Toleranz-Turnier für Schüler in Schwaförden mal nach völlig anderen Regeln

Kick fair – ohne Schiedsrichter

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Doppelte Freude: Der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter Wilfried Heitmann überreicht einer Fair-Play-Spielerin nach dem Turnier in Schwaförden die Medaille.

Schwaförden - Von Anke Seidel. Für die Uefa bildet der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter Wilfried Heitmann Schiedsrichter in ganz Europa aus – und muss es wissen: „Der Profisport bedient sich des Sports, um Kommerz zu machen.“ Fairness und Toleranz? Dafür bricht Heitmann immer wieder eine ganz dicke Lanze.

Aber die Erfahrung lehrt: Sie spielen im knallharten Profi-Geschäft viel zu oft eine untergeordnete Rolle – obwohl diese Werte für ein tolerantes, menschliches Miteinander in der Gesellschaft unverzichtbar sind.

Genau deshalb war Heitmann gestern Schirmherr des „Kick-Fair-Turniers“ in Schwaförden, bei dem 40 Jugendliche im Alter zwischen zehn und zwölf Jahren in der Sporthalle der Oberschule nach ganz besonderen Regeln um Punkt und Sieg kickten.

Diesmal sind nicht allein die Tore entscheidend, sondern genauso der faire Umgang miteinander – den Gegner eingeschlossen. „Es wird nicht gemeckert oder geschimpft“, lautet eine von mehreren goldenen Regeln, „es wird sich nach einem Foulspiel entschuldigt“, eine andere. Gegnerische Tore zu beklatschen und weder zu meckern noch andere zu beschimpfen – selbstverständlich bei diesem Turnier. Und: Mädchen und Jungen spielen gleichberechtigt. Mindestens zwei Mädchen müssen ständig auf dem Platz sein, sprich unter den fünf aktiven Spielern. Weil eine Mannschaft aus zehn Kickern und Kickerinnen besteht, darf ständig gewechselt werden. Einen Torwart gibt es ebenso wenig wie einen Schiedsrichter – dafür Extra-Punkte, wenn ein Mädchen ein Tor schießt. Jede Mannschaft hat einen Teamer, der auf die Einhaltung von drei ganz besonderen Fair-Play-Regeln achtet. Alle Mannschaftsmitglieder haben sie gemeinsam vor dem Spiel festgelegt.

„Hat mir gut gefallen“, sagt Dominik in der Pressekonferenz nach dem Turnier, ganz wie bei den Profis. „Da wurde nicht soviel gegrätscht“, stellt Marie fest. Mit anderen Mitspielern sind sie sich einig: So ein Fair-Play-Turnier, das soll ruhig wiederholt werden – zumal es auch noch Medaillen und Autogramme gibt, die Wilfried Heitmann strahlend überreicht. Das Team „Nice Class 5b“ hat vor den „Wilden Eichhörnchen“, den „6a Torjägern“ und den „Flying Bananas“ gesiegt. Besonders bestaunen die Schüler den Original-Championsleague-Ball aus der Begegnung Werder Bremen/Inter Mailand, den Wilfried Heitmann dem stellvertretenden Schulleiter Joachim Lühring als Präsent überreicht. Diesmal gibt es auch einen Fan-Preis. Darüber freuen sich die Fans der „Wilden Eichhörnchen“.

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