Ungewöhnlicher Gottesdienst als Neujahrsempfang

Tangomusik und erotische Bibeltexte in der Sudwalder Kirche

Argentinischer Tango ist Nando Rodriguez’ Spezialität – Sonntag lässt er ihn in Sudwalde erklingen.
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Argentinischer Tango ist Nando Rodriguez’ Spezialität – Sonntag lässt er ihn in Sudwalde erklingen.

Sudwalde – „Erotik in der Bibel“ – ein eher ungewöhnliches Thema für den Neujahrsempfang-Gottesdienst, zu dem die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Sudwalde für kommenden Sonntag, 9. Januar, 11 Uhr, einlädt. Mitwirken wird der argentinische Tangomusiker Nando Rodriguez, kündigt Pastor Florian Schwarz an.

Er halte sich strikt an die Bibel, versichert Schwarz – „nur sind es beim Neujahrsempfang der Kirchenregion eher die biblischen Texte, die kaum jemand kennt. Dabei sind es die sprachlich schönsten der ganzen Heiligen Schrift. Um Schönheit geht es in diesen Kapiteln, um Liebe und um Erotik.“ 2 700 Jahre alt seien die Kapitel des Hoheliedes Salomonis. „Warum diese weltlichen Liebeslieder Eingang in den Kanon des Alten Testamentes gefunden haben, darüber spekulieren die Theologen noch heute. Und mehr als einem Geistlichen haben diese Verse Kopfzerbrechen bereitet und das hat dazu geführt, dass sie in der Kirche nur äußerst selten zu Gehör gebracht werden.“

Sich „was Buntes zum Neujahrsempfang“ einfallen zu lassen habe der Auftrag des Kirchenvorstandes an ihn gelautet, berichtet der Pastor, und davon habe er dann am Abendbrottisch erzählt. Daran saß auch Nando Rodriguez, der als Circusmusiker für die Schwester des Pastoren arbeitet: „Zerbrich Dir nicht den Kopf, ich spiele für Dich“, habe er angeboten. Schwarz: „Argentinischer Tango ist seine Spezialität und diese Musik seiner Heimat besingt die Liebe – da lag die Verbindung zum Hohelied nicht fern.“

Es sei nicht die erste Zusammenarbeit, im vergangenen Jahr hätten sie schon im Zelt des Piglet-Circus gemeinsam einen Gottesdienst gestaltet. „Damals mit Liedern aus dem sogenannten ,Club 27‘, also von Rockmusikern, die im Alter von 27 Jahren starben.“ Seine Leidenschaft für säkulare Kultur habe er bereits in der Ausbildung in Gottesdienste hineingetragen, so Florian Schwarz, und er veranstalte regelmäßig Kulturgottesdienste in seiner zweiten Gemeinde in Hoya. Er freue sich darauf, „dieses Konzept nun in Sudwalde vorstellen zu können.“ Dass es beim Neujahrsempfang sein wird, empfinde er als besonders passend: „2021 war für die meisten kein leichtes Jahr und auch 2022 wird uns noch einiges abverlangen. Da ist es doch ganz gut, daran zu erinnern, dass es auch Schönes im Leben gibt.“

Da es eine Mischform von Gottesdienst und Kulturveranstaltung ist, bittet Schwarz um Verständnis, dass die 2G-Regel (geimpft oder genesen) gilt, auch auf Gemeindegesang werde verzichtet. „Das obligatorische Glas Sekt oder Orangensaft zum Anstoßen wird nach dem Gottesdienst draußen vor der Kirche gereicht.“

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