Student Sebastian Köster aus Wehrbleck schickt Weihnachtsgrüße aus Taiwans Hauptstadt

„shèngdàn kuàilè“ aus Taipeh

Die Busfahrer in Taipeh fahren ihre Gäste derzeit im Weihnachtsmannkostüm, wie Sebastian Köster (im Foto hinter dem Busfahrer) im Foto festhielt.

Sulingen - WEHRBLECK (sis) · 13 Stunden Flug ab Frankfurt, sieben Stunden Zeitverschiebung: Wenn die Zeitungslektüre hierzulande morgens beim Frühstück erfolgt, ist Sebastian Köster in Taipeh mitunter bereits mit dem Mittagessen fertig. Derzeit kann er das im T-Shirt genießen, denn in der Hauptstadt Taiwans herrschen angenehme 24 Grad. Im Plusbereich.

Und doch: „Es weihnachtet sehr, auch in Taipeh. Begleitet von Klassikern wie ‚Jingle Bells‘ schlendert man dieser Tage über den festlich geschmückten Campus der Fu Jen Catholic University, lässt sich von Weihnachtsmännern am Steuer der Busse von A nach B fahren oder freut sich über die Einladung zu sowohl dieser als auch jener Weihnachtsfeier“, berichtet Sebastian Köster vom aktuellen Tagesablauf. Und schickt einen Gruß „shèngdàn kuàilè“, fröhliche Weihnachten, in die Heimat. Der Wehrblecker ist, wie berichtet, noch bis August 2011 in Taipeh – wenn er die steten Qualifikationshürden meistert, denn: fallen seine Noten unter 80 Prozent, muss er seine Koffer packen.

Die Familie wäre wohl froh über ein Wiedersehen mit dem Sohn. Doch der ist ehrgeizig und will seine Leistungen auf hohem Niveau halten. Er hat sich gut eingelebt, Kontakte finden sich schnell, wenn man 20 Quadratmeter Studentenbutze teilen muss mit derzeit zwei weiteren Personen: „Die Unterkunft ist in Ordnung, es handelt sich um ein komplett neu gebautes Wohnheim“, mailt Köster aus Taipeh in die Heimat. Er habe einen prima Freundes- und einen großen Bekanntenkreis, „wobei ich darauf achtete, nicht nur mit anderen Ausländern, sondern auch mit Taiwanern den Kontakt zu suchen. Erleichtert wird das durch Tätigkeiten, etwa am Deutschen Institut, wo ich mit Landsleuten außerplanmäßigen Deutschunterricht gebe oder dem hier fortgesetzten Judo-Training.“

Und Weihnachten? Tatsächlich ist Köster, als er hört, wie weiß diese Weihnachten hier sein würden, „ein wenig neidisch. Der Schnee würde die Weihnachtsstimmung enorm steigern. Diese Temperaturen im Winter sind nämlich wirklich verwirrend, es kommt mir allenfalls vor wie Herbst“, sagt Sebastian.

Doch die weihnachtlichen Weisen irritierten ihn schon, da die wenigsten Taiwaner Christen sind. Umfassende Antworten lieferte sein taiwanischer Freundeskreis: „Geschuldet sei besagtes Gefallen demnach einer gewissen Affinität zur westlichen, vor allem: amerikanischen, Kultur. Besonders Kinder und Jugendliche schreiben sich Weihnachtskarten, machen sich Geschenke – in der Regel Naschereien –, sogar gewichtelt wird hier.“ Hier meint indes nicht ganz Taiwan, sondern maßgeblich Taipeh, denn in der Metropole konzentrieren sich die meisten Ausländer und Touristen, deren „Kauflaune in entzückendem Umfeld freilich steigt“, schreibt Köster.

Nichtsdestotrotz besitze der 25. Dezember eine tatsächliche, wenngleich gänzlich unweihnachtliche Bedeutung für die Taiwaner: Es ist das Datum der 1947 in Kraft getretenen Verfassung Taiwans. „Zahlreiche Taiwaner, gerade der jüngeren Generation, behandeln diesen nunmehr nicht mehr arbeitsfreien Feiertag jedoch als Weihnachten“, berichtet Köster. Und sein Christfest 2010? „Großartiges konnte mein Freundeskreis keineswegs planen, ein jeder wurde in den letzten Wochen mit reichlich Arbeit bedacht. Wir kehren wohl in ein Restaurant unseres Vertrauens ein, um gemeinsam zu feiern. Zuvor werde ich den Gottesdienst meiner Uni besuchen und mit meiner Familie telefonieren.“

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