkten, wie weit der Wasserdruck unter den Vorgaben liege. „Der ein oder andere Betrieb hat es früher schon gemerkt, aber erst 2018 ist es den Haushalten aufgefallen.“ Zum Teil habe es aber auch Einschränkungen bei der Löschwasserversorgung gegeben. Um diesen Zustand zu beheben, plant die WSL eine neue Ringwasserleitung von insgesamt knapp neun Kilometer Länge.

Drei Bauabschnitte sind geplant

Sie soll in den kommenden drei Jahren in drei Bauabschnitten installiert werden: Im ersten Bauabschnitt im kommenden Jahr sollen zwei bestehende 150er-Leitungen durch eine neue 200er-Leitung zwischen Brake und Staffhorst verbunden werden. Damit werde laut Geyer die Situation kurzfristig entspannt.

Der für 2023 geplante zweite Bauabschnitt führe die Leitung von Harbergen fort nach Bockhop, und im dritten Bauabschnitt 2024 werde das letzte Teilstück in Brake an eine 200er-Leitung angeschlossen. Während der Baumaßnahme würden jeweils auch Hausanschlüsse, soweit nötig, erneuert. „Das östliche Versorgungsgebiet hat jetzt eine leistungsfähige Leitung und eine kleine, nicht leistungsfähige“, so Geyer, „und dann bauen wir eine dritte, leistungsfähige Leitung und können so die Grundleistung verbessern.“

Kosten von voraussichtlich zwei bis 2,5 Millionen Euro

Die neue Leitung werde so ausgelegt, dass die Grenzen für Wasserdruck und Fließgeschwindigkeit weder unter- noch überschritten werden. Für das gesamte Projekt schätzt Geyer die Kosten auf zwei bis 2,5 Millionen Euro, die entsprechend noch im Finanzplan für die kommenden Jahre berücksichtigt werden müssen.

Als Alternative sei auch der Einbau von Speichern ins Netz geprüft worden. Dort stehe das Wasser aber und sei nicht so „frisch“ wie aktuell, außerdem seien dann Pumpstationen erforderlich, damit das Wasser aus den Speichern zu den Kunden gelange. „Das ist nicht wesentlich günstiger und vor allem aus energetischer Sicht schwierig“, betont Geyer. Zudem müssten auch für die Speicherlösung leistungsfähigere Leitungen verlegt werden, fügt Lessig hinzu.

Wasserknappheit könnte sich in Zukunft verschärfen

Die Problematik der Spitzenlasten müsse auch weiterhin im Blick behalten werden. „Wir konnten bisher auf Wassernutzungsverbote verzichten und wollen das auch gerne beibehalten“, so der Geschäftsführer.

Der Landkreis Diepholz arbeite allerdings gerade an einem Wasserversorgungskonzept und stimme sich dabei mit den benachbarten Landkreisen ab, sodass es künftig auch flächendeckend Gebote oder Verbote geben könne. „Das wird sich in Zukunft bei länger anhaltenden Trockenzeiten noch verschärfen und die gesamte Wasserversorgung in Deutschland vor Probleme stellen.“

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