Männerturnen ist der Ursprung

Borsteler Sportfreunde blicken auf hundertjährige Vereinshistorie

Kleine Gaben unter Freunden: 1970 wurde die Fußballvereins-Partnerschaft mit Stockamöllan ins Leben gerufen.
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Kleine Gaben unter Freunden: 1970 wurde die Fußballvereins-Partnerschaft mit Stockamöllan ins Leben gerufen.

Borstel – „Schade, mit einer großen Feier wird es in diesem Jahr nichts“, bedauert Henning Schmidtke, Vorsitzender der Borsteler Sportfreunde (BSF), die auf 100 Jahre Vereinsgeschichte zurückblicken. Unter anderem war eine Zeltfete geplant, und die habe der Vorstand angesichts der Corona-Lage als aktuell „zu riskant“ eingeschätzt.

Gegründet wurde der Verein am 15. April 1921 als Männerturnverein, 1928 wurde ihm eine Damenriege angegliedert. Ab den 1930er Jahren richtete der Verein auch Fußballturniere aus, die Turner aber blieben die „Aktivposten“: Sie erreichten bei Wettkämpfen überregionale Erfolge.

„Connections“ nach Schweden

Durch persönliche Kontakte nach Schweden rief Heinrich Rottmann 1970 die Fußballvereins-Partnerschaft Borstel – Stockamöllan ins Leben. Sie wurde 38 Jahre mit jährlichen Sportbegegnungen hüben und drüben gepflegt, heute besteht sie auf persönlicher Ebene weiter.

2018 besiegelten die Borsteler Sportfreunde mit dem TSV Siedenburg, dem TSV Mellinghausen und dem SV Staffhorst eine Kooperation auf allen Ebenen.

Nach der kriegsbedingten Pause nahmen die Sportfreunde am 13. Januar 1946 den Übungsbetrieb wieder auf. Im August 1946 gründeten sie – mit 14 weiteren Vereinen im Kreis Nienburg, zu dem Borstel bis zur Gebietsreform 1974 gehörte – die Sparte Fußball. Neues „Aushängeschild“ wurde die Abteilung Handball. Wichtige Meilensteine waren der Bau des Sportplatzes (1956) sowie die Einweihung des Sportheims (1966), der ersten Flutlichtanlage im Landkreis Nienburg (1968) und der Sporthalle (1970). Bau- und Unterhaltungsmaßnahmen erfolgten mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde, die Mitglieder brachten sich traditionell mit umfangreichen Eigenleistungen ein.

Die Damen-Handballmannschaft des Vereins im Jahr 1946 – einträchtig im Gruppenbild mit ihren Gegnerinnen aus Porta-Neesen.

Bemerkenswert und ein Zeichen für Kontinuität ist, dass der heute 450 Mitglieder zählende Verein in seiner 100-jährigen Geschichte nur acht Präsidenten hatte: Friedrich Buhre, Heinrich Freye, Heinrich Dieckvoß, Günter Freye, Manfred Borchers, Gerhard Dieckhoff, Dieter Engelbart und – seit 2015 – Henning Schmidtke. Er freue sich, dass er mit Sigrid Gerdes und Gerd Harzmeier zwei Vorstandsmitglieder an seiner Seite habe, die seit Jahrzehnten für den Hallenbetrieb beziehungsweise die Kassenführung Verantwortung übernehmen, betont Schmidtke.

Seit 1999 unterhalten die Sportfreunde mit dem TSV Siedenburg die gemeinsame Fußballspielgemeinschaft SBS Kickers. Eine zukunftsweisende Entscheidung: Im Juli 2018 besiegelten Henning Schmidtke, Heinz Norrenbrock (TSV Siedenburg), Gebhard Tinnemeier (TSV Mellinghausen) und Gunnar Falldorf (SV Staffhorst) eine Kooperation auf allen Ebenen. Sämtliche Angebote sind seitdem auch für die Mitglieder der jeweiligen Nachbarvereine offen. „Das ist eine große Bereicherung“, sagt Henning Schmidtke: „Wir können jetzt ein breites Spektrum anbieten – Volleyball, Fußball, Leichtathletik, Tischtennis, Turnen und Zumba, sogar Besonderheiten wie eine Theater AG und die Sparte ‚Rad und Skat‘.“

Das Jugendteam Ende der 1950er Jahre.

Man verhindere damit weitgehend, dass die Mitglieder in Vereine außerhalb der Samtgemeinde abwandern. Die Vereinsvorsitzenden haben vor, das Freizeitsport-Angebot weiterzuentwickeln, Leistungssport allerdings „kann und will man“ laut Henning Schmidtke nicht anbieten.

Feier soll 2022 nachgeholt werden

Neben der Daueraufgabe „Akquise von Ehrenamtlichen, die sich als Übungsleiter engagieren“, habe sich der Vorstand vorgenommen, „jedes Jahr ein bis zwei Sachen voranzubringen“. Jüngstes Projekt sei der Bau eines Beachvolleyballplatzes gewesen, aktuell stehe die Sanierung der Duschen an. Auch die konzeptionelle Weiterentwicklung ist geplant: „Nicht jeder Verein muss Sportplätze vorhalten, die sowohl über Flutlicht als auch über eine Bewässerungsanlage verfügen. Das ist ein Thema, das wir in der Kooperation besprechen werden.“

Für das Projekt Jubiläumsfeier gilt „Wiedervorlage im kommenden Jahr“. Henning Schmidtke: „Wir werden das Fest 2022 nachholen – in welcher Form, werden wir im Vorstand entscheiden.“

Die 2. Herren-Fußballmannschaft im Jahr 1961.

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