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Trecker-Treff bei „Fidi“ mobilisiert die Menschen

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Von: Martina Kurth-Schumacher

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Das Treffen in Staffhorst zog Fachpublikum und Laien gleichermaßen an.
Das Treffen in Staffhorst zog Fachpublikum und Laien gleichermaßen an. © Kurth-Schumacher, Martina

Teilnehmer und Gäste strömen zur Premiere des Oldtimer-Treffens in Staffhorst. Wolters ist überwältigt: „Das übertrifft all unsere Erwartungen!“

Staffhorst – Schon mittags zeichnete sich ab, dass die Premiere des Oldtimer-Treffs ein Erfolg wird: Anderthalb Stunden vor Beginn tuckerten die ersten Schlepper und Traktoren auf die Wiesen hinter dem Gasthaus Wolters und um 12 Uhr war noch kein Ende der „Blechlawine“ abzusehen.

Cheforganisator Friedhelm „Fidi“ Wolters schwankte zwischen Begeisterung über die überwältigende Resonanz und Besorgnis, dass nicht alle Oldtimerfreunde Platz finden: „Angemeldet haben sich knapp 200, inzwischen sind wir bei 250 bis 280 – das ist schon irgendwie rührend.“

Baumstämme ziehen können die Oldtimer immer noch sehr gut.
Baumstämme ziehen können die Oldtimer immer noch sehr gut. © Kurth-Schumacher

Schlepper und Traktoren der Marken Lanz Bulldog, John Deere, David Brown, Güldner, Schlüter, Mc Cornick oder Allgaier zogen die Blicke der Besucher auf sich: einige in Vollendung restauriert, andere geduldig wartend auf das Ende ihres Dornröschenschlafs. Während sich Nicht-Eingeweihte über die Ansammlung außergewöhnlicher „Schmuckstücke“ freuten, begutachteten Insider die Zugmaschinen fachmännisch und fachsimpelten über ihre Stärken und Schwächen. Einig waren sich Gastgeber und Gäste in der Einschätzung, dass es nach der langen Corona-Pause höchste Zeit für solch eine Veranstaltung war.

Einige Vereine waren mit großer Abordnung angerückt. Die „AG Alteisen“, Oldtimerfreunde aus Asendorf, war laut ihrem Vorsitzenden Malik Tharia mit 15 Schleppern vertreten, die Oldtimerfreunde Holzhausen mit zwölf. „Es macht Spaß, wieder einmal zusammen unterwegs zu sein und zu zeigen, was man hat“, sagte Günther Hespenheide, dafür habe der eine oder andere mehrere Stunden Anfahrt in Kauf genommen.

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Unkundige, die sich Informationen über die Schlepper erhofften, wurden oft enttäuscht, Schilder mit technischen Daten suchte man meist vergeblich. Hinweise auf Besitzer und Vorbesitzer oder die Zahl der Arbeitsstunden, die in die Restauration geflossen sind, waren die Ausnahme. Leider waren die jeweiligen Halter meist nicht an ihren Fahrzeugen zu finden, sondern selbst auf Entdeckungsreise auf dem Platz. So blieb etwa die Frage offen, ob der Porsche Diesel (Baujahr 1958) mit Berliner Kennzeichen tatsächlich aus der Bundeshauptstadt angefahren war. Unklar auch das Schicksal des „I.A.M.E Pampa“. Von seiner Art, einem exakten Nachbau des deutschen Lanz Bulldog, wurden in den 1950er Jahren nur 3700 bis 3800 Exemplare in Argentinien gefertigt. Es wäre spannend gewesen zu erfahren, wie das stattliche Eisenross mit „instrucciones“ zur Bedienung auf Spanisch den Weg nach Deutschland gefunden hat.

Unklar ist, ob der Besitzer aus Berlin angetuckert ist.
Unklar ist, ob der Besitzer aus Berlin angetuckert ist. © Kurth-Schumacher, Martina

Zu den ältesten Oldtimern gehörte ein Hanomag R 40, Baujahr 1947. Mit dem 40 PS starken Traktor habe man früher Rüben verladen, sagte Besitzer Jörg Twietmeyer aus Warpe, im Prinzip sei er aber heute noch „voll einsatzfähig“. Da er eigentlich eher Fan von Fendt-Traktoren sei, suche er einen Käufer. Potentielle Kundschaft war am Sonntag in großer Zahl vorhanden.

„Action“ gab es auf dem Platz hinter dem Gemeindehaus. Wer wollte, konnte sich im Baumstammziehen versuchen – vor allem im Kurvenbereich eine Herausforderung. Mitorganisator Thilo Thiermann, der sich „just for fun“ rechtzeitig vor dem Treffen einen Hanomag Robust (Baujahr 1973) zugelegt hatte, war auch dabei. Damit, dass sich die Veranstaltung als so großer Besuchermagnet erweist, habe niemand gerechnet, räumte er ein: „Das übertrifft all unsere Erwartungen!“

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