Eller und Gerdes sind Stellvertreter

Detlef Metzlaff behält nicht begehrtes Bürgermeisteramt in Siedenburg

Der Siedenburger Fleckensrat – sitzend: Carsten Küfe, Fabian Eller, Detlef Metzlaff, Steffen Gerdes, Gemeindedirektor Rainer Ahrens; stehend: Olaf Kersel, Oliver Gerdes, Stefan Treichel, Stefanie Focke, Anja Böhne (es fehlen Thomas Bückmann und Ralf Landwehr; von links).
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Der Siedenburger Fleckensrat – sitzend: Carsten Küfe, Fabian Eller, Detlef Metzlaff, Steffen Gerdes, Gemeindedirektor Rainer Ahrens; stehend: Olaf Kersel, Oliver Gerdes, Stefan Treichel, Stefanie Focke, Anja Böhne (es fehlen Thomas Bückmann und Ralf Landwehr; von links).

Siedenburg – Der Rat des Fleckens Siedenburg hat sich am Mittwoch konstituiert. Auf Vorschlag von Ratsherr Carsten Küfe wählte er Detlef Metzlaff einstimmig erneut zum Bürgermeister, die Stellvertretung übernehmen Neuratsmitglied Fabian Eller und Steffen Gerdes, die ebenfalls das volle Vertrauen ihrer Kollegen genießen – Beschlüsse bei jeweils eigener Enthaltung.

„Wir haben im Vorfeld lange diskutiert, wer unter welchen Bedingungen bereit ist, Verantwortung zu übernehmen“, erklärte Detlef Metzlaff: „Keiner der in den Fleckensrat gewählten Vertreter hat Ambitionen gehabt. Und ich selbst auch nicht.“ Die Frage, wie man mit einer „führungslosen“ Kommune verfahre, habe man mit der Kommunalaufsicht geklärt. Metzlaff: „Wahrscheinlich wäre das auf die Zwangsfusion mit einer Nachbarkommune hinausgelaufen, und das wollten wir auf keinen Fall.“ Konsens sei gewesen, dass die Arbeit des ehrenamtlichen Bürgermeisters auf viele Schultern verteilt wird, bei Jubiläen und Vereinsveranstaltungen werden künftig auch Ratsmitglieder die Gemeinde vertreten. Die Tatsache, dass die Bereitschaft schwindet, neben beruflichen und privaten Verpflichtungen Ehrenämter zu übernehmen, sieht Metzlaff unter anderem in der fehlenden Anerkennung der Arbeit begründet.

Auch Gemeindedirektor Rainer Ahrens schlug in diese Kerbe: In einer Gemeinde, in der mehr kritisiert als gelobt werde, habe man wenig Lust, sich zu engagieren. Er habe ebenfalls lange überlegt, ob er die Verwaltungsaufgaben des Fleckens nicht jemand anderem überlasse. Auf Wunsch des Rates bleibt er ebenso als Gemeindedirektor im Amt wie Michael Mohr als sein Stellvertreter. Ahrens’ Appell an die Einwohner: „Bitte sagt mir künftig persönlich, wenn es Probleme gibt.“ Der Rat hatte vorab einstimmig die Zweigleisigkeit beschlossen.

Einigkeit bestand in der Bildung einer Fraktion. Ihr gehören alle elf Mitglieder an; Vorsitzender ist Detlef Metzlaff, Stellvertreter Steffen Gerdes. Laut Ratsbeschluss wird es in der kommenden Wahlperiode weder einen Verwaltungsausschuss noch Fachausschüsse geben. Der Ansicht des Bürgermeisters, dass „das bei uns im Flecken keinen Sinn macht“, schlossen sich alle Ratsmitglieder an.

Die neue Fassung der von der Verwaltung redaktionell geänderten Geschäftsordnung verabschiedete der Rat mit der von Olaf Kersel angeregten Ergänzung, dass Protokolle nicht „alsbald“, sondern spätestens nach drei Wochen vorliegen sollen.

Zu Beginn der Ratssitzung wurden die Mandatsträger förmlich verpflichtet, ihre ehrenamtliche Aufgabe nach bestem Wissen und Gewissen zu erfüllen und die Gesetze zu beachten. Die Pflichtenbelehrung von Thomas Bückmann und Ralf Landwehr, die am Mittwoch entschuldigt fehlten, wird auf der nächsten Sitzung erfolgen.

Bürgermeister Detlef Metzlaff mit den ehemaligen Ratsmitgliedern Helge Kühling, Heinrich Knoop und Henry Gerdes sowie Gemeindedirektor Rainer Ahrens (von links).

Fabian Eller, Stefan Treichel, Ralf Landwehr und Oliver Gerdes sind in dieser Wahlperiode erstmals im Fleckensrat vertreten. Heinrich Knoop, Helge Kühling und Henry Gerdes, die aus dem Gremium ausgeschieden sind, erhielten auf der konstituierenden Sitzung von Bürgermeister Detlef Metzlaff und Gemeindedirektor Rainer Ahrens Präsente und hörten Dankesworte für ihre langjährige Mitarbeit: „Ihr habt Euch bleibende Verdienste erworben!“

Heinrich Knoop gehörte dem Rat drei Wahlperioden an. „Wir haben gut zusammengearbeitet; gerade deine kritischen Beiträge haben uns nach vorn gebracht“, bescheinigte ihm Bürgermeister Detlef Metzlaff. Streitbar sei auch Helge Kühling gewesen. Ihm habe der Rat viele Anregungen und interessante Sichtweisen zu verdanken. Kühling war seit dem 1. November 1996 ohne Unterbrechung im Rat vertreten. Bemerkenswert und beispiellos nannte Metzlaff das Engagement von Henry Gerdes: Er gehörte dem Gremium seit 1. November 1976 an – mit fünfjähriger Unterbrechung in den Jahren 1996 bis 2001.

„Ich habe mich damals für das Amt beworben, weil ich nicht zufrieden mit der Arbeit von Rat und Verwaltung war“, sagte Helge Kühling, damals 23 Jahre alt. Sein Wunsch: „Haltet unseren schönen Flecken Siedenburg am Leben, auch wenn der Rat relativ wenig Entscheidungskompetenz hat.“ Dass sich Siedenburg nicht „verstecken“ müsse, sei den Gewerbetreibenden und den Vereinen, aber auch dem Rat zu verdanken. Er werde jetzt „die Leute im Samtgemeinderat ärgern“, und vielleicht noch einmal in fünf Jahren für den Fleckenrat kandidieren, kündigte Kühling an.

Henry Gerdes bilanzierte: „Ich habe es in den 40 Jahren mit 35 Ratskollegen, vier Bürgermeistern und drei Hauptverwaltungsbeamten zu tun gehabt.“ Er erinnerte an seine Anfangszeit: Getagt wurde lange, Sitzungsvorlagen gab es nicht und manche Ratssitzung endete beim Spiegeleiessen. Etliches habe man „auf den Weg gebracht: Baugebiete, zwei Sportplätze und die heutige Nutzung der Domäne als Rathaus, die einst Kindergarten, Arztpraxis, Tanzschule und Altenheim beherbergte. „Auch die Bürgermeisterwahlen gingen nicht immer so glatt wie heute“, betonte Gerdes: „Einmal wurde ein kaltes Büfett nicht gebraucht, weil der Kandidat nicht gewählt wurde, ein anderes Mal hat jemand einen Gegenkandidaten vorgeschlagen, obwohl er kein Vorschlagsrecht hatte...“ Dem neuen Rat wünschte er ein „glückliches Händchen“ bei künftigen Entscheidungen.

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