Barbara Otte-Kinast stellt sich aktuellen Fragen auf dem Hof Meyer

Stocksdorf: Ministerin als Werberin für die regionale Landwirtschaft

Landwirtschaftsministerin Barbara Otte Kinast (Dritte von links) zu Besuch auf dem Hofe der Familie Dörte und Uwe Meyer (Dritte und Vierter von rechts) in Stocksdorf.
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Landwirtschaftsministerin Barbara Otte Kinast (Dritte von links) zu Besuch auf dem Hof der Familie Dörte und Uwe Meyer (Dritte und Vierter von rechts) in Stocksdorf.

Stocksdorf – Fast wäre es ein Termin gewesen, der ohne Wahlkampfgetöse auskommt und strikt die Landwirtschaft samt der Vielzahl an Problemen in den Mittelpunkt stellt. Und dann das: „Bei mittlerweile sieben grünen Agrarministern werden die Diskussionen nicht einfacher.“ Barbara Otte-Kinast, Niedersächsische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, hatte da über eine Stunde mit fachlicher Kompetenz Fragen beantwortet.

Die Ministerin war zu Gast auf dem landwirtschaftlichen Anwesen der Familie Meyer in Stocksdorf. Dörte und Uwe Meyer freuten sich darüber, Dörte Meyer ist Kommunalpolitikerin und setzt auf Transparenz. Die Familie ist Teil des „Grünen Klassenzimmers“, das heute „Hof Ackerdemie“ heißt, denn nicht nur die Kita-Kinder sollen lernen, wo die Kartoffeln herkommen, auch ältere Semester. Familie Meyer baut Kartoffeln an, auf 90 eigenen Hektar und 110 dazugepachteten. Hergestellt werden aus den Knollen Chips und Pommes. Aber wenn Veranstaltungen wegfallen, etwa pandemiebedingt, hat das Auswirkungen. Wie hat die Familie die Zeit mit Lockdown und weniger Abnahme überstanden? „Man muss in guten Zeiten für die schlechten zurücklegen“, sagt Dörte Meyer.

Dass das aber oft nicht reicht, belegen die Fragen der Teilnehmer: Was, wenn der Geschäftspartner Sorten fordert, die einen hohen Einsatz an Pestiziden benötigen? Was tun, wenn die Verordnungen den Landwirten über den Kopf wachsen? Was, wenn für den Kälbertransport neue Vorgaben festgelegt werden, die den Tieren eine längere Verweildauer bei den Landwirten bescheren (und die sich fragen, wer die Zusatzkosten zahlt und wie sie den Bedarf an mehr Platz realisieren)? Otte-Kinast notiert die Punkte, die sie und ihre Kollegen noch aufgreifen müssen und verweist bei anderen gezielt auf Lösungsansätze. Dabei muss sie nie lange überlegen: Sie weiß, dass der Schweinepreis mit 1,30 Euro aktuell so tief wie noch nie liegt und erklärt, der Gemüseanbau gehöre genauso in den laufenden „Agrardialog“ um Produktionsvorgaben, Tierwohl und Löhne wie Fleisch und Milch. Die Ministerin ist nicht allein nach Stocksdorf gekommen, CDU-Landes- und Bundespolitiker (Marcel Scharrelmann, Volker Meyer und Axel Knoerig) sind ebenfalls vor Ort, Knoerig ergänzt die landespolitischen Infos der Ministerin um bundespolitische.

Deutlich wird, dass bei allen Problemen, die Wetter, Verordnungen und Vorgaben mit sich bringen und für die Lösungen gefunden werden, letztlich der Verbraucher entscheidet. Die Pandemie habe gezeigt, dass Regionalität gefragt sei, die Absätze der Hofläden seien um 35 Prozent gestiegen. Was bleibt, wenn alles wieder hochfährt? „Landwirte erzeugen gute und gesunde Nahrungsmittel, machen einen tollen Job. Die Gesellschaft hat ganz hohe Erwartungen. Aber: Wer Bio fordert und regionale Produkte und wer das Klima retten will, der muss hier einkaufen, auch wenn heimische Produkte teurer sind, als Importe. Da dürfen wir nicht müde werden, das auf Augenhöhe zu diskutieren“, sagt Barbara Otte-Kinast.

Von Sylvia Wendt

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