Nutzen-Kosten-Verhältnis als „wirtschaftlich“ bewertet

Erhält Borstel eine Ortsumgehung?

Eine Planskizze aus dem Entwurf des Ministeriums.

Borstel - 3,2 Kilometer lang und 10,6 Millionen Euro teuer: Eckdaten einer möglichen Ortsumgehung für die Gemeinde Borstel, die, laut Pressemitteilung des CDU-Bundestagsabgeordneten Axel Knoerig, auf der Liste der rund 1 000 geplanten Projekte des Bundesverkehrswegeplanes 2030 steht. Die Ortsumgehung Borstel sei als Abschnitt eines sechsteiligen Großprojektes entlang der Bundesstraße 214 (von der Anschlussstelle Holdorf an der A 1 bis zur Anschlussstelle Schwarmstedt an der A 7) eingeplant.

„Im Rahmen des Gesamtprojektes sollen die Bürger in den Landkreisen Diepholz und Nienburg, insbesondere südlich und westlich von Sulingen, bei langen Fahrtzeiten entlastet werden“, erklärt Knoerig. Der Neubau solle daher die Mittelzentren Diepholz, Sulingen und Nienburg besser miteinander sowie mit den Oberzentren verbinden.

„Insbesondere sollen auch die Ortsdurchfahrten wie Borstel von hohem Verkehrsaufkommen entlastet werden“, heißt es in der Pressemitteilung. „Für Borstel ist das eine Chance“, kommentiert Bürgermeister Dieter Engelbart die frohe Kunde. Die Planungen gebe es seit 40 Jahren, vor etwa zehn Jahren habe sich der Rat erneut für die Ortsumgehung ausgesprochen. Die nördliche Trasse, wie jetzt geplant, sei diejenige, die eher umzusetzen sei, passe genau. Im Süden würde eine Ortsumgehung durch Moor führen – und sei damit wesentlich aufwendiger im Bau.

Der Projektbeschreibung zufolge fahren über 7 000 Fahrzeuge täglich durch Borstel, mit einem Lkw-Anteil von 18 Prozent (Engelbart: „Das variiert von Tag zu Tag, es gibt auch Zählungen mit 12000 Fahrzeugen. Auch der Lkw-Anteil kann an manchen Tagen höher sein“). Als weitere Mängel werden vermehrte Unfälle mit Personenschaden sowie Lärm- und Abgasimmissionen aufgeführt.

Die geplante Ortsumgehung Borstel (Listennummer 777) werde als zweistreifiger Neubau mit einem relativ hohen Nutzen-Kosten-Verhältnis aktuell als „wirtschaftlich“ bewertet – und werde trotz des noch frühen Planungsstandes im „weiteren Bedarf“ eingestuft. „Das bedeutet, dass das Projekt aus verkehrspolitischer Sicht zwar als sinnvoll erachtet wird, aber aufgrund der begrenzten Mittel bis 2030 erst einmal Vorhaben mit einer höheren Einstufung umgesetzt werden“, erklärt Knoerig. „Ich werde mich dennoch für eine bessere Bewertung der Umgehungsstraße Borstel einsetzen.“

Die jetzt geplante Trasse führe über den Hoyaer Weg, den Siedenbuger Weg und die Siedenburger Straße – wohl mit entsprechenden Überführungen. Einzusehen sind die Trassenführung und die bisherige Eckdatennsammlung im Internet auf der Seite des Bundesministeriums unter dem folgenden Link:

www.bvwpprojekte.de/strasse/B214-G50-NI-T3-NI/B214-G50-NI-T3-NI.html

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