Sommerausstellung in Scholen

Haus und Garten voller Kunst

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Ein wollenes Strick-Kunstwerk von Catrin Porsiel wird bestaunt.

Scholen - Was tun, wenn die schriftlichen Einladungen bei der Post aufgrund des Streiks liegen bleiben? Daumen drücken, dass nicht die Gäste, die bereits Ausstellungen auf dem Atelierhof „Scholen 53“ besucht haben, vom Termin der Sommerausstellung Wind bekommen und auch ohne jenen schriftlichen Hinweis gucken, was die Gastgeberinnen Sabine Kratzer und Sabine Rasper in Atelier, Galerie und Garten an Kunsthandwerk bieten. Wenig sommerlich präsentiert sich das Wetter. Ein Glück, dass Catrin Porsiel aus Zadrau zu den Gästen zählt. Feine Handstrickkunst aus der besonderen Wolle der Gotlandschafe ziert und wärmt zugleich, ob am Handgelenk als Armband oder als Tuch, gar als Pulli. Auch Kissen laden ein zum Kuscheln.

Darauf kann man glatt anstoßen: Renate Wilkens aus Bremen hat Gläser in kunstvoller Sandstrahltechnik bearbeitet und sie dadurch zu Schmuckstücken im Regal erhoben.

Feiner Schmuck ist das Kennzeichen der Designerin Michaela Gottstein aus Düsseldorf. Warum ausgerechnet dieses Material, Tantal, das sich so kompliziert nur verarbeiten lässt? Vielleicht weil die filigranen, leichten Werke die Arbeit dahinter kaum vermuten lassen – das zeigt die wahre Kunstfertigkeit.

Sabine Rasper stellt einem Gast ihr neues, eigens bedruckten Briefpapier vor.

Sabine Kratzer hat ein Faible für Rosen und Pflanzen und deshalb auch den Heilpflanzengarten auf dem Gelände angelegt. Immer wieder entlockt die Keramikerin einem groben Klotz Ton so filigrane Tassen, Vasen, Becher – in der neuesten Serie kann einem schön blümerant werden ob der dezenten Blumenmotive. Buchbindemeisterin Sabine Rasper restauriert nicht nur jahrhundertealte Buchkostbarkeiten. „Zwischendurch“ bleiben kreative Ideen für jene Dinge, die den Alltag prägen. Und so prägt Rasper Papier – zum Schreiben, zur Dekoration, prägt Pergament als Umschlag, als Lampe, kreiert eigene Bucheinbände (für Adressbücher und Tagebücher).

Da ist es kaum verwunderlich, dass zahlreiche Gäste vorbeischauen und sich tragen lassen durch viele schöne Ideen und Kunsthandwerke, kaum einer, der mit leeren Händen geht. Und sich bereits freut auf die Adventsausstellung in den Wochen vor Weihnachten. Dann bleiben auch die „Gastkunstwerke“ länger in Galerie und Atelier. Wer weiß, vielleicht stellt die Post ja bis Dezember die Einladungen zur Juni-Ausstellung zu.

sis

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