Keramik und edler Schmuck in Harbergen

Dialog mit Farbe und Struktur

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Keramikerin Monika Debus (l.) und Gastgeberin Katrin Bindernagel-Wildt.

Harbergen - Monika Debus nennt ihre Objekte schlicht „Wandarbeiten“. „Ich möchte den Betrachter nicht festlegen, sondern ihm Raum geben für eigene Interpretationen“, erklärt die Keramikerin aus Höhr-Grenzhausen. Sie war am Wochenende Gastkünstlerin der Ausstellung von Katrin Bindernagel-Wildt und Heinrich A. Wildt, die einmal jährlich ausgewählte Stücke ihrer Gold- und Silberschmiede präsentieren.

Die Wandarbeiten von Monika Debus, in Plattenbautechnik modellierte Hohlkörper, bestechen durch ihre organischen Formen und ihre ganzheitliche Farbstruktur. Durch mit feinem Pinselstrich aufgetragene Engoben in gedeckten Farbtönen nimmt die Künstlerin den Charakter der Objekte auf und bringt die Form in einen berührenden Dialog mit Farbe und Struktur.

Monika Debus ist eine der wenigen, die sich auf die traditionelle Technik der „Kannenbäcker“ verstehen: den Salzbrand. Bei 1.140 Grad und unter Zugabe von Salz verändern der Scherben und die Engoben ihre Farben. Sie erhalten die charakteristische Anflugglasur, ein Prozess, der gleichermaßen von handwerklichem Können und von Zufall bestimmt ist. Seit ihre Arbeiten im In- und Ausland Ansehen genießen (sie sind in öffentlichen Sammlungen und Museen unter anderem in Taiwan, Japan und China zu sehen), trat die Herstellung traditioneller Töpferware und Gebrauchskeramik für Monika Debus in den Hintergrund. Sie konzentriert sich heute auf die Objektkunst.

Eine ganz andere Facette künstlerischer Gestaltung zeigte Gastgeberin Katrin Bindernagel-Wildt. Die Goldschmiedin hat ein Faible für ausgefallene Kombinationen von Gold, Silber oder Platin mit Fossilien, Horn, Muscheln oder Steinen. Für die aktuelle Ausstellung hatte sie hochkarätige Farbedelsteine in Ringe und Broschen gefasst: unter anderem Beryll, Madeira-Citrin und Turmaline in grün, rot und türkis. Einer der vielen Blickpunkte war ein in Wellen geschliffener Aquamarin, den Katrin Bindernagel-Wildt in einen Ring aus Gelbgold gefasst hatte.

Monika Debus hatte ihre Gastgeber im Rahmen einer Ausstellung im Syker Vorwerk kennen gelernt. Sie lobte die besondere Atmosphäre der Gold- und Silberschmiede. Dass der Strom der Besucher eher verhalten war, sah sie positiv: „Man hat Zeit für jeden Einzelnen. Und wer kommt, ist wirklich interessiert.“

mks

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