Lagerstättenwasser nach Ehrenburg?

Kritiker zu ExxonMobil-Plänen für Borstel: „Ein Teilerfolg – mehr nicht“

Die stillgelegte Bohrung Siedenburg Z11 bei Borstel soll, ebenso wie der benachbarte Förderplatz, geräumt und rekultiviert werden.
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Die stillgelegte Bohrung Siedenburg Z11 bei Borstel soll, ebenso wie der benachbarte Förderplatz, geräumt und rekultiviert werden.

Borstel – Die „ExxonMobil“ legt ihre Pläne zur Umrüstung der ehemaligen Erdgasförderbohrung Siedenburg Z11 in der Gemeinde Borstel für die Versenkung von Lagerstättenwasser auf Eis, da die bestehenden Kapazitäten ausreichen, hieß es Anfang der Woche in einer Pressemitteilung des Unternehmens. „Das ist für uns ein Teilerfolg – mehr nicht“, sagt Ralf Landwehr von der Bürgerinitiative „Mensch und Umwelt Sulinger Land“.

Positiv sei, dass keine zusätzliche Versenkbohrung in der Samtgemeinde Siedenburg realisiert werde; allerdings falle aus der laufenden Produktion an anderen Standorten weiterhin Lagerstättenwasser an, das entsorgt werden müsse. Landwehr spricht von „Gerüchten“, dass die Verpressungsanlage Wietingsmoor H3, westlich von Ehrenburg, für diesen Zweck ausgebaut werden soll: „Vielleicht gibt es da weniger Widerstand. Das Sulinger Land ist zumindest nicht raus.“

Laut Klaus Torp, Pressesprecher der „ExxonMobil Central Europe Holding GmbH“, bestehen im Landkreis Diepholz in den Bohrungen Groß Lessen Z1 (Stadt Sulingen), Buchhorst Z20 (Gemeinde Wehrbleck), Wietingsmoor H1 (Gemeinde Drentwede) und Wietingsmoor H3 (Gemeinde Ehrenburg) Versenkkapazitäten.

Die im April 2018 stillgelegte Bohrung Siedenburg Z11 soll, ebenso wie der benachbarte Förderplatz Siedenburg Z16, geräumt und rekultiviert werden. Torp: „Die Bohrung wird nach aktuellem Stand der Technik dauerhaft sicher verschlossen, sodass aus der Lagerstätte keine Gase und Flüssigkeiten austreten können. Stillgelegte Erdgasbohrungen werden gemäß der Vorgaben der BVOT – Tiefbohrverordnung – und auf Basis eines bei der zuständigen Bergbehörde, dem Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie, hierfür gesondert zu beantragenden und zuzulassenden Betriebsplans verfüllt. Teile der Verrohrungen werden ausgebaut und die Bohrung mit Spezialzement versehen.“ Die „ExxonMobil“ beziehungsweise ihre Vorgängergesellschaften hätten dieses bewährte Verfahren in den letzten Jahrzehnten vielfach angewendet.

„Das Gas drückt weiterhin von unten, und eine Ewigkeitsgarantie für die Haltbarkeit des Betonpfropfs haben wir nicht“, formuliert Ralf Landwehr die Sorge seiner Mitstreiter und verweist auf Unregelmäßigkeiten an anderen Förderstandorten. Die rund 80 Mitglieder der Bürgerinitiative, die schwerpunktmäßig aus der Samtgemeinde Siedenburg kommen, fühlen sich daher berufen, stillgelegte Anlagen „im Auge zu behalten“. Damit habe die Bürgerinitiative nach wie vor ihre Daseinsberechtigung, auch wenn „ExxonMobil“ den Standort Siedenburg Z11 aufgibt. „Für dieses Thema würden wir gern auch die Bevölkerung aus dem westlichen Sulinger Land sensibilisieren, aber das gestaltet sich schwierig. Vielleicht klappt das besser, wenn es weitere Störungen gibt.“

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