Zwischen Kita und „Leader +“

Helmut Denker kandidiert erneut als Verwaltungschef

Samtgemeindebürgermeister Helmut Denker vor dem Schwafördener Rathaus. Er kandidiert für eine vierte Amtszeit.
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Samtgemeindebürgermeister Helmut Denker vor dem Schwafördener Rathaus. Er kandidiert für eine vierte Amtszeit.

Schwaförden – Auch wenn es nur einen Kandidaten für das Amt des Chefs der Verwaltung der Samtgemeinde Schwaförden gibt: „Die Bürger haben am 12. September dennoch die Wahl, zwischen Ja und Nein“, sagt jener einzige – parteilose – Kandidat, Helmut Denker. Und wenn die Mehrheit für Nein votieren würde? „Dann wäre ich abgewählt und müsste Ende Oktober gehen.

Das wäre die Höchststrafe.“ Könnte er sich denn vorstellen in einer anderen Verwaltung zu arbeiten? „Nein, ich habe mich entschieden: für Schwaförden.“

Ganz im Wortsinn ist hier sein Revier, denn Helmut Denker ist passionierter Jäger und werde zur Entspannung am Wahlsonntag durch „sein“ Jagdrevier spazieren, bevor er abends ins Rathaus nach den Ergebnissen gucke. Die werde das Wahl-Team auch online auf der Homepage präsentieren.

Bis zum Stichtag hatte sich niemand sonst um den Posten im Schwafördener Rathaus beworben. „Aber ich habe dennoch genauso geworben für Stimmen, wie sonst.“ Also über die eigene Homepage und mit Anzeigen. Von Haus zu Haus zu gehen, darauf habe er bewusst verzichtet: „Ich bin schon so lange hier, wer mich jetzt noch nicht kennt...“. Das klingt anmaßend, Denker aber ist in jeder Ausschusssitzung, jeder Ratssitzung vor Ort – und beide öffentlichen Termine empfindet der 57-jährige Mallinghäuser als grundsätzlich für jeden Bürger geeignete Chance, Politik und Verwaltung gleichermaßen regelmäßig anzusprechen. Die Einwohnerfragestunde, Bestandteil jeder öffentlichen Sitzung, als Bürgersprechstunde vor Ort.

Die weitläufige Struktur der Samtgemeinde Schwaförden mit den sechs Mitgliedsgemeinden verbietet zentralistische Gedanken: Etwa bei der Grundversorgung. Gleich in vier Nachbarkommunen orientierten sich die Einwohner nach außerhalb, fahren nach Twistringen (aus Ehrenburg), nach Bassum (aus Neuenkirchen), nach Sulingen (aus Scholen) oder nach Bruchhausen-Vilsen (aus Sudwalde und Affinghausen). Dass Einkaufskraft nach außerhalb gehe, sei bekannt. Dennoch: In der Pandemie hätte sich bewährt, Einkaufsoptionen vor Ort zu haben, in Ehrenburg und Schwaförden, mit Bäckereien in Affinghausen und Neuenkirchen. Eine Dienstleistung, die „speziell die nicht so mobilen Bürger zu schätzen“ wüssten, erklärt Denker.

Infrastruktur in einer ländlichen Kommune birgt Herausforderungen: Einerseits die Freude darüber, die Gemeinden wachsen, Baugebiete nachgefragt sind. Andererseits die Erkenntnis, dass eine Landarzt-Karriere beim Gros der Medizinstudenten schlicht nicht in Frage kommt. „Da haben wir nur eine Chance, wenn Bürger von hier studieren – und wieder zurück kommen möchten“, sagt Denker.

Aktuell auf der Agenda ist die Warteliste für die Kinderbetreuung. Um die abzuarbeiten, seien zwei neue Gruppen mit jeweils 15 Plätzen notwendig. An welcher Einrichtung sie „angedockt“ werden, stehe noch nicht fest. Erste Gespräche zwischen Politik, Verwaltung und Trägern habe es aber bereits gegeben. Insbesondere Krippenplätze stehen auf der „To-do-Liste“.

Wohnraum schaffen, das geht nicht allein durch die Ausweisung neuer Baugebiete, aktuell laufen rege Tätigkeiten in den neuen Bereichen in Neuenkirchen und Schwaförden.

Besonderes Augenmerk liegt auf alter Bausubstanz in den Ortskernen. Leer fallende Höfe, weil die Landwirtschaft aufgegeben wird, die Fläche anderweitig verpachtet wurden: „Das ist keine Entwicklung, die neu ist, das verfolgen wir aufmerksam“, sagt Denker.

Wie können die Flächen attraktiver für Käufer werden? Wie steht es um Förderkulissen? Die erneute Aufnahme in eine Dorferneuerung? „Die Dorferneuerung hatten wir in allen Gemeinden schon einmal. Es wäre zu prüfen, ob eine erneute Aufnahme sinnvoll wär“, sagt Denker. Gleichwohl gebe es eine Fülle an Förderprogrammen: „Wer fragt, bekommt manchmal auch gute Antworten“, macht Denker deutlich, dass solche Anfragen im Rathaus höchst willkommen sind.

Neben bekannten Rahmenrichtlinien sei das Sulinger Land mit den drei Samtgemeinden Schwaförden, Siedenburg und Kirchdorf sowie der Stadt Sulingen gerade in das „Leader +“-Programm aufgenommen worden. Und hier gelte es, gemeinsam zügig Chancen zu prüfen.

Für Helmut Denker ist diese Zusammenarbeit zwischen Politik und Verwaltung klar zielgerichtet: Zum Wohl des Bürgers, nicht um sich selbst zu profilieren. Während andere Kandidaten etliche Wünsche auflisten, im Laufe eines Wahlkampfes, scheut Denker nicht, an die Finanzierbarkeit zu erinnern. „Da kommt bei dem einen oder anderen schnell die Ernüchterung“, lautet die Prognose für die Mandatsträger der neuen Kommunalparlamente.

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