Samtgemeinderat Siedenburg stellt vorsorglich Mittel für Luftreiniger in Schule und Kitas bereit

Ahrens kündigt erneute Kandidatur an

Seine erneute Kandidatur für das Amt kündigte Samtgemeindebürgermeister Rainer Ahrens in der öffentlichen Sitzung des Rates der Samtgemeinde Siedenburg an. 
Foto: Kurth-Schumacher
+
Seine erneute Kandidatur für das Amt kündigte Samtgemeindebürgermeister Rainer Ahrens in der öffentlichen Sitzung des Rates der Samtgemeinde Siedenburg an. Foto: Kurth-Schumacher

Siedenburg – „Ich werde erneut für das Amt des Samtgemeindebürgermeisters kandidieren“, kündigte Verwaltungschef Rainer Ahrens im Rahmen der öffentlichen Sitzung des Rates der Samtgemeinde Siedenburg am Mittwochabend in der Siedenburger Sporthalle an. In den vergangenen sechs Jahren habe man gemeinsam viel bewegt, er freue sich auf die Fortsetzung der guten Zusammenarbeit von Politik und Verwaltung.

Über eine zweite Amtszeit des 57-jährigen Mellinghauseners entscheiden die Einwohner der Samtgemeinde im Rahmen der Kommunalwahlen in Niedersachsen am 12. September kommenden Jahres. Von weiteren Bewerbern um den „Chefsessel“ in der Samtgemeindeverwaltung, in der Rainer Ahrens seit 40 Jahren arbeitet, ist bislang nichts bekannt.

Der Samtgemeinderat beschäftigte sich mit dem Antrag des CDU-Samtgemeindeverbandes, Luftreinigungsgeräte für die Grundschule Siedenburg und die kommunalen Kindertagesstätten zu beschaffen; Kosten: 30 000 Euro.

Die permanente Lüftung sei im Winter nicht „gesundheitsfördernd“, kritisierte Dieter Engelbart das aktuelle Konzept. Er sprach sich für die vorsorgliche Einstellung der genannten Summe im Nachtragshaushalt sowie für den Testlauf mit einem Probegerät aus, um Funktionalität und Geräuschentwicklung zu prüfen.

Ein solches Gerät ersetze nicht das regelmäßige Lüften, außerdem suggeriere es Sicherheit, die nicht vorhanden sei, sagte Ratsherr Detlef Metzlaff. Auch Samtgemeindebürgermeister Ahrens sprach von widersprüchlichen Einschätzungen der Fachleute: „Offenbar ist einiges auf dem Markt, was nicht geeignet ist.“ Ratsherr Jens Köroska setzt auf die technische Entwicklung und sprach sich dafür aus, „noch einen Moment abzuwarten“.

Der Beschluss, vorsorglich Haushaltsmittel bereitzustellen, fiel einstimmig.

Schuldenstand steigt auf 2,566 Millionen Euro

Aufgrund zusätzlicher Aufwendungen und Auszahlungen beschlossen der Samtgemeinderat einen Nachtrag zu dem am 15. Januar verabschiedeten Zahlenwerk für das Haushaltsjahr 2020. „Im Wesentlichen geht es um Mehrkosten in Zusammenhang mit der Sanierung des Hallenbads“, erklärte Kämmerer Michael Mohr. Da anders als ursprünglich geplant auch die Umkleiden und Duschen saniert werden, steigen die Kosten um 242 000 Euro auf 1,052 Millionen Euro. Diese Maßnahme wird ebenfalls mit 50 Prozent gefördert. Darüber hinaus ergibt sich aufgrund von Stellenneubewertungen und Tariferhöhungen ein Mehr an Personalkosten: Die Auszahlungen haben sich um 135 000 Euro erhöht. Der ordentliche Ergebnishaushalt schließt demnach mit einem Fehl von 240 300 Euro ab, im Gesamtbetrag des Finanzhaushalts ergibt sich ein Minus von 487 000 Euro.

Der Nachtrag sei mit der Kommunalaufsicht abgestimmt, allerdings habe die Behörde darauf hingewiesen, dass in den nächsten Jahren Schulden abgebaut werden müssen, sagte Samtgemeindebürgermeister Rainer Ahrens. Bedingt durch die umfangreichen Investitionen in die kommunalen Einrichtungen liegt der Schuldenstand der Samtgemeinde Ende des Jahres 2020 bei 2,566 Millionen Euro. Das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 575,55 Euro, die im Durchschnitt in vergleichbaren Kommunen bei 1 050 Euro liegt.

Ratsherr Dieter Engelbart nannte die bisher getätigten Investitionen richtig und wichtig, forderte aber „Augenmaß“ bei zukünftigen Entscheidungen, damit die Finanzen nicht „aus dem Ruder laufen“. Aufgrund des „finanziellen Lochs“ und mit Blick auf die zu erwartenden Anträge der öffentlichen Einrichtungen für das Haushaltsjahr 2021, kündigte Ratsherr Heinrich Knoop an, dem Nachtragshaushalt nicht zuzustimmen.

Der Samtgemeinderat, der ohne die Mitwirkung von Ulrike Reinsch und Fred Könemann tagte, beschloss Nachtragshaushaltsplan und -satzung einstimmig, bei zwei Enthaltungen (Günther Riedemann und Heinrich Knoop).

Die Bauarbeiten im Hallenbad sollen im März beginnen, mit der Fertigstellung ist laut Rainer Ahrens Ende August zu rechnen.

Samtgemeinde „tauscht“ Flächen

Die Samtgemeinde Siedenburg hat Bedarf an einer privaten Fläche, deren Eigentümer sich für ein an sein Grundstück grenzendes kommunales Areal interessiert: Im Grunde gehe es um einen „Flächentausch“, sagte Ratsvorsitzender Torsten Güber. Der Rat fasste dazu zwei Beschlüsse. Jörg Focke erwirbt von der Samtgemeinde zwei am Amtsweg gelegene Flurstücke zum Preis von 11 000 Euro; inklusive Erschließungskosten, jedoch ohne Kanalbaubetrag. Im Gegenzug verkauft er für 10 000 Euro eine hinter dem Feuerwehrgerätehaus liegende Grünfläche, die die Ortsfeuerwehr Siedenburg für Übungsdienste nutzt, seit das Areal an der Wäscherei Bardusch nicht mehr zur Verfügung steht. Die Notar- und Gerichtskosten sowie die Grunderwerbssteuern tragen die jeweiligen Käufer. Der Rat beschloss Kauf- und Verkauf bei einer Enthaltung (Ronald Ahrens).

1154 Anschlüsse in „weißen Flecken“

Die Vermarktung für den Anschluss an das FTTH-Glasfasernetz ist in der Samtgemeinde Siedenburg abgeschlossen. Bürgermeister Rainer Ahrens sprach von einer „zufriedenstellenden Resonanz“ in den bisher unterversorgten Bereichen: 1 154 Haushalte in den „weißen Flecken“ werden angeschlossen, das entspricht einer Quote von 51 (Siedenburg), 70 (Borstel), 76 (Maasen), 71 (Mellinghausen) beziehungsweise 82 Prozent (Staffhorst). Darüber hinaus werden alle Einwohner in den „schwarzen“ Bereichen, die einen Antrag gestellt haben, berücksichtigt.

Rat genehmigt Spendenannahmen

Einstimmig genehmigte der Siedenburger Samtgemeinderat die Annahme von zwei Spenden des Früchtehofs Schindler aus Warpe. Jeweils 250 Euro waren an den Kindergarten Karibuni und die Krippe in Siedenburg gegangen, darüber hinaus erhielt der Kindergarten eine Sachspende im Wert von 1 800 Euro.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

AfD beschließt sozialpolitisches Konzept

AfD beschließt sozialpolitisches Konzept

DFB-Frauen schlagen Griechenland - Bilanz bleibt perfekt

DFB-Frauen schlagen Griechenland - Bilanz bleibt perfekt

An diesen vier Zipfeln endet Deutschland

An diesen vier Zipfeln endet Deutschland

Die heilende Kraft der Aloe vera

Die heilende Kraft der Aloe vera

Meistgelesene Artikel

Corona im Landkreis Diepholz: Klinik Bassum wird Impfzentrum

Corona im Landkreis Diepholz: Klinik Bassum wird Impfzentrum

Corona im Landkreis Diepholz: Klinik Bassum wird Impfzentrum
Syker Politik schafft Anliegerbeiträge ab - Verwaltung anderer Meinung

Syker Politik schafft Anliegerbeiträge ab - Verwaltung anderer Meinung

Syker Politik schafft Anliegerbeiträge ab - Verwaltung anderer Meinung
Frauenleiche in Hüde: 33-Jährige durch Schläge auf den Kopf getötet

Frauenleiche in Hüde: 33-Jährige durch Schläge auf den Kopf getötet

Frauenleiche in Hüde: 33-Jährige durch Schläge auf den Kopf getötet
„Es gibt viel zu leben, bevor man stirbt“

„Es gibt viel zu leben, bevor man stirbt“

„Es gibt viel zu leben, bevor man stirbt“

Kommentare