Zebra-Orange-Team beendete Malprojekt in Barrien mit langer Kaffeetafel

Schwarze Raben im Tunnel

Ein stolzes Mal-Team mit offenkundiger Fangemeinde. ·
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Ein stolzes Mal-Team mit offenkundiger Fangemeinde. ·

Barrien - Von Heiner BüntemeyerDie längste Syker Kaffeetafel am Pfingstsonnabend stand unter der B6-Brücke in Barrien. Die Tunnelmalerinnen hatten zum Abschluss ihres Projekts zu Kaffee und Kuchen eingeladen.

Neben den Malerinnen des Mädchenhauses Zebra-Orange waren auch Christiane Palm-Hoffmeister und Elke Hoffmeister Röpke von der Barrier Kulturinitiative Rüttelschuh anwesend. Sie hatten das Projekt Tunnelbemalung angeschoben.

An der Tafel Platz genommen hatten auch die Ortsratsmitglieder Edith Heckmann und Heino Haake, die pädagogische und künstlerische Projektleiterin Renate Bühn und die Vorsitzende des Mädchenhauses Barbara Brockmann.

Auch Mütter der jungen Malerinnen waren gekommen, hatten Kuchen, Torten und Getränke mitgebracht. Sie alle freuten sich, dass das Werk nach über zwei Jahren Arbeit endlich vollendet ist. „Wir waren hartnäckig und haben einfach nicht locker gelassen“, verriet Christiane Palm-Hoffmeister ihre Taktik im Umgang mit Kritikern.

Jetzt lohnt es sich, den Tunnel aufmerksam zu passieren, denn die Mädchen haben eine vorzügliche Arbeit geleistet. Sie arbeiteten sehr sorgfältig, wählten gegenständliche und symbolische Darstellungen.

Wer Bekanntes entdecken will, findet Eisenbahn und Hache, Wassermühle, Windkraftanlagen, die Jugendfeuerwehr und auch das Ortswappen. Wer Symbolik liebt, kann Anliegen der jungen Künstlerinnen interpretieren: Schutz der Natur, Bewegung durch Sport, Nutzung regenerativer Energieträger und Engagement zum Wohle der Bevölkerung. Wer es genau wissen will: In Barrien ist es schon zehn Minuten nach Zwölf, das behaupten jedenfalls die Zeiger auf dem Wecker an der Wand. Und noch einen Gag leisteten sich die kreativen Mädchen: Sie zeichneten noch 13 schwarze Raben, die oberhalb des Bildes auf einem Draht hocken. Wen diese Raben symbolisieren, bleibt ebenfalls der Fantasie des Betrachters überlassen.

„Wir sind ziemlich stolz auf diese Arbeit“, erklärten Husai Latifi, Lilian Cossens und Madina Arify. Sie waren an fast jedem der insgesamt 30 Arbeitstage vor Ort. Sie freuten sich über die Jacken und Oberhemden, die ihnen das Awo-Sozialkaufhaus spendete und hörten zahlreiche positive Rückmeldungen von Passanten, die ihnen bei der Arbeit zuschauten. Einige brachten Süßigkeiten oder Getränke mit, die sie beim Einkauf extra für die fleißigen Künstlerinnen gekauft hatten. Aber sie ärgerten sich auch über Motorradfahrer, die trotz der Sperrung durch den Tunnel heizten und im Tunnel besonders laut Gas gaben. „Aber denen ging es gar nicht um unsere Bilder, die Idioten wollten sich nur wichtig tun“, waren sie sich einig.

Insgesamt beteiligten sich 25 Mädchen an dem Projekt. Sie kamen aus unterschiedlichen Kulturkreisen, hatte eigene Ansichten, Eigenarten und Vorstellungen und ein gemeinsames Ziel. Dieses Ziel haben sie erreicht. Sie haben etwas geschaffen, auf das sie stolz sind. Jede hat ihren persönlichen Anteil an der Arbeit, der aber ohne die Beiträge der anderen bedeutungslos wäre. Das ist beispielhafte, vorbildliche Integrationsarbeit und jeden Euro wert.

Wer nachrechnen möchte: 30 Tage wurde an dem Werk gearbeitet. An jedem Arbeitstag waren durchschnittlich 15 Mädchen sieben Stunden für das Gemeinschaftswerk tätig. Nicht enthalten in dieser Aufstellung sind Planungs- und Vorbereitungsstunden.

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