Buch über Rittergüter und Zuschuss zu Grabungen

Hoya Diepholz'sche Landschaft fördert unterschiedliche Projekte 

Landschafts-Präsident Werner von Behr (rechts) und Autor Thorsten Neubert-Preine im Gespräch. Foto: Anke Seidel

Es hat fast 500 Seiten und entführt seine Leser in eine ganz besondere Welt: „Die Rittergüter der Hoya-Diepholz’schen Landschaft“ lautet der Titel des Buches, das bereits 2006 erschienen ist. Jetzt soll es eine gründlich überarbeitete Neuauflage geben. Das berichtete Werner von Behr als Präsident der Hoya-Diepholz’schen Landschaft während der Landtagssitzung im Deutschen Haus in Siedenburg. Vor knapp 70 Vertretern der Landschaft stellte Autor Thorsten Neubert-Preine sein Projekt kurz vor. In welcher Auflage das Werk erscheinen soll, steht noch nicht fest.

Siedenburg - Von Anke Seidel. Die Traditions- und Kulturpflege ist das Herzstück der Hoya-Diepholz’schen Landschaft, deren Wurzeln ein halbes Jahrtausend alt sind. Doch auch diese Organisation muss sich mit der neuen Datenschutzverordnung befassen, wie Landschaftspräsident von Behr klarstellte.

Unter dem Titel „Herrschaft und Landschaft - Macht und Teilhabe“ entsteht zurzeit im Residenzmuseum im Celler Schloss eine neue Dauerausstellung, erfuhren die Teilnehmer in Siedenburg. Demnach soll den Landschaften, die bis heute einzig im Land Niedersachsen als öffentlich-rechtliche Körperschaften fortbestehen, ab 2020 erstmals eine eigenständige Abteilung innerhalb eines landesgeschichtlichen Museums gewidmet werden. Darüber hinaus ist eine Wanderausstellung über das Phänomen der Landschaften in Niedersachsen in Zusammenarbeit mit allen historischen Landschaften vorgesehen.

Stumme Zeugen aus längst vergangenen Jahrhunderten warten im Landesarchiv Hannover auf ihre Restaurierung: 3 244 Akten –113 laufende Meter - aus den ehemaligen Ämtern Bruchhausen und Freudenberg lagern dort und waren vom Leinehochwasser 1946 zum Teil stark beschädigt worden. Als Präsidentin des niedersächsichen Landesarchivs stellte Dr. Sabine Graf das Restaurierungsprojekt vor und berichtete über verschiedene Förderanträge. Die Hoya-Diepholz'sche Landschaft unterstützt es mit 6 000 Euro. Das beschlossen ihre Vertreter einstimmig - und ebenso einen Zuschuss in Höhe von 2 500 Euro für weitere Grabungen auf dem Heiligenberg. Mit 1 500 Euro unterstützt die Landschaft die Drucklegung des Werkes „Ritter und Knappen im Harpstedter Raum“. Sie begeligt sich außerdem mit 1 700 Euro an der Herausgabe eines Geschichtsbuchs über Hoya, das Schüler des Johann-Beckmann-Gymnasiums in Hoya erarbeiten. Für ein Benachteiligten-Projekt in Hoya fließen ebenso 2 000 Euro. Außerdem zahlt die Landschaft 300 Euro für Buchprämien erfolgreicher Landwirtschaftsschüler.

Mit einem einstimmigen Votum verabschiedeten die Teilnehmer den Haushalt. Den Rechenschaftsbericht für das vergangene Jahr hatte zuvor Edith Heckmann gegeben. Über die Arbeit des Landschaftsverbandes Hunte-Weser berichtete Thomas Stahl, bevor Sulingens Bürgermeister Dirk Rauschkolb Fakten zur aktuellen Lage der VGH nannte. Als neuer Direktor der VGH-Stiftung stellte sich Dr. Johannes Janssen vor, bevor Frank Roemer über die Lage der VGH-Regionaldirektion Nienburg berichtete. Michael Schormann verwies auf die große Bedeutung der historischen Landschaften, bevor Dr. Arne Butt unter dem Titel „Keine Herrschaft ohne Landschaft“ über die Grafschaften Hoya und Diepholz im 16. Jahrhundert sprach.

Historie

Im Mittelalter hatten die Grafschaften Hoya und Diepholz jeweils eigene Landstände (Ritterschaft, Klerus, Stadtbürgertum, Bauernschaft). Die Landschaften beteiligten sich an der Verteidigung der jeweiligen Herrschaftsgebiete und vertraten die Interessen der Bevölkerung gegenüber dem Landesherren. Mitte des 18. Jahrhunderts schufen sie eine Feuerversicherungsanstalt (Brandkasse). Die beiden Landschaften vereinigten sich 1863 zur Hoya-Diepholz’schen Landschaft. Die Landschaften haben heute vor allem kulturelle Aufgaben, sind aber nach wie vor Träger Landschaftlichen Brandkasse (Teil der VGH) und wirken dort in allen wichtigen Gremien mit.Die Hoya-Diepholz’sche Landschaft umfasst die Landkreise Diepholz, Nienburg und einen kleinen Teil des Kreises Verden zwischen Weser und Aller. Die Landschaft ist in drei Kurien gegliedert, die sich regelmäßig auf Landtagen zusammenfinden.

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