Westnetz und RWE weihen Umspannwerk in Scholen ein / Montag Führung

Ein Druck auf’s Knöpfchen

+
Per Knopfdruck nehmen die Bürgermeister und „Westnetz“-Vertreter die Anlage auch offiziell in Betrieb.

Scholen - Der große rote Knopf kann ja nur eine plakative Attrappe sein. Denkste: Als die Fotos im Kasten sind und die Bürgermeister aus dem Sulinger Land und Vertreter der „Westnetz“ am Donnerstagmorgen Ernst machen und draufdrücken, erklingt ein kurzes Zischen, gefolgt von tiefem Surren: Die neue Umspannanlage im Scholener Ortsteil Voigtshausen ist nun auch offiziell in Betrieb.

Der 110000/20000-Volt-Transformator, in den die RWE-Tochter Westnetz rund sechs Millionen Euro investiert hat, heißt, um Verwechslungen mit einer kleineren Anlage ganz in der Nähe zu vermeiden, „Umspannanlage Anstedt“. „Obwohl sie in der Gemarkung Scholen steht“, wendet sich Walter Roppes entschuldigend lächelnd an Gemeindebürgermeister Karl-Schwenn, der bei der Standortsuche maßgeblich geholfen habe.

Roppes, Leiter Region Weser-Ems-Ostholstein bei der Westnetz GmbH, begrüßt neben den Bürgermeistern und Mitarbeitern auch die Nachbarn des rund 5000 Quadratmeter großen Grundstücks im Festzelt, dankt ihnen, dass sie Beeinträchtigungen während der Bauphase erduldet haben. Die sei allerdings ausgesprochen kurz gewesen, lobt Roppes: „Die Kollegen von der RWE und der Westnetz haben innerhalb von einem halben Jahr ein Umspannwerk aus dem Boden gestampft.“ In Betrieb genommen wurde es bereits Mitte Dezember. Seit Jahresbeginn ist die Westnetz für den Betrieb der Stromnetze in der Stadt Sulingen und den Samtgemeinden Schwaförden, Siedenburg und Kirchdorf zuständig. Zehn Millionen Euro (inklusive des Scholener Umspannwerkes) wurden in die Entflechtung des Netzes von dem des bisherigen Konzessionsnehmers Avacon, vor allem aber in die Netzverstärkung investiert – Stichwort Energiewende. Dem „abgebenden“ Unternehmen falle es nicht leicht, sich von einem Netz zu trennen, so Roppes – „die Zusammenarbeit mit der Avacon hat sich aber konstruktiv und kollegial entwickelt, dafür bedanke ich mich ausdrücklich.“

Es sei ein Feiertag, zu dem er als Geschäftsführer der Westnetz gerne komme, bekennt Dr. Stefan Küppers: „Wir kennen diese Anlässe fast nur von der anderen Seite, indem wir ein Netz abgeben...“ In dieser Region werde überproportional viel Energie aus regenerativen Quellen erzeugt, stellt Küppers fest. Und verweist darauf, dass für weiteren grünen Strom die Kapazitäten geschaffen wurden. Westnetz plane nun, das Netz sukzessive „intelligenter“ zu machen, um Störungs- und Suchzeiten zu verringern – Slogan: „Vom Netz zum System.“ Auf die technischen Herausforderungen, die mit dem Bau der Umspannanlage verbunden waren, geht Matthias Forsmann (Leiter Anlagenprojekte Nord der Westnetz) ein, die Gäste sehen einen Film, der die Arbeiten dokumentiert.

Von einer „guten Investition für das Sulinger Land“ spricht Helmut Denker. Was allerdings das Thema Energiewende angeht, erklärt der Samtgemeindebürgermeister: „Für die Samtgemeinde Schwaförden halte ich das für abgeschlossen. Wir haben 85 Windkraftanlagen hier – auf weitere Windmühlen würde ich im Moment keinen Wert legen...“ Bürgermeister Wilfried Schlichte nutzt die Gelegenheit, erneut auf die nach der Netzübernahme „sehr merkwürdigen Schaltzeiten“ der Straßenlampen in der Gemeinde Schwaförden hinzuweisen. „Energiewende ohne den ländlichen Raum kann nicht funktionieren“, stellt Kirchdorfs Samtgemeindebürgermeister Heinrich Kammacher fest. Hier würden sich die Lasten verteilen – die Steuereinnahmen allerdings weniger. Durch die Fernüberwachung der Anlagen „sitzt das Personal in den Städten, und da fließen die Steuergelder hin.“

Interessierte Bürger (Mindestalter 16 Jahre) sind eingeladen, am kommenden Montag, 15. Juni, um 16 Uhr die Umspannanlage zu besichtigen. Die Führung wird maximal eine Stunde dauern. Anmeldungen nimmt die Westnetz unter Tel. 0541/3162226 entgegen.

ab

Mehr zum Thema:

Niederlande verlieren erneut - Schweden dreht Spiel: 3:2

Niederlande verlieren erneut - Schweden dreht Spiel: 3:2

Kunstdiebstahl im Bode-Museum: Keine Spur von 100-Kilo-Münze

Kunstdiebstahl im Bode-Museum: Keine Spur von 100-Kilo-Münze

Christine Kaufmann (†): Bilder aus ihrem Leben

Christine Kaufmann (†): Bilder aus ihrem Leben

Küken liefern „PiepSchau“ in der Grundschule Asendorf

Küken liefern „PiepSchau“ in der Grundschule Asendorf

Meistgelesene Artikel

Frage zum Frühlingserwachen: „Wer braucht schon Moore?“

Frage zum Frühlingserwachen: „Wer braucht schon Moore?“

Frühjahrskonzert mit musikalischer Reise 

Frühjahrskonzert mit musikalischer Reise 

Polizei ermittelt gegen Bassumer Jugendtrainer

Polizei ermittelt gegen Bassumer Jugendtrainer

Frühlingsmarkt lockt Besucher

Frühlingsmarkt lockt Besucher

Kommentare