Team des Waldpädagogikzentrums in Schwaförden plant für Juni ein Sommerfest

Hahnhorst feiert Goldenes

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Feilen bereits am Programm für das Jubiläum im Sommer: Marcus Hoffmann und Jessica Damast.

Schwaförden - Neue Stromleitungen für den Jungentrakt, frische Farbe für die Wände: Die Wintermonate bieten Gelegenheit, das Waldpädagogikzentrum (WPZ) Hahnhorst für die Saison in Form zu bringen. Leiter Marcus Hoffmann und Jessica Damast, zuständig für die Tagesangebote, nutzen die Zeit auch, um ein besonderes Ereignis vorzubereiten: Für den 18. Juni planen sie ein Sommerfest zum 50-jährigen Bestehen der Einrichtung in Schwaförden.

Eine Kiste prall gefüllter Aktenordner gewährt Einblicke in die Geschichte: 1966 wurde das Jugendwaldheim, wie es damals hieß, auf dem Gelände aus der Taufe gehoben, auf dem die Barbara Erzbergbau Mitte der 50-er Jahre den Versuchsschacht „Staffhorst I“ angelegt hatte. Als klar wurde, dass sich der Eisenerzabbau aufgrund des hohen technischen Aufwandes nicht lohnt, war 1965 „Schicht im Schacht“. Das Gelände ging wieder in den Besitz des damaligen Forstamtes Erdmannshausen über, das Verwaltungsgebäude mit der Waschkaue wurde umfunktioniert und schon am 6. Juni 1966 begann der erste Jugendwaldeinsatz mit Achtklässlern der Volksschule Syke. „Die Zimmer und Bäder waren sehr, sehr spartanisch ausgestattet“, formuliert es Jessica Damast. „Die Kinder sollten sich mal mit der Arbeitswelt vertraut machen, Spaß stand nicht im Vordergrund.“ „Stangen werben“ ist nicht so lustig, wie es klingt – so ließe sich der Gesichtsausdruck der Schüler deuten, die das Foto zu einem undatierten Zeitungsartikel zeigt: Sie produzieren Zaunpfähle, indem sie junge Birken entrinden und anspitzen. „Und das eine Woche lang“, weiß Jessica Damast, „vormittags Arbeit, nachmittags Unterricht, etwa mit Vorträgen zu Flora und Fauna.“

Schriftliche Manöverkritik der begleitenden Lehrkräfte war früher üblich – 1980 bekundete ein Gymnasiallehrer aus Duisburg, er könne den „Gedanken des Waldeinsatzes“ voll bejahen: „Obwohl meine Klasse ziemlich undiszipliniert und ohne jeden ‚Klassengeist‘ anreiste, ließ sich bald ein entscheidender Wandel beobachten.“ Dass sei heute auch noch so, versichert Marcus Hoffmann – ansonsten habe sich so einiges verändert. „Wir sehen zu, dass die Schüler möglichst viele unterschiedliche Tätigkeiten ausprobieren können.“ Wichtig sei, dass sie den Erfolg ihrer Arbeit sehen können, dass es aber nicht eintönig wird. „Nachmittags gibt es Aktivitäten in der Natur, bei denen es vor allem um Gruppendynamik geht – erlebnisorientierte Spiele mit den Klassen, Bogenschießen, Orientierungsläufe.“ Das Angebot habe eine ganz andere Qualität, „mittlerweile haben die meisten Mitarbeiter das Waldpädagogikzertifikat.“ Zum Team zählen vier Forstwirte, zwei Hauswirtschafterinnen, eine Reinigungskraft und es gibt eine FÖJ-Stelle.

Saniert und modernisiert wurden die Räumlichkeiten mehrfach, besonders intensiv in der Amtszeit von Jennifer Sechtling ab 2008, in die auch der Bau des 2010 eingeweihten Seminargebäudes fiel. Im selben Jahr kam Marcus Hoffman nach Schwaförden, der mit dem Ausbau waldpädagogischer Tagesangebote und Seminare sowie von Kooperation mit Schulen und Kindergärten begann – der Wandel zum Waldpädagogikzentrum. Das leitet Hoffmann seit 2012, Jessica Damast übernahm seine bisherigen Aufgaben. Zwischen 20 und 25 Klassen jährlich, also rund 500 Schüler, absolvieren Jugendwaldeinsätze. Rund 5000 Teilnehmer im Jahr nutzen laut Jessica Damast mittlerweile die Tagesangebote, für die nach Möglichkeit Waldbestände in der Nähe der jeweiligen Einrichtungen Schauplatz sind: „Wir haben ein Netzwerk qualifizierter Waldpädagogen aufgebaut, sonst wäre das nicht zu wuppen.“

Drei Gymnasien, zwei Grundschulen und neun Kitas sind Kooperationspartner des WPZ. Sie sollen beim Sommerfest am 18. Juni mit von der Partie sein. Für das Programm hat Jessica Damast schon einiges in Planung. Etwa ein Puppentheaterstück, das eigens für das WPZ geschrieben wurde. Darin trifft der Waldkasper auf einen Oberförster namens Hoffmann...

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