Schwaförden: Sonderausstattung für Erntemajestäten

Wagen mit „Winke-Balkon“

Den ersten Platz des Vorjahres in der Wertung der Erntewagen verteidigte die Nachbarschaft Hülse. - Fotos: Kurth-Schumacher

Schwaförden - Der Ernteumzug in Schwaförden endete am Sonntag mit einer Punktlandung: Als die dunklen Wolken förmlich in Bindfäden abregneten, hatten die Teilnehmer ihre Plätze im Dorfgemeinschaftshaus eingenommen.

Ortsbrandmeister Frank Ohrdes begrüßte eine große Gästeschar zum Traditionsfest. Sein Dank galt Ilse und Johann Bolte für die Erntekrone und die Bewirtung: Die Gesellschaft hatte bei den Erntemajestäten an der Ohlendorfer Straße einen Zwischenstopp eingelegt, bevor diese ihren Platz auf dem „Winke-Balkon“ des Feuerwehrgespanns einnahmen und – gefolgt von vier weiteren Erntewagen nach Schwaförden-City rollten.

Pastor Gerald Engeler schlug in seiner Andacht kritische Töne an: „Wir Deutschen haben im europäischen Vergleich die teuersten Küchen in unseren Häusern, aber geben am wenigsten Geld für Lebensmittel aus.“ Gerechtigkeit fange im Kühlregal des Supermarkts an, sagte er mit dem Hinweis auf die aktuelle Situation der Milchbauern. „Das Erntefest ist Grund zur Freude und Dankbarkeit, aber wir sollten nie so satt sein, dass wir den Traum von einer solidarischen Gesellschaft vergessen: Gerechtigkeit und das tägliche Brot für alle.“

Mit Spannung erwartete die Festgesellschaft die Prämierung der Erntewagen. Klaus Köppen vom Heimat- und Verschönerungsverein gab das Urteil der internen Jury bekannt: Die Teilnehmer hatten jeweils die Wagen ihrer Mitbewerber bewertet. Die Mitglieder des Schützenvereins Schwaförden, zünftig in Tracht gekleidet, waren mit einem „Bierwagen“ vorgefahren. Mit „bayrischer Gemütlichkeit“ belegten sie den fünften Platz. Die Feuerwehr Schwaförden erreichte Platz vier, wobei Klaus Köppen dem Publikum einen Sonderapplaus für den „Königsbalkon“ abrang. Punktgleich landeten die Kinderfeuerwehr und der Schützenverein Mallinghausen auf dem zweiten Platz.

Den ersten Platz des Vorjahres verteidigte die Nachbarschaft Hülse: Ihr offener Wagen war zwar nicht regenfest, sein Schmuck aus Ähren, Buchsbaum und bunten Sommerblumen aber eine wahre Augenweide. „Vielleicht hat im nächsten Jahr noch jemand Interesse, sich mit einem Wagen zu beteiligen“, warb Klaus Köppen für die „schöne Sache“. Er verteilte Preise an die beteiligten Züge, aber auch an Konrad, Konstantin und Gregor Behlke, und an Martin Schudak, die mit eigenen geschmückten „Kleinwagen“ die Jugend vertraten.

Frank Ohrdes dankte allen Erntewagenbauern sowie dem Spielmannszug Schwaförden unter der Stabführung von Reinhold Twietmeyer für die Begleitung des Umzugs. Auf seiner Dankesliste standen außerdem Ilona Dreyer und Heike Borchers (Saalschmuck), die Kuchenspender sowie Bäckermeister Fred Rosenthal, der Blechkuchen aus dem Steinofen der Feuerwehr zum Buffet beisteuerte.

Bevor die Tanzfläche für die Allgemeinheit „freigegeben“ wurde, legte DJ Wilfried Vogelsang „Que sera“ für die Erntemajestäten Ilse und Johann Bolte auf. Sie eröffneten den geselligen Teil des Festes im Walzertakt. 

mks

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