„Theater Pur“ feiert Premiere mit Krimikomödie „Bestattung für Anfänger“

Schwarzer Humor und Damen in Filzpantoffeln

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Der Tod von Violet (Ludowika Kattner) kommt den Mitbewohnerinnen ungelegen. ·

Leeste - Von Angelika KratzEinen fast perfekten Vorschlag zur Sicherung der Lebensqualität im Alter präsentierte das „Theater Pur“ am Freitagabend in der KGS Leeste. „Bestattung für Anfänger“ ist der Titel der englischen Kriminalkomödie überschrieben und garantierte über zwei Stunden beste, rabenschwarze Unterhaltung.

Im schummrigen Foyer, das sein schulisches Ambiente dank perfekter Lichttechnik (Arne Suhl, Jan Oelmann) abstreifte, nippte die gut gelaunte Fangemeinde des Laientheaters vorab am Premierensekt. Man kennt sich längst untereinander und wie immer waren die besten Plätze im Forum schnell belegt. Als sich der rote Vorhang öffnete, richtete sich der Blick des Publikums auf das Wohnzimmer (Kulisse Hildegard Wienberg, Bühnenbau Thomas Häseker) der englischen Ladys Doris (Irene Häseker), Lottie (Manuela Rüter), Marge (Margret Hermes) und Violet (Ludowika Kattner).

Vor der roten Blümchentapete sieht die alte Dame Violet in ihrem Ohrensessel ziemlich blass aus (Maske Nisrin Rayan). Wie ihre nicht minder jüngeren Mitbewohnerinnen schnell feststellen müssen, hat Violet die Kooperative, wie sich die Wohngemeinschaft nennt, unangekündigt verlassen. Ihr Tod kommt umso ungünstiger, da es sich bei Violet um die Hausbesitzerin handelt.

So gut wie mittellos, nur mit einem sehr bescheidenen Rentenbüchlein ausgestattet, fanden die drei Anderen seinerzeit bei Violet eine komfortable Bleibe. Der Gedanke nun obdachlos zu werden, entwickelt beim Trio eine praktische, einfache Lösung. Geld für eine adäquate Beerdigung ist nicht vorhanden und zudem wollen die couragierten Seniorinnen Violets Rente für sich retten.

So wird Violet kurzerhand unter einem Engel auf dem Friedhof abgesetzt. Lotti schreibt weiter an ihrem Roman, Marge kocht und Doris genehmigt sich gerne einen Schluck. Alles könnte seinen gewohnten Weg gehen, würde da nicht plötzlich Violets Enkelin Ronnie (Swenja Schwarz) im Türrahmen stehen. Die junge Dame stört die Kooperative gewaltig und so wird ein mörderischer Plan geschmiedet.

Nur acht Wochen hatte das Ensemble unter der Leitung von Janis Häseker Zeit für das neue Stück. Geplant war etwas anderes, musste aber aus beruflichen Gründen abgesetzt werden, wie Vereinsvorsitzender Ralf Stege berichtete. Umso größer ist die Leistung des Frauenquintetts zu werten. In dem spielte das jüngste Theatermitglied, Ludowika Kattner, zwar nur eine kurze und sehr stumme Rolle als Leiche, aber schön war sie, wie das Publikum bemerkte.

Svenja Schwarz bekam für ihre Rolle der kessen Enkeltochter Ronnie besonders viel Applaus. Erstmalig stand die junge Dame auf der Bühne und überzeugte bestens. Sie hatte im Vorfeld mit Janis Häseker das Stück aus dem Englischen übersetzt. Irene Häseker, Manuela Rüter und Margret Hermes schlurften als alte Damen in Filzpantoffeln durchs Zimmer und ließen keine Klischees aus. Flotte Dialoge, hintergründiger Humor und Spielfreude machten den Premierenabend zur besten Unterhaltung.

Weitere Aufführungen gibt es in diesem Herbst am 18. und 25. Oktober in Hackfelds Dorfkrug in Groß Ippener, am 9. November, 11. im Bürgerhaus Mahndorf und am 24. November im Haus Adelheide in Delmenhorst.

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