„Erzähle von deinen Träumen“

Sudwalde: Tanztreffen umgewandelt in Filmprojekt

Franziska Faust von der K-Scheune in Bensen lädt ein zum Kinotermin mit „Traumfänger – der Film“.  
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Franziska Faust von der K-Scheune in Bensen lädt ein zum Kinotermin mit „Traumfänger – der Film“. Foto: S. Wendt
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Bensen – „Es wird zuwenig Zeit eingeplant fürs Träumen. Fürs Träumen gibt es keinen richtigen Raum, keinen Rahmen“, sagt Franziska Faust. Sie bedauert das, denn Zeit zum Träumen sollte sein. Und eigentlich aber hat doch jeder Träume, oder? Faust startet das Projekt „Traumfänger“, als Recherche- und Tanztheaterprojekt. Das Team wirbt für das Projekt auf Wochenmärkten in Sulingen und Bruchhausen-Vilsen, zwei Tanztreffen im Wald sind noch möglich, dann kommt der Shutdown – und das Projekt zum Erliegen.

Nein, doch nicht: Ein Tanzkollege hat Zeit und möchte teilnehmen. Filmemacher Martin Hermann aus Kirchdorf hat Zeit, um Filmaufnahmen zu machen. Und so ergibt sich aus dem Tanzprojekt, das eigentlich in der Gruppe stattfinden sollte, mit regelmäßigen Treffen und einem Gemeinschaftserlebnis ein Filmprojekt. „Leider hatte nicht jeder Teilnehmer des Projektes Zeit an den Drehtagen“, bedauert Faust.

Dennoch: Der Film ist fertig. Geplant ist eine Vorführung im Filmhof Hoya am 28. Juni um 13.30 Uhr (Anmeldung im Filmhof notwendig, noch steht nicht fest, wie genau hier der Ablauf sein darf) sowie als Open-Air-Filmpicknick am 28. Juni im Waldpädagogikzentrum (Beginn: 16 Uhr, Anmeldungen an die K-Scheune, Telefon: 01 76 /34 91 37 95, E-Mail k-scheune@gmx.de).

Der Verein K-Scheune

Der Verein K-Scheune, 2019 in Bensen gegründet von einem ebenso engagierten wie versierten Team, bietet Platz für Kultur. Dieser Begriff darf mit Musik gefüllt werden, etwa bei Jam-Sessions auf der Bühne der K-Scheune, mit Tanzprojekten, die Franziska Faust leitet, mit Theater.

Die K-Scheune als Kulturtreffpunkt, gelegen auf dem Familienhof Mende im Sudwalder Ortsteil Bensen, ist bereits ein Begriff unter den Kulturschaffenden. Das Areal, die Stimmung, die Menschen, die sich als Verein zusammengeschlossen haben – das bietet eine Wohlfühlatmosphäre, die den Akteuren erlaubt, sich ungehindert künstlerisch zu entfalten und den Besuchern damit einen ungefilterten Genuss verschafft.

Mit dem Shutdown aufgrund der Pandemie kamen alle Veranstaltungen, alle Projekte zum Stillstand. Darunter auch das Kindertanztheaterprojekt für Kids von sechs bis zehn Jahren, „Waldwundern mit Tippi Tam Tam“. Das ist gefördert durch das Programm „Künste öffnen Welten“ der Bundesvereinigung kultureller Jugendbildung und eint die Macher der K-Scheune, des Jugendzentrums Sulingen, des Kinderheims Haus zur Hache aus Neubruchhausen und der Grundschule Scholen.

Das ist ganz nach Franziska Fausts Geschmack: Eine Vernetzung von Kunstschaffenden auf dem Land, über Gemeindegrenzen hinweg: „Wir müssen zusammenhalten, als Einheit sind wir stark – einzeln gehen wir unter.“ Es gelte, das Publikum zu erweitern. Faust, Anfang 30, sehe viele ihrer Generation wieder aufs Land ziehen, beseelt von dem Wunsch, hier neue Ansätze zu leben.

Wie es auch Franziska Faust, gebürtig aus Affinghausen, getan hat, die nach Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaften in Wien und der Arbeit in Großstädten mit beruflicher Erfahrung und Ideen sowie Ehemann und zwei kleinen Kindern zurückgezogen ist in ihre Heimat.

Jeder hat andere Ideen

„Erzähle von deinen Träumen“ hieß die Bitte an die Tanztheaterteilnehmer und statt Ortstermin im Wald kamen Audiodateien zustande. Zusammen mit Dramaturg Wanja Lange überlegte Franziska Faust weitere Schritte, Vorgabe: „Wir brauchen Bilder.“ Um die geltenden Auflagen zu erfüllen, entstanden Sequenzen, einzeln gedreht mit den Teilnehmern, „Traumfänger“ wurde zum Filmprojekt.

Die einzelnen Beiträge seien gänzlich unterschiedlich. „Jeder hat die Idee anders verstanden, jeder hat andere Antworten gefunden. Manche haben ihre Träume weiterentwickelt.“ Traumfänger sind Andreas Kaiser, Kossi Sébastien Aholou-Woukawoui, Ulrike Jäschke, Lena Schacht, Anette Wende, Marla, Jaromir und Franziska Faust, Helga von Glahn, Thekla Twietmeier sowie Roxanne, Marco, Elay, Soraya und Haylie Plachetka.

Was passiert nach dem Film? „Es geht hoffentlich weiter, es ist schwierig zu sagen.“ Es werde überlegt, wie das Kindertheaterprojekt „Tippi Tam Tam“ mit geltenden Abstandsregeln durchführbar ist: eventuell draußen, auf weitläufigem Gelände. Einzelne Musiker suchen die K-Scheune auf, um – genau – zu musizieren. Franziska Faust bildet sich derzeit weiter zum Thema „Heilende Kräfte im Tanz“. Ganz ohne sportlichen Ansatz, vielmehr stünden Achtsamkeit und Bewegungswahrnehmung im Vordergrund. Der Tanz unterliege keiner Choreografie, sondern sei individuell. „Jeder geht von sich aus, was ihr zur Musik einfällt.“

Bauarbeiten stehen an auf dem Hof Mende für die K-Scheune. Ein Parkplatz soll entstehen, aktuell streiten sich Klatschmohn und Gras auf dem Areal. Dringend gefordert sind für Räume, in die zu öffentlichen Veranstaltungen einladen wird, barrierefreie Toiletten. Baumaßnahmen, die in diesem Jahr umgesetzt werden.

Förderung bewilligt

Umgesetzt werden können, weil gerade frisch der Bewilligungsbescheid für 22 000 Euro im Rahmen des Soforthilfeprogrammes für Kulturzentren „Land intakt“ ins Haus flatterte.

Diese Bundesmittel dienen der Modernisierung und Instandhaltung von Gebäuden sowie programmbegleitende Investitionen, heißt es dazu in einer Pressemitteilung aus dem Büro des CDU-Bundestagsabgeordneten Axel Knoerig.

Darüber hinaus sucht Franziska Faust weitere Projekte, Räume für die Liste der Orte, wo Bewegung möglich ist, neben ihrem Lieblingsort, dem Wald.

Mehr Infos

zur K-Scheune, den Verein und einen Trailer zum Traumfänger gibt es unter www.k-scheune.de.

Von Sylvia Wendt

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