Nach 38 Jahren: Pastor Klaus Kenneweg nimmt Abschied von Mellinghausen

„Ich bereue keinen Moment“

Mellinghausens scheidender Pastor Klaus Kenneweg mit seiner Ehefrau Gundi. - Foto: Kurth-Schumacher

Mellinghausen - 38 Jahre war Klaus Kenneweg Pastor der Kirchen- und Kapellengemeinde Mellinghausen / Siedenburg. Mit vielen Familien teilte er über Generationen hinweg Freud und Leid. „Auf meiner Zeit hier hat Gottes Segen gelegen. Ich bereue keinen Moment“, unterstreicht der 65-Jährige. Seit einem Jahr übt er, Abschied zu nehmen – eine emotionale Herausforderung.

Klaus Kenneweg wurde 1951 in Celle geboren, seine Kindheit und Jugend verlebte er in Hannover und Emden. Nach seiner Konfirmation arbeitete er ehrenamtlich als Kindergottesdienstmitarbeiter in der evangelischen Kirche. Bevor er sich für den Beruf des Pastors entschied, absolvierte er nach dem Abschluss der Hauptschule zunächst eine Lehre als Feinmechaniker. Ab 1971 besuchte er die Theologische Akademie in Hermannsburg.

Obwohl er ein „Spätberufener“ war, wie Kenneweg sich selbst nennt, wurde er mit seinem Amtsantritt in Mellinghausen (1978) einer der jüngsten Pastoren im Bereich der Landeskirche. Der Landessuperintendent in Osnabrück war seinerzeit seinem Wunsch nach einem Wirkungsfeld in einer Dorfgemeinde gefolgt.

„Ich hatte mir genau so eine Gemeinde vorgestellt, auch wenn ich nie die Absicht hatte, mein ganzes Berufsleben hier zu bleiben“, erinnert sich Kenneweg. Die Familie – Ehefrau Gundi, die sich „in Vollzeit“ ehrenamtlich in die Gemeindearbeit einbrachte, und die Söhne Mirko und Philipp – schlug Wurzeln in Mellinghausen.

Dass die Gemeinde fast 40 Jahre ihr Lebensmittelpunkt blieb, lag nicht nur an dem guten Einvernehmen mit den Menschen in ihrem Umfeld: „Es gab hier einfach viel zu tun“, erklärt Klaus Kenneweg. Die Gebäude waren in einem schlechten Zustand, die Gemeindearbeit lag bedingt durch häufige Wechsel seiner Vorgänger brach. In seine Amtszeit fielen etwa der Bau des Gemeinderaums in Mellinghausen, die Grundsanierung der Kirche und der Siedenburger Kapelle, die Wiedereinführung der Kindergottesdienste oder der Aufbau der Eltern-Kind-Gruppen.

„Wir hatten Mitstreiter, die uns unterstützt haben“, sagt Kenneweg und nennt viele treue Wegbegleiter. Von seinem Selbstverständnis her sei er nie Chef, sondern Teil der Gemeinschaft gewesen: „Ich wollte den Menschen immer auf Augenhöhe begegnen.“ Ebenso wie Gemeinschaftsaktionen mit den örtlichen Vereinen war die Beherbergung von Gästen aus Weißrussland, die im Rahmen der Tschernobyl-Ferienaktion in den Kirchenkreis kamen, Programm – letztere nennt Kenneweg „aktive Friedensarbeit“.

Mitte Juni ziehen Klaus und Gundi Kenneweg in ein Reihenmittelhaus in Braunschweig-Mascherode. Dem Neuanfang sehen sie mit gemischten Gefühlen entgegen. Der klare Schnitt sei wichtig, betont Kenneweg: im Interesse der Gemeinde, seines Nachfolgers und auch in seinem eigenen.

Zum Abschied wünsche er sich einen Schlüssel von Kirche und Kapelle: „Ich möchte nicht wie ein Tourist danach fragen müssen, wenn ich dort für ein stilles Gebet vorbeischauen will.“

Das kommende Jahr werde für ihn ein „Sabbat-Jahr“, kündigt der Geistliche an: „Die Gemeinde hat mich bisher ausgefüllt. Ich werde mich erst einmal meinen Hobbys widmen und mich dann neu orientieren.“ Dass sich langfristig ein neues Betätigungsfeld findet, ist für ihn so sicher wie das Amen in der Kirche.“

mks

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