VDSL-Internetzugang im Sudwalder Ortskern wird ohne Zuschüsse Realität

Stetes Bohren bringt Tempo

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Einer der Kabelverzweiger: Andreas Roshop (EWE) zeigt Bürgermeister Rainer Klusmann, Samtgemeindebürgermeister Helmut Denker und Ratsfrau Anke Schockemöhle, wo Kupfer- auf neu verlegtes Glasfaserkabel trifft (von links).

Sudwalde - „Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen“, heißt es in Goethes Faust. Maßgeblich Florian Faust bemühte sich, gemeinsam mit mehreren weiteren Geschäftsleuten und der politischen Gemeinde, um schnelleren Internetzugang in Sudwalde. Seit knapp zwei Monaten ist VDSL im Ortskern verfügbar – die EWE hat, wie versprochen, Glasfaserkabel verlegt und zwei Kabelverzweiger gesetzt: „Es sind über 180 Wohneinheiten, die davon profitieren könnten“, meldet EWE-Kommunalbetreuer Andreas Roshop. Und eventuell werden es mittelfristig noch ein paar mehr.

Gemeinsam mit Sudwaldes Bürgermeister Rainer Klusmann, Ratsfrau Anke Schockemöhle und Samtgemeindebürgermeister Helmut Denker verkündet Roshop am Dienstag den erfolgreichen (vorläufigen) Abschluss des Projektes, das „total spannend angefangen“ habe. „Diesen Bereich hätten wir nicht auf dem Schirm gehabt“, räumt er freimütig ein, „dann kam Herr Faust mit der Frage: ‚Wie viele Kundenaufträge brauchen sie denn, um loszulegen?“ Die 55 Haushalte bis Ende Oktober 2014 wurden überschritten (wir berichteten), es gab Info-Veranstaltungen der Gemeinde und Florian Faust „bohrte“ nicht nur beim Kommunikationsanbieter nach, putzte auch reichlich Klinken, versichert Bürgermeister Rainer Klusmann. „Er hat sogar Interessenten überredet, einen freiwilligen Zuschuss zu zahlen – aber der war aufgrund der Resonanz gar nicht erforderlich. An diesem Brett haben wir lange gebohrt, dann den Durchbruch geschafft.“

Wie sieht es mit Bundesmitteln zur Förderung des flächendeckenden Breitbandausbaus aus? „Die Rahmenrichtlinien dazu sind alle noch nicht fertig“, winkt Andreas Roshop ab. Dennoch: Angesichts des Erfolgs hegt Bürgermeister Klusmann die Hoffnung, dass auch das letzte Baugebiet am Wiesenweg und der Bereich südlich davon, auf der anderen Seite der L356, noch in den Genuss von VDSL kommen – „Einwohner haben mir gesagt, sie würden dafür auch selbst ‚buddeln‘.“ Roshop verspricht, das im Auge zu behalten. „Stetes Nachfragen hilft, wie man sieht. Wir schauen von Kabelverzweiger zu Kabelverzweiger, gucken auch, wo man Synergieeffekte, etwa im Zusammenhang mit Baumaßnahmen, nutzen kann.“

Das Thema sei mit dem Projekt auch in der Samtgemeinde Schwaförden nicht abgeschlossen, „es noch mehrere ‚weiße Flecken‘ in Sachen Breitbandversorgung“, weiß Helmut Denker. Mit Andreas Roshop wolle er sich demnächst zusammensetzen, „wegen Ehrenburg.“ Kritik äußert er an anderen Anbietern, die teils auf Anfragen von Kommune nicht einmal antworten würden. „Da pickt man sich lieber die Rosinen raus, schreibt sich den Einsatz von Vectoring-Technik in Sulingen auf die Fahnen.“ Er kann es sich nicht verkneifen, „ich spreche von der Telekom.“

Vectoring – das kann EWE übrigens auch: „Ende November schalten wird damit hier in Sudwalde hoch von jetzt maximal 50 auf bis zu 100 Megabit pro Sekunde“, kündigt Andreas Roshop an.

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