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Forsten und Jägerschaft errichten in Campen Storchnisthilfen

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Von: Harald Bartels

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Für die Störche gestalteten Dennis Osterholt und Tammo Gräpel den Metallkorb wohnlich.
Für die Störche gestalteten Dennis Osterholt und Tammo Gräpel den Metallkorb wohnlich. © Kerstin Geier

Borstel – Drei neue Nisthilfen für Weißstörche entstanden jetzt im Borsteler Ortsteil Campen in Zusammenarbeit der Niedersächsischen Landesforsten und der örtlichen Jägerschaft.

Hatte sie dabei Gelegenheit, ihrem Chef einmal aufs Dach zu steigen? „Nein“, lacht Kerstin Geier, Naturschutzförsterin des Forstamtes Nienburg der Niedersächsischen Landesforsten. Zwar sei auf dem Grundstück von Forstamtsleiter Henning Schmidtke gearbeitet worden, aber alle seien „auf dem Boden geblieben“.

Entstanden sei das Projekt gleich aus mehreren Gründen. Schmidtke habe schon länger etwas gemeinsam mit der Jägerschaft geplant. Zugleich habe sich eine Anwohnerin gemeldet, die bereits mehrfach bei Spaziergängen vor Ort Weißstörche beobachtet habe: „Sie hat gefragt, ob wir da nicht mal etwas machen können.“

Also hätten Felix Geßner, Tammo Gräpel und Dennis Osterholt, drei der sechs Forstwirt-Auszubildenden des Forstamtes, zusammen mit ihrem Ausbilder Dieter Höfig in den Wäldern der Landesforsten Lärchenstämme geerntet und entsprechend bearbeitet. Die Stämme sollen als Masten für die Nisthilfen dienen. Diese bestehen aus Metallkörben, die nun mit zuvor von den Auszubildenden geschnittenem Birkenreisig und Stroh für die Vögel „wohnlich gestaltet“ wurden. Die Masten werden in Kürze von der Jägerschaft aufgestellt: einer am Rand eines Feuchtbiotops an der Siede, das auf einer Fläche der Landesforsten gelegen ist, die anderen beiden auf Flächen von heimischen Landwirten. Darauf bieten die Nisthilfen dann in acht bis zehn Metern Höhe eine Heimstatt für Storchenpaare.

Auf Stroh und Birkenreisig sollen sich die Störche wohlfühlen.
Auf Stroh und Birkenreisig sollen sich die Störche wohlfühlen. © Kerstin Geier

Es sei das erste Mal, dass vom Forstamt Nienburg Nisthilfen für Weißstörche realisiert werden, sagt Kerstin Geier, denn „das sind keine typischen Waldbewohner.“ Nisthilfen fertige man häufiger, etwa für Schwarzstörche, Fischadler oder Uhus, die auch im Wald leben.

Dass die Nisthilfen noch in diesem Jahr bewohnt werden, glaubt die Expertin nicht: „Es kann durchaus sein, dass sie von Störchen schon erkundet werden, aber ich rechne nicht mit einer Brut.“ Eigentlich hätten sie bereits im Winter aufgestellt werden sollen, aber die Fertigstellung der Metallkörbe habe sich verzögert. Auf jeden Fall werde man beobachten, wie die Nisthilfen von den Vögeln angenommen werden. „Das Nest auf unserer Fläche ist auch für Spaziergänger einsehbar, und der Storch ist da glücklicherweise recht tolerant.“

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