Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit feiert 150-jähriges Bestehen

Solidarität die sich auszahlt

Der aktuelle Vorstand und einige der Bezirksvertreter (von links): Wilhelm Behrmann, Albert Wiese, Dieter Plate, Georg Klusmann, Heinz Wulferding, Friedrich Brinkmann, Heinrich Hasselhop, Monika Tauke, Fritz Hinrichs und Johann Wachendorf.

Affinghausen - 1866 erfindet Alfred Nobel das Dynamit, Schriftsteller Hermann Löns erblickt das Licht der Welt, in der Schlacht bei Langensalza stehen sich das Königreich Hannover und Preußen gegenüber – und der heutige Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit Affinghausen entsteht.

Genauere Aufzeichnungen dazu sind dem Verein nicht erhalten geblieben, Heimatforscher Heinrich Meyer konnte hier allerdings neue Erkenntnisse zur Festschrift besteuern, die die 150-jährige Geschichte dieser Gemeinschaft würdigt, zu deren Grundgedanken Solidarität und Nachbarschaftshilfe zählen.

„Es stellte sich heraus, dass der Versicherungsverein Affinghausen aus einem Zusammenschluss von Versicherten aus mehreren älteren Versicherungsvereinen entstanden ist“, berichtet Meyer über seine Nachforschungen in mehreren Archiven, „der älteste war der Versicherungsverein Freudenberg von 1838.“ Meyer spricht von Genossenschaften, die aus der Not heraus entstanden und von den Einwohnern auf dem „platten Lande“ gegründet wurden.

Eine Feuerversicherung für Gebäude war damals verpflichtend für alle Hof- und Stellenbesitzer im hiesigen Raum – doch eine Versicherung für das Inventar existierte nicht. Dies war ursprüngliche Aufgabe des „Mobiliar-Versicherungs-Verbandes Affinghausen und Umgegend“, wie der Verein ab 1879 genannt wurde. „Wenn es bei einem Mitglied gebrannt hatte, wurde ein Umlage erhoben, um den Schaden zu regulieren“, sagt der heutige Vorsitzende des Vereins, Wilhelm Behrmann, seit 25 Jahren Vorstandsmitglied.

Längst ist der Verein über die Münchner Rück abgesichert, zählt auch zu den Gründungsmitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Rückversicherung (Arge-Rück), die 1951 entstand und der heute insgesamt 38 Versicherunvereine angehören. Das Leistungsspektrum hat sich deutlich erweitert, auch Immobilien werden versichert – nicht nur für den Fall eines Brandes. Die Arbeit ruht auch nicht mehr ausschließlich auf ehrenamtlichen Schultern, seit 2009 Versicherungskauffrau Monika Tauke eingestellt wurde. Seitdem ist Plattdeutsch im Verein nicht mehr „Amtssprache“ – aber das Gasthaus Bensemann ist in 150 Jahren Versammlungslokal geblieben.

„Wir haben aktuell um die 450 Mitglieder im Landkreis Diepholz und darüber hinaus, kassieren jährlich rund 100 000 Euro an Bruttobeiträgen. “ Die Tendenz ist fallend, stellt Wilhelm Behrmann fest, junge Leute würden sich bei der Versicherungswahl eher an der Werbung orientieren. „Dabei bietet der Versicherungsverein große Vorteile. Unsere Bezirksvertreter sind vor Ort, können den Schaden ohne großen Aufwand besichtigen – anders als bei einer ,Internetversicherung‘.“ Der Verein habe auch schon jüngere Semester zurückgewinnen können, „wenn zum Beispiel der Vater nach einem Brand besser entschädigt wurde als der Junior...“ - ab

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