Straße musste voll gesperrt werden

Drei Schwerverletzte bei Unfall auf B214

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Borstel - Dienstagnacht, die B 214 zwischen Sulingen und Nienburg. Um 2 Uhr ist ein Ford Transit auf die Gegenfahrbahn geraten. Er kollidierte mit einem entgegenkommenden Transporter. Die Fahrer der beiden Fahrzeuge wurden bei dem Unfall schwerverletzt, der Rettungsdienst brachte sie in die Kliniken Nienburg und Sulingen. Eine Beifahrerin erlitt leichte Verletzungen, zwei weitere Personen einen Schock. Die Bundesstraße war bis in die Morgenstunden voll gesperrt.

Gründe für den Fahrbahnwechsel des Transits können die Einsatzkräfte am Morgen nicht nennen. Zunächst sind die Ursachen aber nebensächlich. Fürsorglichen Ersthelfern sei es zu verdanken, dass die Bergungsarbeiten positiv verlaufen sind und die Verletzten aus den Fahrzeugen befreit werden konnten. „Die Ersthelfer haben aus unserer Sicht vorbildlich gehandelt“, sagt Thomas Gissing von der Polizeiinspektion Diepholz. 

Gleich zwei Personen hätten sofort einen Notruf abgesetzt und sich über einen längeren Zeitraum um die beiden eingeklemmten Fahrer gekümmert. Die Ersthelfer haben die „Verletzten betreut und ihnen Sicherheit gegeben“, bestätigt Ralf Schröder, Pressesprecher der Feuerwehr Sulingen. 

„Man handelt einfach und denkt nicht nach. Das ist eine Selbstverständlichkeit. Auch wenn man nicht viel tun kann, Mut zusprechen hilft schon“, erläutert einer der Ersthelfer seinen Einsatz. Er selbst fuhr nur ein Stück hinter dem Kleintransporter. Der Gedanke, was passiert wäre, hätte er sich ein Stück näher an der Unfallstelle befunden, sei ihm durch den Kopf gegangen. In Anbetracht der Vorstellung, er hätte der Eingeklemmte sein können, sei es für ihn keine Frage, den Mitmenschen beizustehen. Selbstverständlich sei das aber keineswegs, wissen sowohl Polizei als auch Feuerwehr aus eigener Erfahrung. Immer wieder fahren Menschen an Unfallstellen vorbei, doch „vorbeifahren ist das Schlimmste, was man machen kann“, fügt Gissing hinzu. Anhalten, helfen, einen Notruf absetzen – alles außer Vorbeifahren, betont auch Schröder. 

„Ungewöhnliches Unfallbild“

Eine besondere Schwere erhielt die Situation in Borstel durch ein „ungewöhnliches Unfallbild“, beschreibt es Ralf Schröder. Auf einer Strecke von mehr als 100 Metern waren Trümmer verteilt, der Anhänger des Ford Transit wurde vom Fahrzeug abgerissen. Der Transit stand beschädigt am Straßenrand, der entgegenkommende Transporter kippte durch die Wucht des Aufpralls auf die Seite. Bergung der Fahrerin dauert 90 Minuten Die beiden Fahrer wurden eingeklemmt und mussten von der Feuerwehr mit hydraulischen Rettungssätzen befreit werden. 

Im Falle des Kleinstransporters und seines Fahrers sei dies ohne weitere Zwischenfälle verlaufen. Der 36-Jährige wurde befreit und mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Komplizierter die Situation am Ford Transit: Die Fahrerin konnte nicht durch die Fahrzeugfront geborgen werden. Die Einsatzkräfte mussten das gesamte Fahrzeug ausräumen und die Frau über die Rückseite aus dem Wrack bergen. „Wir wollten sie vernünftig rausholen, ohne weitere Schmerzen zuzufügen – natürlich in Begleitung von Notärzten“, begründet Schröder das Vorgehen auf Nachfrage unserer Zeitung. 90 Minuten habe es gedauert, ehe die Bergung der Frau abgeschlossen werden konnte. Auch sie ist danach in ein Krankenhaus gefahren worden. 

Unfall auf der B214 bei Borstel

Unfall auf der B214 bei Borstel

„Die Beifahrerin hat Glück gehabt“, sagt Gissing. Sie konnte den Transit aus eigener Kraft leichtverletzt verlassen. Mit Blessuren und einem Schock ist sie in ein Krankenhaus gebracht worden. Zwei weitere Personen, die dem Unfall vorausfuhren und umdrehten, um zu helfen, erlitten beim Anblick der Unfallstelle einen Schock und mussten ebenfalls vom Rettungsdienst betreut werden. In den frühen Morgenstunden beendeten die Einsatzkräfte die Bergungs- und AUfräumarbeiten auf der B 214. Die Feuerwehren Borstel, Sulingen und Oyle waren mit 60 Personen an der Unfallstelle, hinzu kamen 14 Rettungsdienstmitarbeiter aus Sulingen, Nienburg, Lemke und Bruchhausen-Vilsen und etwa acht Polizisten.

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