Komödie „Runter zum Fluss“ zieht weit mehr Gäste als gedacht in Galerie Fils

Waschlappen sind alltagstauglicher

Erfrischend und glaubwürdig füllten Jenny Sievert und Marco Langer ihre Rollen aus. Foto: Kurth-Schumacher

Ehrenburg – „Kommen wir noch rein oder nicht?“ Die Frage stellten sich 15 Besucher, die am Mittwochabend an der Kasse Schlange standen: Der Komödienabend, zu dem „KulturGut Ehrenburg und umzu“ in die Galerie Fils in Oeftinghausen eingeladen hatte, zog weit mehr Publikum als gedacht. Am Ende schaffte das Organisationsteam Plätze für alle 130 Gäste.

Woran erkennt man einen richtigen Mann? Macht Liebe glücklich? Was ist der Vorteil des Nicht-verheiratet-Seins? Die Komödie „Runter zum Fluss“ von Frank Pinkus, die Marco Langer und Jenny Sievert auf die Bühne brachten, gab Antworten.

Mit den Protagonisten treffen sich zwei Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Die unternehmungslustige Anke Kaiser („Das Leben ist schön und die Welt gehört mir“) und der von Angstneurosen und Minderwertigkeitskomplexen geplagte Ordnungsfanatiker Karsten Konrad kommen sich auf einem Campinglatz in der Provence näher, nachdem ihre Ehepartner zeitgleich das Weite gesucht haben.

„Nichts verbindet mehr, als verlassen worden zu sein“, stellt die quirlige Anke fest und zieht kurzerhand in das Zelt ihres Leidensgenossen ein. In einem pointenreichen Schlagabtausch klären sie die Mann-Frau-Beziehung im Allgemeinen und Besonderen. Die Quintessenz: Frauen wollen wenigstens einmal im Leben einen „richtigen“ Mann haben, aber letztendlich heiraten sie einen „wehleidigen Waschlappen“, weil er „alltagstauglicher“ ist.

„Das ist typischer Pinkus-Humor“, hieß es aus den Reihen der Theaterbesucher, denen mit der charmanten Beziehungskomödie genau das geboten wurde, was sie erwartet hatten. Sie bediente manche Klischees, ließ es aber nicht an Tiefgang fehlen. Der lang anhaltende Applaus galt der schauspielerischen Leistung von Marco Langer (Jahrgang 1992) und Jenny Sievert (1998), die ihre Rollen erfrischend und glaubwürdig ausfüllten.

„Es hat unglaublich großen Spaß gemacht, hier für euch zu spielen“, sagte Marco Langer, der schon als Jugendlicher im Weyher Theater auf der Bühne stand. Die Leidenschaft für die Schauspielerei hat sich der Veranstaltungstechniker erhalten: Er gründete ein Tourneetheater, für das er über ein Casting Jenny Sievert gewinnen konnte. „Sie ist ein Naturtalent“, sagt der Schauspieler und Regisseur.

Von der „witzigen“ Location war das Duo angetan, auch wenn es eine große Herausforderung war, auf fünfzehn Quadratmetern eine Campingidylle aufzubauen. Langer: „Wir haben erst gedacht, das passt nicht.“ Das Stück von Frank Pinkus habe sie spontan angesprochen: „Da ist viel vom richtigen Leben drin“, sagt Jenny Sievert.

Elke Meyer dankte Marco Langer und Jenny Sievert im Namen von „KulturGut“ für einen überaus „unterhaltsamen Abend mit Lerneffekt“: „Beziehungstechnisch nehmen wir das eine oder andere mit!“

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