15 Tage auf dem Olavsweg in Norwegen

Klaus-Günther Schulz bereut „nicht einen Schritt“

Selfie von Klaus-Günther Schulz in wildromantischer Landschaft, Treibholz dient als Stativ.

Borstel - „Die Wanderung war sehr anstrengend, aber ich habe nicht einen Schritt bereut“, sagt Klaus-Günther Schulz im Rückblick auf seine Pilgerreise auf dem norwegischen Sankt Olavsweg. Seine Füße trugen den Borsteler in 15 Tagen von Oslo nach Kvam – 310 Kilometer durch atemberaubend schöne Landstriche.

„Ich wollte den Kopf freibekommen“, nennt der 61-Jährige seine Motivation, sich auf dieses Abenteuer einzulassen. Er hatte sich für die Wallfahrt auf dem Olavsweg entschieden, der sich über 643 Kilometer von Oslo bis nach Trondheim zieht. Rund 2000 Pilger suchen hier jährlich Ruhe und Erkenntnis, weit weniger als auf dem Jakobsweg, auf dem Jahr für Jahr etwa 250.000 Wanderer unterwegs sind. Die Idee sei ihm im vergangenen Jahr auf einer Fahrt mit dem Postschiff von Bergen zum Nordkap gekommen, die er mit seiner Frau unternommen hatte. Den letzten Ausschlag habe dann ein Zeitungsbericht über den Sankt Olavsweg gegeben.

Auf Wandererfahrungen konnte Klaus-Günther Schulz nicht zurückgreifen, umso wichtiger war ihm das Konditionstraining in der Heimat vorab. Er bereitete sich mit ausgedehnten Spaziergängen vor. „Einmal habe ich den Steyerberger Berg bestiegen, ein anderes Mal meine Frau in Nienburg bei der Arbeit besucht – beide Male mit Gepäck“, berichtet der Borsteler schmunzelnd. Der Sankt Olavsweg habe ihm letztendlich weit mehr abgefordert, als gedacht: „Ich habe mir das nicht so schwer vorgestellt.“

Die Stabkirche zu Ringebu.

Schon am dritten Tag stellte er fest, dass 22 Kilogramm Reisegepäck deutlich zu viel sind; die sechs Kilo schwere Campingausrüstung schickte er daraufhin nach Hause. Seine Tagesetappen, in der Regel um die 25 Kilometer, richtete er von da an auf die Abstände der dünn gesäten Pilgerherbergen aus. Die Landschaft: überwältigend, das Wetter: ein „typisch norwegischer Mix“ aus Regen und Sonne. Die Wanderroute führte über Wiesen, durch Wälder und zum Teil durch unwegsames Gelände über Bergpfade.

Schulz erinnert sich gern an interessante Begegnungen mit Pilgern aus aller Welt, aber auch mit den Einheimischen, die Freundlichkeit und Gelassenheit ausgestrahlt hätten. Viele haben das Gespräch mit ihm gesucht, ihn mit Informationen über die Sehenswürdigkeiten am Rande der Strecke versorgt oder ihn zum Kaffee eingeladen. Besonders eindrucksvoll fand er das Angebot eines Pensionsbesitzers, der sein Haus wegen Umbaus vorübergehend geschlossen hatte und ihn mit dem Auto zur nächsten, 30 Kilometer entfernten Unterkunft fuhr.

Knieprothesen bestehen Härtetest

Stolz ist Klaus-Günther Schulz darauf, dass seine beiden Knieprothesen, die er 2012 und 2015 bekommen hatte, den „Härtetest“ überstanden haben. Erst nach 15 Tagen stellten sich starke Schmerzen in seinem linken Knie ein. Klaus-Günther Schulz entschied schweren Herzens, die Tour abzubrechen und die verbleibenden 333 Kilometer zum Nidarosdom in Trondheim im kommenden Sommer zu absolvieren.

Zurzeit ist er dabei, hunderte Fotos zu sortieren. Vielleicht werde er auch einmal einen Vortrag über die Erlebnisse seiner Reise halten, überlegt Schulz. Bei den Menschen in seinem persönlichen Umfeld hat er großes Interesse an der Pilgerei ausgemacht, allerdings glaubt er nicht, dass er viele von ihnen dazu ermutigen kann, selbst den Rucksack zu schultern und sich auf den Weg zu machen. Empfehlen kann er es allemal. - mks

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