Oberschule mit fünf Klassenzimmern im Freien

Schwaförden: „Unterricht draußen ist cool“

Unterricht draußen: Die Schüler der Oberschule Schwaförden/Ehrenburg, hier die Klasse 6a mit Lehrerin Johanna Helfer, hat fünf Klassenzimmer im Freien am Standort Schwaförden eingerichtet.
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Unterricht draußen: Die Schüler der Oberschule Schwaförden/Ehrenburg, hier die Klasse 6a mit Lehrerin Johanna Helfer, hat fünf Klassenzimmer im Freien am Standort Schwaförden eingerichtet.

Schwaförden – Plötzlich wieder volle Klassen und plötzlich ist der Klassenraum irgendwie kleiner als sonst. Nein, nicht alle Schülerinnen und Schüler sind sofort wieder im „Vor-Corona-Modus“ und an der Oberschule Ehrenburg / Schwaförden reift eine Idee – das „Outdoor-Klassenzimmer“.

Wie aber könnte man das relativ problemlos realisieren? Lehrerin Johanna Helfer wendet sich an die GAR, die Gesellschaft für Abfall und Recycling in Bassum. „Und die haben Tische gesponsert. Damit können wir fünf Klassenräume auf dem Schulgelände in Schwaförden einrichten“, dankt Johanna Helfer namens des Kollegiums.

Das Kollegium der OBS Schwaförden folgt damit einer Idee, die auch das Niedersächsische Kultusministerium gutheißt. Der „Unterricht im Freien“ weise viele Vorteile auf: Das Infektionsrisiko werde verringert, die Konzentrationsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler werde gefördert und der Unterricht finde in einer schönen Lernumgebung im Grünen statt. „Wir haben fünf wirklich schöne Bereiche auf unserem Gelände in Schwaförden ausgeguckt für den Unterricht im Freien“, erklärt Johanna Helfer.

Das Infektionsrisiko wird verringert

Zur Umsetzung wurden Tische von einem Zeltverleih ausgeliehen, gesponsert von der GAR. Die Tische werden aufgestellt, die Schülerinnen und Schüler schnappen sich ihren Stuhl und tragen ihn zum Unterricht nach draußen: „Wir freuen uns darüber, die letzten Schulwochen vor den Ferien im Freien gestalten zu können und hoffen auf gutes Wetter.“

Und was sagen die Schülerinnen und Schüler dazu? Johanna Helfer, Klassenlehrerin der 6a, hat einige Zitate eingefangen: „Unterricht draußen ist cool. Kann man machen, aber manchmal versteht man den Lehrer nicht so gut oder die Mitschüler, und die Bänke fehlen.“ (Alina, 6a)

„Ich finde Unterricht im Freien toll, weil es an der frischen Luft ist.“ (Emily, 6a)

„Ich finde es toll, dass es möglich ist, draußen Unterricht zu machen. Nur fehlen uns noch Sitzgelegenheiten.“ (Ine, 6a)

„Ich finde es gut, weil ich die Natur höre.“ (Marlon, 6a).

„Ich finde Draußen-Klassenzimmer gut, weil es an der frischen Luft ist.“ (Jeremy, 6a)

„Zu den Tischen bitte noch Stühle, weil, dann müssen wir sie nicht ständig aus der Klasse tragen.“ (Aliya, 6a)

„Ich finde Draußen-Unterricht gut, weil man sehr viel an der frischen Luft ist und man sich sehr gut konzentrieren kann.“ (Amelie, 6a)

„Ich finde den Unterricht draußen besser als drinnen, weil dort mehr Platz ist.“ (Johanna, 6a)

„Ich finde den Unterricht draußen gut, weil man dann keine Kopfschmerzen kriegt.“ (Emma, 6a)

„Ich finde es recht gut, da man dadurch besser Luft bekommt. Das einzige, was noch fehlt, ist eine Tafel, dann könnte man eine ganze Klasse draußen unterrichten.“ (Jan-Malte, 6a).

Tipps für den Unterricht im Freien:

So schön es ist: Der Unterricht im Freien birgt auch Probleme, räumt Johanna Helfer ein. Laute Geräusche stören den Unterricht, etwa spielende Lerngruppen oder Rasenmäher. Die Unterrichtsgespräche zu minimieren, etwa durch selbstständige Kontrolle mithilfe von Lösungsblättern, wäre eine Option, dem zu begegnen. Pollenallergien bei Schülerinnen und Schülern: Eine Lösung hierfür wäre, dass diese Mädchen und Jungen in der Nähe der Lerngruppe, aber im Innenbereich sitzen. Damit kein Müll draußen liegt, sollten alle Schülerinnen und Schüler am Ende des Unterrichts ihren Platz kontrollieren. Das Wetter: „Es ist an sonnigen Tagen auf Schattenplätze zu achten, bei Regen und Wind muss der Unterricht natürlich drinnen stattfinden“, sagt Johanna Helfer. Die erste Woche hat auch ganz praktische Erfahrungen gebracht. Etwa: Für das Abspielen von Audio-Dateien (etwa im Fremdsprachenunterricht) können diese vorher auf dem Handy aufgenommen und draußen über eine Boombox abgespielt werden. Die Tafeln fehlen: „Wir haben zehn kleine weiße Magnet-Tafeln, die gerne genutzt werden, um Aufgaben oder Unterrichtsinhalte zu notieren“, erklärt Johanna Helfer. Das Tragen der Stühle: „Es ist sinnig, alle Materialien zunächst in der Schultasche zu lassen und den Stuhl zu tragen, sonst fällt auf dem Weg nach draußen viel herunter“, heißt es als Tipp. Leise sein: Die Rücksichtnahme auf Unterricht sollte in allen Lerngruppen angesprochen werden. Das betrifft das Heraustragen der Stühle sowie Lerngruppen, die draußen Pause machen und sehen, dass ein paar Meter weiter Unterricht stattfindet.

Von Sylvia Wendt

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