Mitglieder- und Aktivenzahl sinkt: Vorstand bereitet Abwicklung des Tennis Clubs Ehrenburg vor

Zeichen stehen auf Vereinsauflösung

Umfangreiche Eigenleistungen investierten die Mitglieder in den Bau der Tennis-Anlage im Kuhbachtal, die Aufnahme entstand im September 1981. Foto: Archiv TC Ehrenburg

Ehrenburg – Die sportliche Betätigung, aber auch die Geselligkeit wird den Mitgliedern des Tennis Clubs Ehrenburg fehlen. Dessen Auflösung scheint wegen sinkender Mitgliederzahlen und fehlenden Nachwuchses unausweichlich.

Vor 40 Jahren war man optimistisch, den „weißen Sport“ auf lange Sicht etablieren zu können. Auf der Grundlage des Sportstättenleitplans des Landkreises Diepholz hatten Schwafördens Samtgemeindebürgermeister Udo Quade und Samtgemeindedirektor Hans Henke Ende der 1970er Jahre angeregt, in Ehrenburg eine Sportstätte zu errichten.

20 der 32 interessierten Einwohner aus Ehrenburg und „umzu“, die sich am 18. März 1980 zur Gründungsversammlung einstellten, traten dem neuen Verein spontan bei. Das Führungs-Trio bildeten Dr. Karsten Marquart, sein Stellvertreter Burchard Upmeyer und Kassenwart Günter Mehlhop. Angedacht war, die Tennisplätze an der Schule oder am ehemaligen Schießstand in Ehrenburg anzusiedeln; letztendlich einigte man sich am 3. November 1980 einvernehmlich, die Sportstätte auf dem Grundstück von Familie Löhmann, Schmalförden, anzulegen.

Zuschüsse gewährten der Landkreis, Gemeinde und Samtgemeinde sowie der Kreis- und der Landessportbund, die Restsumme wurde über ein Darlehen finanziert. Darüber hinaus erfolgten umfangreiche Eigenleistungen. Die Plätze waren im Herbst 1981 fertiggestellt, die offizielle Einweihung erfolgte am 13. Mai 1984.

Den Umbau des Kuhstalls zum Clubhaus mit Sanitäranlagen, Aufenthaltsraum und Umkleidekabinen realisierten Mitglieder mit Unterstützung von Maurer Willi Hespenheide, der gegen einen kleinen Obolus in flüssiger Form Maurer-, Putz- und Estricharbeiten übernahm. Die Arbeiten waren 1989 abgeschlossen.

In den 1980er Jahren, im Zuge des „Boris-Becker-Booms“, stieg die Mitgliederzahl auf über 150, inzwischen hat sie sich auf 39 reduziert. „Aktiv sind nur noch sechs bis zehn Personen“, sagt Vorsitzender Hartmut Löhmann. Da seit eh und je das Engagement der Mitglieder bei der Pflege der Anlage gefragt ist, wurde es schon in den letzten Jahren „eng“. Die Instandhaltung wurde zu einem Kraftakt, der mittelfristig nicht mehr bewältigt werden kann.

Den Punktspielbetrieb hatte der Verein bereits 1993 (Jugendliche), 2000 (Herren) beziehungsweise 2009 (Damen) eingestellt. Löhmann ist seit 1986 im Vorstand tätig und seit 1996, als Nachfolger von Ingrid Jantzon, als Vorsitzender im Amt. Vorausschauend hat sein Team den Fünf-Jahres-Vertrag, der am 31. Dezember dieses Jahres ausläuft, schon vor zwei Jahren gekündigt – mit der Option auf Verlängerung um jeweils ein Jahr.

Die Zeichen stehen auf Vereinsauflösung. Die Jahreshauptversammlung am 11. März, bei der knapp die Hälfte der Mitglieder anwesend war, hat den Vorstand beauftragt, weitere Schritte in die Wege zu leiten. Der Beschluss soll auf einer außerordentlichen Generalversammlung im Herbst fallen. „Dann hat noch einmal jeder die Gelegenheit, sich zu dem Vorhaben zu äußern.“

Vereinsführung und Aktive bedauern den Schritt. „Möglicherweise ergibt sich im kommenden Jahr eine Perspektive mit dem TC Varrel, mit dem wir seit 2003 enge Beziehungen pflegen“, stellt Hartmut Löhmann in Aussicht. Aber zunächst steht die Abwicklung des TC auf der To-do-Liste. Positiv für die Verantwortlichen ist, dass der Verein laut Pachtvertrag keinen Rückbau der Anlage vornehmen muss.

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