Eichenstamm wächst durch Wohnraum

Erstes Baumhaus von Silvia und Hans Maassen in Bockhop ist fertig

Das erste Baumhaus ist fertig, drei weitere wollen Maassens realisieren.
+
Das erste Baumhaus ist fertig, drei weitere wollen Maassens realisieren.

Bockhop – Nach knapp elf Monaten haben Hans und Silvia Maassen das erste Etappenziel erreicht: Baumhaus Nummer eins ist fertig. „Wir müssen noch die Wände ölen und die Räume einrichten, aber ab Ende der 20. Kalenderwoche könnten wir im Prinzip vermieten“, sagt Silvia Maassen, Betreiberin der künftigen Herberge.

Anfang Juli vergangenen Jahres war die „Grundsteinlegung“ erfolgt, zwei Monate später wurde Richtfest gefeiert. Der Innenausbau habe sich länger hingezogen als erwartet, erklärt Hans Maassen: Er habe das eine oder andere Mal Plan A verworfen und Plan B oder C aus der Schublade geholt, bis das Ergebnis seinen hohen Ansprüchen genügte. Inzwischen hat er „mindestens 3 000 Arbeitsstunden“ investiert. Und einen „mittleren fünfstelligen Betrag“ für Material und Inneneinrichtung.

„Wir haben es so gebaut, als wollten wir selbst dort einziehen“, sagt Silvia Maassen. Das Haus verfügt über drei Zimmer mit insgesamt 40 Quadratmetern Wohnfläche auf zwei Ebenen, eine Sitzecke im überdachten Eingangsbereich sowie eine geräumige Dachterrasse in acht Meter Höhe – „eine perfekte Allianz von Funktionalität, Schlichtheit und Luxus“. Der mächtige Stamm der 120 Jahre alten Eiche ist nicht nur tragendes, sondern auch gestaltendes Element des Hauses: Er wächst quasi durch den Wohnraum. Schwitzwasser läuft vom Stamm in ein Beet, das Silvia Maassen mitten in der „guten Stube“ angelegt hat. Die Löcher im Boden und in der Decke werde er erst in fünf bis sechs Jahren vergrößern müssen, vermutet Hans Maassen: Eichen wachsen langsam.

Silvia und Hans Maassen am Stamm der 120 Jahre alten Eiche, die quasi durch den Wohnraum wächst.

Das große Fenster gibt den Blick frei in den idyllischen Garten. Beeindruckend ist auch die Aussicht von der Dachterrasse – inklusive Frosch- und Vogelkonzert. Das aufwendig isolierte Haus ist mit Heizung und Holz-Speicherofen ausgestattet und somit ganzjährig bewohnbar. Gern würden sie ihr Paradies endlich mit Gästen teilen, betonen die Maassens.

Einen positiven Aspekt habe die Verzögerung allerdings: „Das Baumhaus ist inzwischen sturmerprobt. Der Baum bewegt sich, das Haus nicht.“ Der zweistöckige Bau ist mit vier Garnier-Schrauben in zwei Eichen verankert, die mit mindestens 21 Tonnen belastbar sind. „Wir kommen auf 6,5 Tonnen inklusive Inneneinrichtung“, erklärt Hans Maassen sein Prinzip „safety first“.

Beeindruckend ist die Aussicht von der Dachterrasse – inklusive Frosch- und Vogelkonzert.

Auf Wunsch wird den Gästen Frühstück im Baumhaus serviert. Oder an einem der vielen schönen Rückzugsorte in der 23 000 Quadratmeter großen Gartenanlage, die über einen Outdoor-Wellnessbereich, Außen-Küche und diverse Grillplätze verfügt. Anfragen gab es bereits im vergangenen Jahr, Buchungen hat Silvia Maassen bislang noch nicht angenommen: „Das macht keinen Sinn, solange wir nicht wissen, wann die Corona-Beschränkungen aufgehoben werden.“ Tragisch ist, dass Maassens als „Neuunternehmer“ auf Corona-Hilfen keinen Anspruch haben: Da sie keinen Vorjahresumsatz nachweisen können, fehlt die Berechnungsgrundlage.

Alles Handarbeit – die Eingangstür von innen.

Nach der Fertigstellung werden sich Silvia und Hans Maassen im Baumhaus einen Tag Urlaub gönnen. Und dann mit dem nächsten Projekt beginnen: An der Eiche, die einen Steinwurf entfernt liegt, sind bereits die Seilzüge angebracht, mit denen das Baumaterial für Haus Nummer zwei in die Höhe gezogen werden soll. Das Holz für den Rohbau habe er sich dank des Entgegenkommens einer Sulinger Firma zu einem fairen Preis sichern können, sagt Hans Maassen. Angesichts langer Lieferzeiten und explodierender Kosten sei das nicht selbstverständlich: „Der Preis für Bauholz ist in den letzten Monaten um das Vierfache gestiegen, der für Dachlatten sogar um das Zehnfache.“

Er hofft, dass sich der Markt im nächsten Jahr wieder beruhigt, denn mittelfristig sollen zwei weitere Baumhäuser entstehen; jedes dem Grundprinzip folgend „exklusiv und qualitativ hochwertig“, aber mit individuellem „Charakter“.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Brandschutzprüfung: Polizei bricht in „Rigaer 94“ Türen auf

Brandschutzprüfung: Polizei bricht in „Rigaer 94“ Türen auf

Italien nach Sieg gegen die Schweiz im EM-Achtelfinale

Italien nach Sieg gegen die Schweiz im EM-Achtelfinale

Wales siegt dank Bale und Ramsey - Türkei vor Turnier-Aus

Wales siegt dank Bale und Ramsey - Türkei vor Turnier-Aus

Biden und Putin gehen beim Gipfel in Genf aufeinander zu

Biden und Putin gehen beim Gipfel in Genf aufeinander zu

Meistgelesene Artikel

Barnstorfer Bauherr Stefan Bruns baut Tankstelle und Fitnessstudio

Barnstorfer Bauherr Stefan Bruns baut Tankstelle und Fitnessstudio

Barnstorfer Bauherr Stefan Bruns baut Tankstelle und Fitnessstudio
Gemeinschaftspraxis Both/Könenkamp eröffnet im Juli in Sulingen

Gemeinschaftspraxis Both/Könenkamp eröffnet im Juli in Sulingen

Gemeinschaftspraxis Both/Könenkamp eröffnet im Juli in Sulingen
Hinweise und Bedenken zur Zentralklinik

Hinweise und Bedenken zur Zentralklinik

Hinweise und Bedenken zur Zentralklinik

Kommentare