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Borsteler Hallenbad bekommt aktuell neuen Beckenkörper

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Von: Martina Kurth-Schumacher

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Aktuell wird der neue Beckenkörper des Hallenbades eingebaut.
Aktuell wird der neue Beckenkörper des Hallenbades eingebaut. © Kurth-Schumacher

Borstel – Wenn die Sanierung des Borsteler Hallenbads beendet ist, wird es allen modernen Anforderungen in puncto Energieeffizienz, Komfort und Hygiene entsprechen – so viel scheint festzustehen. Der Zeitpunkt für die Neueröffnung musste allerdings aufgrund unvorhergesehener Probleme immer wieder verschoben werden. Jetzt ist „Land in Sicht“: Samtgemeindebürgermeister Rainer Ahrens geht davon aus, dass das „Anbaden“ im März dieses Jahres erfolgen kann.

Ein kurzer Blick zurück: Im Frühherbst 2019 hatten Gutachter festgestellt, dass brüchige Skimmer, unterirdisch verlegte Stahlrohre, Grund für den Wasserverlust der Anlage waren. Ursache ist vermutlich die mangelnde Verdichtung des Bodens beim Bau des Hallenbades im Jahr 1969. Ein Austausch der Rohre war nicht möglich: Er hätte die Statik gefährdet. Der Rat der Samtgemeinde Siedenburg hatte daraufhin eine grundlegende Sanierung beschlossen. Sie beinhaltete unter anderem die Isolierung des Beckens, um die Bewirtschaftungskosten zu reduzieren.

Die Kosten für die energetische Komplettsanierung und die Erneuerung des Umkleide- und Sanitärbereichs – Letztere wurde nach dem unerwartet günstigen Ausschreibungsergebnis für den Badbereich in das Projekt integriert – liegen insgesamt bei rund einer Million Euro. Eingeplant sind Zuschüsse aus dem Sportstättenförderprogramm in Höhe von 50 Prozent der Investition. „Im Nachhinein hat sich als ungünstig erwiesen, dass auch die Planungskosten gefördert wurden“, erklärt Bauamtsleiter Michael Schubert: „Mit versteckten Mängeln ist beim Bau im Bestand zu rechnen, aber Suchschachtungen waren durch diese Rahmenbedingungen vorab nicht möglich.“

Noch neu verfliest wird die Wand: Christian Fortkamp, Michael Schubert und Rainer Ahrens (von links).
Noch neu verfliest wird die Wand: Christian Fortkamp, Michael Schubert und Rainer Ahrens (von links). © Kurth-Schumacher

Die Probleme zeigten sich im Zuge der Bauarbeiten. Kamerabefahrungen der Entwässerungsleitungen ergaben, dass eine Rohrsanierung per PE-Inliner nicht möglich ist: Die Beschädigungen waren zu umfangreich. Zwischen dem Betonuntergrund und den Fliesen im Gang hatte sich zudem ein Hohlraum gebildet. Die Abwasserrohre im Maschinenraum waren intakt, aber abgesackt – auch hier gab es Handlungsbedarf. Schubert: „Das wäre eine Zeitbombe gewesen.“

Für die erforderliche Erneuerung der Grundleitungen sind Mehrkosten von bis zu 110 000 Euro eingeplant. Das Rechnungsprüfungsamt hat für den Nachtrag bereits grünes Licht gegeben, die Mitglieder des Samtgemeinderates brachten sich am vergangenen Donnerstag bei einem Ortstermin auf den neuesten Stand. Die politischen Gremien werden sich in den nächsten Wochen mit dem Thema beschäftigen.

Mehr Duschen wird es künftig geben.
Mehr Duschen wird es künftig geben. © Kurth-Schumacher

Derweil laufen die Arbeiten auf Hochtouren. Die Technik im Keller ist bereits ausgetauscht, aktuell wird der Beckenkörper eingebaut. „Wir haben uns für Myrtha Pooltechnologie entschieden“, sagt Schwimmmeister Christian Fortkamp. Er hatte zusammen mit Fachplaner Ralf Deye (Deye Consulting, Hatten) die Eckdaten für die Bassins festgelegt, aber auch praktische Erkenntnisse für die Neugestaltung des von Turnhalle und Hallenbad gemeinsam genutzten Sanitär- und Umkleidebereichs einfließen lassen. Unter anderem wird die Zahl der Duschen erhöht.

Potentielle Badbesucher freuen sich auf das Ende der zweieinhalbjährigen Zwangspause: Schwimmmeister Christian Fortkamp hat bereits 100 Kinder für einen Schwimmkursus sowie 80 Anmeldungen für „Aqua-Jogging“ auf seiner Liste.

Für den Tausch der Grundleitungen, hier im Eingangsbereich, sind Mehrkosten bis zu 110 000 Euro eingeplant.
Für den Tausch der Grundleitungen, hier im Eingangsbereich, sind Mehrkosten bis zu 110 000 Euro eingeplant. © Kurth-Schumacher

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