80 000 Euro für Wege

Sudwalde: Stolperfreier Gang in die Kirche

Gefahrloses Spazierengehen ist jetzt möglich, hier Diane Beneke und Georg Klusmann vom Kirchenvorstand.
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Gefahrloses Spazierengehen ist jetzt möglich, hier Diane Beneke und Georg Klusmann vom Kirchenvorstand.

Sudwalde – Diese Sudwalder „Spezialdisziplin“ wird es nicht mehr geben: Gesellschaften kirchlicher Hochzeiten kommen bei Regen künftig ohne eine Sonderprüfung aus, um zum Altar zu gelangen. Die (je nach Stärke des Regengusses) bis zu 15 Zentimeter tiefe große Pfütze vor dem Eingang soll der Vergangenheit angehören. Zu den laufenden Arbeiten gehörte auch, hier auf dem Platz einen Abfluss zu schaffen. Und der Schauer am Montag hat gezeigt, dass die Arbeiten perfekt nach Plan verlaufen sind.

Auf gut 80 000 Euro beziffert Kirchenvorstandsvorsitzender Johann Buschmann die Gesamtkosten, die dank Fördermitteln des Amtes für regionale Landesentwicklung, Anteilen des Kirchenkreisamtes Syke-Hoya sowie der Kirchengemeinde Sudwalde gestemmt werden.

Rund um die Kirche führen jetzt Wege, die barriere- und stolperfrei sind. Grund der Maßnahmen war, dass sich jene gepflasterten Wege über die Jahrzehnte verändert hatten: Die Zwischenräume entpuppten sich als üble Stolperfallen und der Platz vor dem Eingang hatte sich zu einem gut funktionierenden Regensammelbecken entwickelt. „Wer kein vernünftiges Schuhwerk anhatte, musste gewarnt werden“, erklärt Anke Eickhoff vom Kirchenvorstand.

Wie lange sind denn die letzten Arbeiten her? „Ich bin jetzt 71 Jahre alt und kann nicht nicht daran erinnern, dass rund um die Kirche was gemacht wurde“, sagt Georg Klusmann, auch er Mitglied im Kirchenvorstand, und lacht. Die Planung habe der Kirchenvorstand im Jahr 2017 angestoßen, 2018 sei es konkreter geworden, die Ausschreibung habe letztlich eine Firma aus Dörverden entschieden. Deren Mitarbeiter ebnen hier, pflastern dort – und haben dabei die bisherigen Steine wieder genutzt. „Das war teurer, als neue zu ordern“, kommentiert Buschmann. Vorgabe: Die mächtige Ulme, deren Wurzeln einen der Wege beschädigt hatten, durfte nicht beschädigt werden.

Derzeit ist der kirchliche Teil der Zufahrt vor die Kirche in Arbeit. Die Arbeiten sollen bis zum Wochenende der Konfirmation abgeschlossen sein.

Keine Regenpfützen mehr vor dem Eingang dank des neuen Abflusses: Die Bauarbeiten rund um die Kirche in Sudwalde erklären, von links, Kirchenvorstandsvorsitzender Johann Buschmann, Anke Eickhoff, Reinhard Müller, Georg Klusmann und Diane Beneke.

Kuriosum in Sudwalde: Das (gemeindeeigene) Kriegerdenkmal auf Kirchengrund. „Wie es dazu gekommen ist, weiß ich auch nicht genau“, sagt Reinhard Müller, stellvertretender Bürgermeister.

Seine Vorgänger müssen einst auf der Suche nach einem geeigneten Standort mit „Kirchens“ ins Gespräch gekommen sein. Das große Areal mit Kirche, Pastoren- und Küsterhaus sowie Garten in der Ortsmitte sei in den Fokus gerückt.

Zeitgleich: Arbeiten am Kriegerdenkmal in Auftrag gegeben hat die Gemeinde Sudwalde.

1921 sei das Ehrenmal für die gefallenen Bürger des Ersten Weltkrieges errichtet worden, sagt Georg Klusmann. Drei Steine, die davor platziert sind, sind verwittert, würden sonst die Namen der gefallenen Bürger des Zweiten Weltkrieges preisgeben.

Die politische Gemeinde hatte ihrerseits Sanierungsarbeiten im Bereich des Ehrenmals ausgeschrieben. Auch diese Arbeiten wurden nach Dörverden vergeben.

Podeste für Rollatornutzer

Müller betont, dass beide Baustellen unabhängig voneinander zu sehen seien. Der Zugang zum Denkmal ist abgerissen: „Eine Sanierung hätte deutlich mehr gekostet, als ein Neubau der Zuwegung. Deshalb wird jetzt, ausgehend vom Tor, mit Sandsteinquadern ein längerer, nicht so steiler und stufenloser Aufgang geschaffen, mit vier bis fünf Podesten zwischendurch, auf denen etwa Rollatornutzer sich ausruhen können“, erklärt Müller. Ein Geländer, wie vorher, sei nicht mehr notwendig. Die Kosten beziffert Reinhard Müller auf etwa 15 000 Euro, die die Gemeinde schultert. Die Arbeiten sollen etwa Mitte September beendet sein. Da alle Wege rund um die Kirche neu hergerichtet wurden, habe man die „Gunst der Stunde“ genutzt, und Kabel verlegt.

Sowohl Kirche als auch Denkmal sollen künftig im Dunkeln angestrahlt werden. Den Probedurchlauf für das Gotteshaus hat eine Kirchgängerin neulich miterlebt und sei begeistert gewesen, berichtet Anke Eickhoff. Und sinniert: „Vielleicht könnte ein Abendgottesdienst stattfinden, wenn die Arbeiten beendet sind?“

Pastorenstelle weiterhin vakant

Vielleicht. Abhängig ist das unter anderem davon, ob sich ein neuer Pastor oder eine neue Pastorin findet. Die vakante Stelle in Sudwalde ist noch nicht wieder besetzt und die Sudwalder Kirchgänger sind gespannt, ob und wann sich das ändert. Die Kirchengemeinde gehört zum Kirchenkreis Syke-Hoya, und dort werde derzeit über neue Strukturen beraten, erklärt Superintendent Dr. Jörn-Michael Schröder seit der Verabschiedung von Pastorin Harms Ende Februar.

Derzeit findet einmal monatlich ein Gottesdienst in Sudwalde statt. Offizielle Vakanzvertreterin ist Sandra Kopmann, derzeit im Probedienst als Pastorin in Nordwohlde und Bassum. Kopmann wird in der Gemeindearbeit und bei den Gottesdiensten unterstützt durch Kollegen sowie die Mitglieder des Kirchenvorstandes.

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