Erster Schritt der Sanierung: Neues Sprengwerk stützt Deckentonne

„Implantat“ für Staffhorster Kirche

Über das Dach der Staffhorster Kirche ragt der Autokran. Foto: Bartels
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Über das Dach der Staffhorster Kirche ragt der Autokran.

Staffhorst – Die Staffhorster Kirche ist seit Generationen unangefochten das höchste Gebäude im Ort. Überragt wurde ihr Turm in dieser Woche von einem Kran der Zimmerei Thiermann aus Mellinghausen: Er kam zum Einsatz, weil im Dachstuhl der Kirche ein fehlendes Sprengwerk installiert wurde. Dabei handelt es sich um eine Konstruktion, mit der die Last des Daches aufgefangen werden soll.

Um die Bestandteile auf den Dachstuhl zu bekommen, galt es, einen Teil der Dachhaut zu öffnen, erklärt Thilo Thiermann von der Zimmerei, und dann durch die Öffnung drei 6,50 Meter lange Leimhölzer und einen fünf Meter langen Ständer per Kran hinabzulassen. Das sei nötig gewesen, weil die Hölzer nicht über das enge Treppenhaus des Turms nach oben getragen werden konnten: „Das ist auch für uns das erste Mal, dass wir so etwas bei einer Kirche machen.“

„Es ist super, dass die Zimmerei das so schnell bewerkstelligen konnte“, freut sich Joachim Schütte, Vorsitzender des Kirchenvorstandes. Die Vorgeschichte zu diesem Projekt reicht bereits geraume Zeit zurück: Nachdem 2006 die Kirche von Restauratoren begutachtet wurde, untersuchten Experten der Landeskirche 2009 das Gebäude, um den Bedarf für eine Sanierung zu ermitteln. Dabei stellte sich heraus, dass über der Orgelempore ein Sprengwerk fehlte. Darauf war, so die damalige Vermutung der Fachleute, beim Bau des Kirchenschiffs verzichtet worden; mit dem Hintergedanken, das Dach an dieser Stelle über die Orgelempore abzustützen. Beim Einbau der Orgel sei darauf aber verzichtet worden. Im Laufe der Jahrhunderte senkte sich daher die Deckentonne, was sich in sichtbaren Rissen bemerkbar machte.

Das neue Sprengwerk ist eingesetzt.

„Die Sanierung hat sich lange hingezogen“, sagt Schütte. Die Mittel der Landeskirche für derartige Maßnahmen seien begrenzt, und: „Es hat immer dringlichere Projekte gegeben.“ 2017 sei die Kirche aber noch einmal durch einen Statiker untersucht worden, der akuten Handlungsbedarf bestätigte. Ende 2018 habe daher der Vorstand des Kirchenkreises Nienburg, zu dem die Gemeinde Staffhorst gehört, die Vorfinanzierung der Maßnahmen beschlossen. Ende November des vergangenen Jahres habe es für das Sprengwerk eine Ausschreibung gegeben: „Wir haben bedingt ausgeschrieben, das heißt, es ging nur um Unternehmen aus dem Umkreis, die das kurzfristig ausführen können.“ Als Zeitpunkt für das mit 12.500 Euro veranschlagte Projekt war der Mai vorgesehen, um die eigentlich für Ende April geplante Konfirmation abwarten zu können.

Den Zuschlag erhielt das Unternehmen aus Mellinghausen, das zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht über den neuen Kran verfügt habe – der die Sache erheblich vereinfachte: „So haben sie nur halb so viel Dachfläche wie geplant geöffnet und auch nur die Hälfte an Gerüst gebraucht“, sagt Schütte.

Ein Loch im Dach schafft Zugang für die Balken.

So erfreut der Kirchenvorstandsvorsitzende über das rasche Erledigen dieses Vorhabens auch ist, so ungewiss ist der weitere Fortschritt der Kirchensanierung. An sich habe der Kirchenvorstand gehofft, noch in diesem Jahr die nächsten Punkte auf der Sanierungsliste anzugehen: Die Fenster sind noch einfach verglast und an verschiedenen Stellen undicht, der Mauersockel rund um die Kirche ist rissig und die Außentür an der Ostseite muss ersetzt werden. Erst, wenn das abgeschlossen ist, könne die Sanierung des Innenraums beginnen, erläutert Schütte. Doch aufgrund der Corona-Krise stehe das in den Sternen – „ich bin optimistisch, dass es 2021 weitergeht.“

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