Zukunft ungewiss

Hallenbad in Borstel: „Isolierung des Beckens - Fehlanzeige“

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Machen sich ein Bild von der Lage: Rainer Ahrens (links) und Michael Schubert.

Borstel – Die Sportstätten der Samtgemeinde Siedenburg, Standort Borstel, sind zurzeit „Großbaustelle“: Die Dachsanierung der Turnhalle ist in vollem Gange, die Zukunft des Hallenbads dagegen noch ungewiss.

Seit drei Jahren hat das Hallenbad Wasserverlust zu verzeichnen. Drei Gutachter haben die Anlage in den letzten Monaten im Auftrag der Versicherung inspiziert. „Damals wurde offenbar gepfuscht“, fasst Bauamtsleiter Michael Schubert deren Einschätzung zusammen. Neun Skimmer – unterirdisch verlegte Stahlrohre – führen das Wasser über eine Sammelleitung aus Kunststoff in die Filteranlage ab. „Vier von ihnen sind brüchig, die anderen kurz davor. Das ist wie ein Domino-Effekt“, erklärt Schubert.

Der Druck auf die Skimmer ist hoch, da der Boden im Zuge der Bauarbeiten 1969 nicht hinreichend verdichtet wurde. Ein Austausch der Rohre ist schwierig, da der Platz zwischen Beckenrand und Außenwand zu eng ist. Schubert: „Wir bekommen Probleme mit der Statik des Beckenkörpers. Keine Reparaturfirma ist bereit zu gewährleisten, dass es keine Folgeschäden gibt.“

Auch in anderer Hinsicht entspricht das Bad nicht den heutigen Anforderungen. „Vor 50 Jahren hat der Liter Öl zehn Cent gekostet. Dämmung war damals kein Thema“, weiß Samtgemeindebürgermeister Rainer Ahrens: „Isolierung des Beckens: Fehlanzeige.“ Das Bad habe Bestandsschutz, entspreche aber nicht mehr den heutigen DIN-Vorschriften.

Wie geht es weiter? Laut Ahrens sind zwei Varianten denkbar. Die Kosten für die Reparatur der schadhaften Stellen, rund 100.000 Euro, würde zu 100 Prozent die Versicherung übernehmen. Die Samtgemeinde müsste eine Summe von weiteren 100.000 Euro investieren, um die Anlage mittelfristig weiterbetreiben zu können.

Ein Gedankenspiel von Experten: Der Einbau eines Edelstahlbeckens und die Erneuerung der Technik. Ahrens beziffert die Kosten für eine energetische Komplettsanierung mit 750.000 Euro, hierfür könne man einen Zuschuss aus dem Sportstättenförderprogramm in Höhe von 60 Prozent erwarten. Und einen Beitrag der Versicherung. Die letztgenannte Variante würde sich durch deutlich reduzierte Bewirtschaftungskosten langfristig positiv auswirken.

Für die Verwaltung habe der Erhalt des Bades eine hohe Priorität – auch und besonders im Hinblick auf die Nutzung durch Kindergarten und Schule. Ahrens kündigte an, die Samtgemeinderatsmitglieder zu einem Ortstermin einzuladen und für beide oben genannten Varianten Kosten ermitteln zu lassen – Grundlage für die Entscheidung der Politik.

Gute Nachrichten gibt es in puncto Dachsanierung von Turnhalle und ehemaligem Kindergarten. Aufgrund von Engpässen der Dachdeckerfirma mussten die eigentlich für die Sommermonate geplanten Arbeiten mehrfach verschoben werden.

„Wir haben die Zusage, dass die Maßnahme zum 4. November abgeschlossen ist“, sagt Ahrens. Das Asbest-Dach wird zurzeit mit Aluminium-Trapezplatten neu gedeckt. Die energetische Sanierung, Kosten: 110.000 Euro, wird nach Niedersächsischem Kommunal-Investitions-Förderungsgesetz mit 43.000 Euro bezuschusst.

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