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Torsten Güber, seit November Bürgermeister in Staffhorst: „Ich sehe viele Chancen“

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Von: Martina Kurth-Schumacher

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Staffhorsts Bürgermeister Torsten Güber.
Staffhorsts Bürgermeister Torsten Güber. © Privat

Staffhorst – Staffhorst ist die östlichste Mitgliedsgemeinde der Samtgemeinde Siedenburg. In den vier Ortsteilen Staffhorst, Dienstborstel, Harbergen und Üpsen leben knapp 500 Einwohner. Auf der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats am 4. November erhielt Torsten Güber (56) das einstimmige Votum als politischer Repräsentant und als Verwaltungschef der eingleisig geführten Gemeinde. Über die Ratsarbeit in der neuen Wahlperiode und anstehende Aufgaben spricht er im Interview.

Bürgermeister einer eingleisig geführten Gemeinde zu sein, ist eine verantwortungsvolle Aufgabe. Haben Sie den Umfang der Aufgaben richtig eingeschätzt?

Ich gehöre dem Rat seit 15 Jahren an und war in den letzten zwei Wahlperioden zweiter stellvertretender Bürgermeister, die vielfältigen Aufgaben sind mir somit bekannt. Mir ist wichtig, für alle Einwohner der Gemeinde ein offenes Ohr zu haben und ihre Anregungen, Fragen und Sorgen ernst zu nehmen. Mein Ziel ist, die Gemeinde Staffhorst für die Zukunft solide aufzustellen und die Selbstständigkeit zu bewahren.

Fünf der sieben Mitglieder sind erstmals im Rat vertreten. Ist das eher Problem oder Chance?

Hierin sehe ich eine große Chance. Sicherlich werden auf diese Weise frische und neue Ideen den Weg in den Gemeinderat finden und für konstruktive Diskussionen und gute Beschlüsse sorgen.

Die Dorfregion Samtgemeinde Siedenburg ist ins Dorfentwicklungsprogramm aufgenommen worden. Wo sehen Sie Potenzial in der Gemeinde Staffhorst?

Das ist für die Mitgliedsgemeinden, aber auch für alle Bürger eine tolle Sache. Aktuell hat die Gemeinde Staffhorst noch keine konkreten Pläne – ich freue mich über Vorschläge und Anregungen unserer Einwohner. Da auch private Maßnahmen gefördert werden, erwarte ich in den nächsten Jahren viele positive Impulse in unserer Dorfentwicklung.

Der Rat hat im vergangenen Jahr die Entwicklung der Wohnbaufläche an der Dienstborsteler Straße zurückgestellt. Wie ist der aktuelle Stand?

Dem Gemeinderat liegt und lag es am Herzen, Familien und jungen ortsverbunden Menschen Bauplätze anbieten zu können. Aus diesem Grunde haben wir auch die – planungstechnisch nicht ganz einfache – Entwicklung der Fläche an der Dienstborsteler Straße angeschoben. Hier sind jetzt alle Unwägbarkeiten geklärt. Wir können davon ausgehen, dass die Bautätigkeit Anfang 2023 beginnen kann.

Gibt es weiteren Bedarf an Wohnbau- und an Gewerbeflächen?

Ja, meines Erachtens besteht hierfür kurz- und mittelfristig Bedarf. Sie sind wichtige Aspekte für den Erhalt und die Weiterentwicklung des Gemeinde- und Vereinslebens. Wir sondieren zurzeit Möglichkeiten.

14 Einwohner hatten sich bei der Kommunalwahl für einen der sieben Sitze im Gemeinderat beworben, das Interesse ist also groß. Wie schafft man es, die Bewerber, die den Einzug verpasst haben, in die Arbeit einzubinden?

Aufgrund der unter 500 gesunkenen Einwohnerzahl hatten wir nur sieben Sitze im Rat zu vergeben. Das große Interesse an der Gemeinderatsarbeit hat mich bei der Kommunalwahl 2021 sehr gefreut. Die nicht gewählten Kandidaten können sich indirekt einbringen; in unserer Gemeinde kennt jeder jeden, somit erfolgt ein stetiger Austausch der Ratsmitglieder mit allen Einwohnern.

Im März 2021 war die Rede von ökologischen Maßnahmen in Kooperation mit Landwirten. Wird die Idee weiterverfolgt?

Die Gemeinde Staffhorst steht ökologischen Maßnahmen wohlwollend gegenüber. Konkrete Maßnahmen sind für 2022 nicht geplant, aber im Haushaltsplan ist hierfür ein Betrag eingestellt. Im Gemeinderat ist auch die Berufsgruppe der Landwirte vertreten, ein kurzfristiger und direkter Austausch mit der Landwirtschaft ist also sichergestellt.

Welche großen Projekte stehen in nächster Zeit an?

Zentrale Themen sind die Schaffung von Wohnbau- und Gewerbeflächen, die flächendeckende schnelle Internetversorgung, die Erneuerung und Reparatur von Straßen und die Dorfentwicklungsplanung.

Was fehlt an Infrastruktur in der Gemeinde?

Nach dem Abschluss des Glasfaserausbaus in den „weißen“ Gebieten im Sommer 2022, ist ein schneller Ausbau in den „schwarzen“ und im Besonderen ein Anschluss der „weiß-weißen“ Haushalte überaus wichtig. Flächendeckendes schnelles Internet ist in der heutigen Zeit unbedingt notwendig für Schule, Beruf, Landwirtschaft, Gewerbe und im privaten Umfeld.

Corona hat das öffentliche Leben fast zum Erliegen gebracht. Wie sieht es in Staffhorst aus?

Sicherlich hat die Pandemie das Leben aller Bewohner der Gemeinde in irgendeiner Weise beeinträchtigt und belastet. Die Vereinsarbeit wurde auch in Staffhorst stark heruntergefahren, aber es gab kreative Ideen, soziale Kontakte unter Beachtung der gültigen Coronaregeln zu ermöglichen. Beispielhaft sind hier die Indoor- und Outdoor-Gottesdienste der Kirchengemeinde, die „Mini-Sportwerbewoche“ oder die jüngsten Theateraufführungen. 2022 sind diverse Aktivitäten geplant, ein Veranstaltungskalender wurde bereits verteilt. Wir alle hoffen, dass bald wieder Normalität in unseren Alltag eintritt und wir unser Motto „Kleines Dorf – Große Heimat“ wieder nachhaltig leben können.

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