25 Jahre Gemeinde-Partnerschaft zwischen Étival und Siedenburg

„Angenehme Lebensart“

Wilfried Möhle, Samtgemeindebürgermeister Heinz Siemers, Dora Garlisch und Wolfgang Treichel: erster offizieller Antrittsbesuch in Etival (1992).

Siedenburg - „Ich habe etwas Nettes erwartet und etwas Grandioses vorgefunden“, zitiert die Sulinger Kreiszeitung vom 21. Mai 1991 Gilbert Maurice, Bürgermeister der französischen Gemeinde Étival-lès-le-Mans. Bei der feierlichen Beurkundung der Gemeindepartnerschaft mit der Samtgemeinde Siedenburg lobte dieser die „bescheidenen und höflichen Menschen“ in Siedenburg und ihre „angenehme Lebensart“.

Die 2000-Einwohner-Gemeinde im Norden Frankreichs hatte sich im Spätsommer 1989 aktiv auf die Suche nach einer Partnergemeinde gemacht. Den Kontakt zu Siedenburg vermittelte Hermann Rendigs, Vorsitzender des Förderkreises für das deutsch-französische Jugendwerk und Amtskollege des damaligen Samtgemeindedirektors Wilfried Möhle. Schon im Herbst 1989 kamen zwei Vertreter Étivals nach Siedenburg, den Gegenbesuch machten Samtgemeindedirektor Möhle, sein Stellvertreter Hans Wildfang und Schülerin Tanja Rohlfing im März 1990. Die „Chemie“ stimmte: Im Nachgang beschlossen die politischen Gremien hüben und drüben, die Partnerschaft vertraglich zu besiegeln.

„Damals waren es Vereine, die die Partnerschaft mit Leben füllten“, erinnert sich Rita Wohlers. Auf französischer Seite waren insbesondere der Tischtennisverein, der Tennisverein, der Fußballverein und der Club für Seniorinnen und Senioren an einem Austausch interessiert. Gleichgesinnte fanden sie in den örtlichen Sportvereinen und den Jugendfeuerwehren, in den „Fidelen Volksdänzern“ oder der Akkordeongruppe der Kirchengemeinde Mellinghausen.

Vorsitzende Anja Ahrens und ihre Vorgängerin Rita Wohlers suchen Fotos und Dokumente für die Jubiläumsfeier zusammen.

„1993 ging es richtig los mit dem Austausch“, sagt Rita Wohlers. Freundschaftsbesuche finden seitdem jährlich statt – abwechselnd in Siedenburg und Étival. Die Zahl der Reiseteilnehmer pendelte sich auf „50 bis 60“ ein. Seit 1998 koordiniert der Förderverein Étival die Aktivitäten vor Ort. Vorsitzende waren Wilfried Möhle (1998 bis 2008), Dirk Rauschkolb (2008 bis 2013) und Rita Wohlers (2013 bis 2016), seit Anfang 2016 steht Anja Ahrens an seiner Spitze. Im Laufe der Jahre zogen sich die Vereine zurück, private Freundschaften hielten die Gemeindepartnerschaft am Leben. Mittlerweile ist die „Flaute“ auf beiden Seiten überwunden. Anja Ahrens ist optimistisch, dass die Idee in die nächste Generation getragen wird. Mit Amelie Besler, Emma Book und Heinrich Schmidtke hat der Förderverein drei Vertreter der Jugend, die im letzten Jahr die Hälfte der „Frankreichfahrer’ stellte, als Mitstreiter gewonnen – ein gutes Zeichen.

Was waren die Höhepunkte der letzten 25 Jahre? Rita Wohlers nennt unter anderem die Einladung des französischen Premierministers François Fillon in seinen Amtssitz (Hôtel Matignon, Paris) oder den Besuch von Soldatenfriedhöfen in der Normandie. „Das hat uns sehr berührt, und die Franzosen auch.“ Am Himmelfahrts-Wochenende erwartet Siedenburg 53 Gäste aus Étival zur Feier des silbernen Jubiläums, an dem das „Verschwisterungsversprechen“ erneut beurkundet werden soll. In die Programmgestaltung sind viele Fördervereinsmitglieder eingebunden. „Wir sind ein gutes Team“, sagt Vorsitzende Anja Ahrens.

mks

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