Drei Gastkünstler sind dabei

Sommerausstellung auf Atelierhof „Scholen 53“: Von schwungvoll bis steinhart

Drei Frauen stehen im Innenhof des Ateliergeländes.
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„Unikate aus Stein“ fertig Steinmetzin Katja Stelljes (rechts) und stellt diese im Rahmen der Sommerausstellung auf dem Atelierhof„Scholen 53“ aus, zu der Sabine Kratzer (links) und Sabine Rasper einladen.

Scholen – Sabine Kratzer dreht die beiden Schrauben auf, löst die „Laschen“ und dann könnte die Tür des Brennofens ganz weit geöffnet werden. Könnte. Aber Sabine Kratzer lugt erst einmal selbst kurz hinein, wirft den ersten Blick auf die frisch gebrannten Kunstwerke im Ofen. Die Keramikerin möchte zunächst prüfen, ob alles heile geblieben ist oder...

Nein, Gartenwächterinnen, Sommerteeschalen, Vasen, Schälchen: Alles heile geblieben und es sieht perfekt aus.

Das ist auch gut so, denn Sabine Kratzer und Atelierkollegin Sabine Rasper laden ein auf den Hof zur Sommerausstellung 2021. In diesem Jahr sind es statt zweier Tage gleich acht, vom 25. Juli bis 1. August täglich von 14 bis 18 Uhr, sonntags von 11 bis 18 Uhr. Die aktuelle Corona-Situation erfordere keinen bestätigten negativen Test, einzig das Tragen einer medizinischen Maske sei vorgeschrieben, erklären die Gastgeberinnen. Auch müssen die Gäste keine Besuchszeit mehr buchen. „Wir hoffen, dass es klappt“, sagen Sabine Rasper und Sabine Kratzer. An den Atelierhof und seinen verwunschenen Garten samt Holzbrennofen schließt sich der Heilpflanzengarten an, der zur Sommerausstellung weitere „Erkundungsfläche“ für die Besucher bietet.

Taftröcke hat Designerin Gisela Berg im Gepäck.

Wer zu einer anderen Zeit vorbeischauen möchte, könne einen individuellen Termin vereinbaren (www.scholen.53.de, Tel. 0 42 45 / 2 67). Und wer am Sonntag, 25. Juli, vor Ort ist, der erlebt eine der Gastkünstlerinnen: Gisela Berg aus Alfeld.

Die Textildesignerin fertige seit über 25 Jahren unverwechselbare Einzelstücke, kombiniere verschiedenste Materialien und könne der Kundin ihr Lieblingsteil auf den Leib schneidern, heißt es in der Pressemitteilung des Atelierhofes. Gisela Berg werde, wenn gewünscht, am Sonntag für Aufträge Maß nehmen.

Ein Armband aus dem Atelier Boysen.

Die „Boysens“ sind zum zweiten Mal zu Gast auf dem Atelierhof in Scholen. Schon vor vielen Jahren hätten ihre „wunderbaren Schmuckunikate“ die Besucher begeistert, freuen sich die Gastgeberinnen auf ungewöhnliche Gold- und Silberschmuckarbeiten aus dem Atelier von Gerlinde und Peter Boysen aus Reinstorf-Holzen.

Und während des Pressegesprächs im Atelier schuftet draußen Katja Stelljes. Die Bremer Steinmetzin bugsiert gekonnt ihre gewichtigen „Unikate aus Stein“ in den Garten des Atelierhofes und berichtet gerne, wie sie auf eines der Projekte stieß, deren Kunstwerkergebnisse sie in Scholen präsentiert. Die Steinmetzin fertigt, wenn gewünscht, neue Grabsteine. „Dadurch ist mir bewusst geworden, welche Bedeutung solch ein Stein hat.“ Doch: Nach 25 oder 30 Jahren werden die Steine mit der Räumung der Grabstelle entsorgt. Die meisten enden, geschreddert, als Material für den Straßenbau. Bei Katja Stelljes hingegen werden sie zu neuen Kunstwerken. Oft seien es nur wenige Zentimeter, dann sei die bisherige Geschichte des Steines „ausradiert“. Und entstanden ist eine schöne Gartenschale, Vogeltränke... Alle Steine seien nutzbar, sagt Katja Stelljes.

Schwungvolle Pinselstriche in Kobaltblau zieren den aktuellen Favoriten von Keramikerin Sabine Kratzer.

Sie hat außerdem aus schwarzem Basalt-Lavastein aus der Eifel „Wolkensteine“ gefertigt. Aus hellem Stein steht ein solcher bereits seit Längerem im Heilpflanzengarten. Besondere Wortwürfel aus Stein warten darauf, ihre Geheimnisse preiszugeben.

Die Gastgeberinnen haben für die Sommerausstellung besondere Exemplare ihrer jeweiligen Kunst vorbereitet. Sabine Rasper präsentiert künstlerische Handeinbände, die sie zum Büchlein „Zur soziologischen Psychologie der Löcher“ von Kurt Tucholsky gefertigt hat. Und wie passend dazu sich ein Einband aus Pergament eignet, erklärt und zeigt sie gerne.

Sabine Kratzers frisch gebrannte Keramik zeigt ihren aktuellen Favoriten: weißes Porzellan mit schwungvollen Kobaltpinselstrichen. Ein Dunkelbau, das an die Tiefen des Ozeans erinnert.

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