Video-Einladung zum Betriebsbesuch

Catharina und Marvin Campe stellen ihren Hof in Staffhorst bei YouTube vor

Catharina und Marvin Campe halten einen Laptop.
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Das „MyKuhTube“-Video über ihren Hof in Staffhorst präsentieren Catharina und Marvin Campe auf dem Laptop.

Staffhorst – Unter die YouTuber gegangen sind Catharina und Marvin Campe aus Staffhorst: Seit wenigen Tagen ist im Internet ein Beitrag unter dem Titel „Unsere Herzen schlagen für Kühe“ zu sehen, in dem sie zusammen mit ihren Kindern und Auszubildenden ihren Milchviehbetrieb vorstellen.

Allerdings soll daraus kein Neben- oder gar Hauptjob werden: „Das werden wir sicher nicht jedes Jahr machen, weil es so aufwendig war“, stellt Marvin Campe klar, „aber das Feedback hat uns bestätigt, dass sich der Aufwand gelohnt hat.“

Die Idee dazu hätten beide schon lange gehabt, berichtet Catharina Campe. „Wir laden die Leute ein, auf unseren Hof zu kommen und sich alles selbst anzusehen, aber bislang sind nur unsere Nachbarn gekommen.“ Deswegen wolle man einen neuen Weg gehen, und dabei habe ein ehemaliger Auszubildender geholfen: Nicolai Mackenstedt aus Rehden, inzwischen Student der Agrarwissenschaften, habe ihnen ein selbst gedrehtes Video von einer Urlaubsreise gezeigt und halte mittlerweile auch Filmvorträge. „Er hat ein Auge für das schöne Bild und hatte Lust dazu, uns zu helfen.“

Gastbeitrag bei „MyKuhTube“

Zwei Tage dauerten die Dreharbeiten im Mai. „Wir wollten einen ganzen Tag von Sonnenaufgang bis zur Nacht zeigen“, denn auf dem Hof werde nicht nur acht Stunden pro Tag gearbeitet, sondern so, wie die Tiere und das Wetter es vorgeben. Das Ergebnis sei so gut gewesen, dass sie das Material dem Projekt „MyKuhTube“ der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen (LVN) angeboten hätten. Die LVN habe schon häufiger angefragt, ob sich der Hof nicht an Aktionen beteiligen wolle, berichtet Catharina Campe, und die Agentur der LVN habe den Film dann professionell geschnitten und sich um die Veröffentlichung als Gastbeitrag gekümmert.

Bei YouTube wurde der etwas mehr als drei Minuten lange Clip inzwischen mehr als 5 500 Mal aufgerufen. „Bei Instagram gab es durchweg positive Kommentare, und bei YouTube überwiegend auch“, so Marvin Campe, aber auf die Kommentare antworte ebenfalls die Agentur. Die Landwirtschaft sei viel Kritik ausgesetzt, und es werde immer über das Schlagwort „Agrarindustrie“ diskutiert, aber „uns war wichtig, herauszustellen, dass es ein Familienbetrieb ist.“ Die Menschen hätten oft Bilder von Landwirtschaft im Kopf, und fachliche Erklärungen seien für Laien oft nur schwer verständlich und würden sie kaum erreichen. Deswegen habe man sich für den emotionalen Weg entschieden, denn „es geht uns darum, mehr Menschen zu erreichen. Die extremen Kritiker der Nutztierhaltung können wir nicht überzeugen, aber uns geht es um die anderen 98 Prozent.“ Das Video solle eben auch ein Aufruf zum Dialog sein.

Nachahmer erwünscht

Bislang ist der Hof der einzige aus dem Landkreis Diepholz, der bei „MyKuhTube“ vertreten ist, aber vielleicht gebe es nun auch Nachahmer. „Das ist leicht umzusetzen“, ermuntert Catharina Campe: „Drohnen sind vielfach schon auf den Betrieben vorhanden, und man muss nur eine Idee entwickeln, und alles andere wird sich finden.“ Wichtig sei nur, sich davon zu lösen, „dass nur perfekte Mittel der perfekte Weg sind.“ Unterstützung gebe es beispielsweise auch beim Landvolk.

„Wir wollten der Kritik etwas Positives entgegensetzen und haben viel daraus gelernt“, fasst sie zusammen. „Wir gehen auch jeden Tag wieder positiv gestimmt heraus, weil wir daran glauben, dass es weitergeht.“

Informationen zu „MyKuhTube“

Informationen rund um die Milchviehhaltung vermittelt die Plattform „MyKuhTube“. Verantwortet von der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen sind seit Mai 2013 rund 700 Videos entstanden, die sich mit einer Vielzahl von Themen beschäftigen, ob Einblicke beim Melken oder der Stallreinigung, Futterernte oder die Bedeutung von Ohrmarken. Produziert werden sie von Milchviehaltern aus Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen. Die Besonderheit dabei: Die Filme werden nicht professionell erstellt, sondern von den Akteuren vor Ort selbst gedreht und nur für die Veröffentlichung aufbereitet. Neben der Internetseite mykuhtube.de gibt es dazu einen eigenen YouTube-Kanal mit mehr als 58 000 Abonnenten sowie einen Instagram-Kanal (my_kuhtube_official) mit mehr als 15 000 Followern und eine Facebook-Seite.

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