Kapellengemeinde Siedenburg: 68-Jährige seit 30 Jahren im Küsterdienst

Karin Stamme: „Gerne im Hintergrund“

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„Ein paar Stunden Küsterdienst? Das konnte ich mir vorstellen, als man mich vor 30 Jahren gefragt hat“, sagt Karin Stamme.

Siedenburg - „Ein paar Stunden Küsterdienst? Das konnte ich mir vorstellen, als man mich vor 30 Jahren gefragt hat“, sagt Karin Stamme. Die Aufgabe, die sie damals als junge Mutter von fünf Kindern aufnahm, ist für die heute 68-Jährige seit jeher Herzensangelegenheit: Von der ersten Stunde an war ihr klar, dass es um mehr geht als um Glockengeläut und Blumenschmuck.

Die Pflege der Kapelle und die Schaffung einer äußeren Ordnung ist ihr „Kerngeschäft“, mittlerweile ist der Gemeinderaum in der Mühle in diesen Arbeitsauftrag eingeschlossen. Vor einigen Jahren übernahm sie darüber hinaus zusammen mit ihrem Mann die Unterhaltung der Außenanlagen. Bekannt ist sie dafür, dass sie nicht „auf die Minute schaut“. Einige Aufgaben sind ohnehin keinem Bereich eindeutig zuzuordnen: Küsterin Karin Stamme ist seit 24 Jahren ehrenamtlich im Kapellenvorstand tätig. Laut Vertrag, den sie vor 30 Jahren erhielt, endete ihr Arbeitsverhältnis mit der Vollendung ihres 65. Lebensjahres, seitdem wird er jeweils um zwei Jahre verlängert.

Einen Zugang zum Glauben habe sie schon immer gehabt, sagt Karin Stamme. Wichtig sei ihr der Kontakt zu den Menschen. Spätestens eine Dreiviertelstunde vor Gottesdienstbeginn schließt sie die Kapelle auf. Die Besucher kommen zeitig, ein „Schnack“ mit der Küsterin gehört für viele zum Sonntagmorgen wie das sprichwörtliche „Amen in der Kirche“. Karin Stamme sieht ihre Aufgabe als ein besonderes Geschenk – nicht nur, weil der Weg zu ihrem Arbeitsplatz nur ein Steinwurf von ihrem Wohnhaus entfernt ist: „Für mich ist der Küsterdienst eine Lebensaufgabe, die mir große Freude bereitet.“

„Die Männer rechts, die Frauen links“

In den vergangenen 30 Jahren hat sich vieles verändert. Als sie anfing, saßen die älteren Gottesdienstbesucher noch nach Geschlechtern getrennt: „Die Männer rechts, die Frauen links“, erinnert sie sich lachend: „Von Sulingen kannte ich das nicht. Aber das hat sich hier inzwischen auch erledigt.“

Rückblickend denkt sie an eine schöne Zeit, vor allem an die 25 gemeinsamen Jahre mit Pastor Klaus Kenneweg und Organist Wilfried Grote: „Wir waren ein eingespieltes Team.“ Aufregend war die Sanierungsphase der Kapelle, spannend die Monate der Vakanz und die des Neuanfangs mit Pastor Westphal. Karin Stamme: „Mir liegt viel an der guten Zusammenarbeit.“

Ja, Pannen habe es auch gegeben, räumt Karin Stamme ein, die im Grunde die Zuverlässigkeit in Person ist. Einmal habe sie bei der Vorbereitung eines Gottesdienstes anlässlich einer Goldenen Hochzeit vergessen, nach der Uhrzeit zu fragen. Sie war nicht wie üblich für 11, sondern schon für 10 Uhr anberaumt. „In der Kapelle war es nicht gerade warm“, sagt Karin Stamme.

Zu den Aufgaben, denen sie akribisch nachgeht, gehört das Beläuten: „Einmal war ich drei Minuten zu früh – so etwas fällt auf in Siedenburg.“

Am Sonntag will die Kapellengemeinde ihr 30-jähriges Dienstjubiläum würdigen. „Davor habe ich ein wenig Bammel“, gesteht Karin Stamme: „Ich bin am liebsten im Hintergrund.“ 

mks

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