Bürgermeister Karl Meyer öffnet das Goldene Buch / Tigerenten Janosch und Franz Alt haben Twistringen besucht

Seiten, die nicht vergessen lassen

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Karl Meyer schaut gerne ins Goldene Buch. ·

Twistringen - Von Anne HundtEs war ein Geschenk, das Twistringen ein Stück reicher machte. Ein Geschenk, das vom ehemaligen Stadtdirektor Wolfgang Bößl 1993 an die Twistringer gerichtet war: Das Goldene Buch der Stadt. Recht unscheinbar liegt es im Bürgermeisterzimmer im Twistringer Rathaus. Doch wenn Bürgermeister Karl Meyer es aufschlägt, wird so manches wichtiges Ereignis, so mancher bedeutender Besuch in Twistringen wieder lebendig.

„Das Goldene Buch ist wie ein historisches Tagebuch“, erklärt Meyer und lächelt. „Für unsere Generation sind diese Aufzeichnungen schon wichtig, aber für kommende Generationen werden sie noch viel bedeutender sein.“ Schließlich hält es besondere Ereignisse in Twistringen fest. Allerdings könne Meyer nicht mehr alle Einträge zuordnen. „Manche Namen kann ich einfach nicht entziffern. Das ist sehr schade“, bedauert Meyer.

Mit der erste Eintrag stammt aus dem Jahr 1993: „Suchet der Stadt Bestes, denn, wenn es ihr wohl geht, geht es Euch auch gut“, dies schrieb Horst Milde, ehemaliger Innenminister, in das Goldene Buch. Zusammen mit der Bundestagsabgeordneten Ilse Lübben und dem Bürgermeister der französischen Partnerschaft kam er zur Einweihungsfeier des Rathauses.

„Die Sonne schickt uns keine Rechnung. Die Energiewende ist möglich.“ Diesen weitsichtigen Blick hatte „Umweltapostel“ Franz Alt schon, als er 1995 in Twistringen einen Vortrag hielt. „Damals wurde Alt noch belächelt, als er verkündete ‚Die Landwirte sind die Energiescheichs der Zukunft.‘ Doch heute sehen wir, dass er Recht hatte“, erklärt Meyer.

Auch dokumentiere das Goldene Buch die einzelnen Etappen der Städtepartnerschaft mit dem litauischen Kaisiadorys. „Der damalige Bürgermeister Pranas Zaveckas trug sich schon 2000 zum ersten Mal ein. Aus diesem ersten Kontakt erwuchs unsere Städtepartnerschaft, deren zehnjähriges Bestehen wir dieses Jahr feiern“, sagt Meyer. Immer wieder findet der Bürgermeister Eintragungen auf Deutsch und Litauisch. Mit Zaveckas, der als Deutschlehrer arbeitete, habe er eine angenehme Freundschaft verbunden.

„Besonders gerne zeige ich diesen Eintrag“, erklärt Meyer und blickt auf chinesische Schriftzeichen. Eine junge Chinesin aus einer sechs Million Menschen Stadt habe ihn am 1. April 2003 besucht. „Die junge Frau ist Managerin in einem Hotel in der 14. bis 16. Etage eines Hochhauses.“ Sie sprachen über Tourismus aber auch über „Gott und die Welt“.

„Tigerenten Janosch hat uns gleich ein Kunstwerk im Goldenen Buch hinterlassen“, sagt der Bürgermeister und lacht. Zur Einweihung der Grundschule Am Markt habe Janosch eine Kinderaufführung gemacht. „Kurz bevor es losgehen sollte, war er plötzlich verschwunden“, erzählt Meyer. „Seine Managerin meinte nur, dass das öfters vorkommt.“ Zur Aufführung sei Janosch aber pünktlich erschienen und die Kinder seien hellauf begeistert gewesen.

„Im Laufe der Jahre waren viele Persönlichkeiten in unserer Stadt“, sagt Meyer. Von Bremens ehemaligem Bürgermeister Henning Scherf bis zu Brasilianern, deren Großeltern aus Twistringen stammen, kamen und werden noch viele interessante Persönlichkeiten nach Twistringen kommen. Als nächstes wolle er Staatssekretärin Sandra von Klaeden am Dienstag, 9. Oktober, bitten, sich in das Buch einzutragen. „Sie besucht uns an diesem Tag und das wäre ja eine schöne Gelegenheit.“

Das Goldene Buch der Stadt sei zudem ein Buch für die Stadt und für die Bürger. „Wenn jemand einen Blick hinein werfen möchte, ist er gerne eingeladen, ins Rathaus zu kommen“, sagt der Bürgermeister abschließend.

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