20 Kinder trotzen dem Regen 

Ferienpass-Aktion am Waldpädagogikzentrum Hahnhorst: Die dem Wolf die Ohren verdrehen

Ohren und Rute hoch: Der Wolf ist wütend, Silas und Jannis steuern das entsprechende Knurren bei.

Schwaförden - Eine Woche Abenteuer im Wald: Das ist ein verlockendes Angebot, und so machen sich 20 Kinder – vier Mädchen, 16 Jungs – im Alter von sieben bis elf Jahren am Montag auf den Weg, beim Ferienprogramm am Waldpädagogikzentrum Hahnhorst in Schwaförden ihren Waldführerschein zu machen. Sie stammen aus dem Sulinger Land und dem Raum Bassum/Twistringen.

Gern hätten mehr mitgemacht, stellt Anke Tubbesing fest, „es gab eine Warteliste.“ Für die Waldpädagogin ist es das vierte Mal, dass sie Kinder bei dieser intensiven Entdeckungsreise in der heimischen Flora und Fauna begleitet, für Sylke Meyer das dritte Mal – und für Thorsten Koppe als „Waldpädagoge in spe“ ist es die Premiere. „Das Wetter haben die Kinder irgendwie so gar nicht auf dem Schirm, sie finden es trotzdem toll“, freut sich der Jäger und Falkner – und ergänzt schmunzelnd: „Im Schatten der Buchen dauert es ja auch, bis der Regen durchkommt.“

Es ist verblüffend, was die Kinder schon am ersten Tag bei der Abschlussrunde berichten können: Nach der Kennenlernrunde am Morgen schleifen sie Birkenholzscheiben, aus denen Namensanhänger werden. Im Wald gilt es, „Schätze“ zu vergraben: „So kleine Nüsse, wie die Eichhörnchen es machen“, erläutert Emily. Heute wollen die Kinder schauen, ob sie die Vorräte auch wiederfinden: „Wenn sie noch da sind, letztes Jahr waren einige verschwunden“, unkt eines der vier Kinder, die zum zweiten Mal dabei sind. Ein Reh mit Baby – das nennt man Kitz, haben sich die Waldläufer gemerkt – sichten sie, dazu Spuren anderer Tiere, Trittsiegel genannt. Auch mit der Sprache der Wölfe sind die Kinder jetzt vertraut. Ein Isegrim aus Holz lässt sich von ihnen geduldig die Ohren und die Rute verdrehen, um seine Stimmung zu signalisieren: Aufgestellte Lauscher und den Schwanz in die Höhe, das bedeutet, dass der Wolf sauer ist. 

In der Abschlussrunde lassen die Kinder den erlebnisreichen ersten Tag auf dem Weg zum Waldführerschein Revue passieren. 

Silas und Jannis steuern das entsprechende Knurren bei und gucken furchterregend. Knurrende Mägen – da schreiten die Kinder selbst zur Tat und nutzen ein Lagerfeuer. Weil es am Montag zu nass ist, unter Dach: „Wir haben in der Hütte Feuer gemacht“, berichtet Magnus. Und der Topf kam an die Aufhängung, die sich vom Dach der Köhlerhütte herunterkurbeln lässt, ergänzt Mika. Was gab es denn? „Nudeln mit Tomatensoße und zum Nachtisch Joghurt“, sagt Milo. „Und morgen Wald-Hotdogs“, verrät Sylke Meyer, aber bei Nachfragen, was es damit genau auf sich hat, hält sie eisern dicht, „lasst euch überraschen.“ Das Waldsofa (das unter den besagten regenabweisenden Buchen entsteht) wird heute weiter gebaut und gepolstert. Und das Oberthema am Dienstag lautet „Bäume“.

Am Freitagnachmittag präsentieren die Kinder ihren Familien, was sie gelernt haben, und bekommen ihren Waldführerschein. 

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